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Agro-Gentechnik weltweit im Einsatz

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die vor vier Jahren erstmals ausgesetzten genetisch veränderten Papaya-Pflanzen in Hawaii sind in der Zwischenzeit auch in einer Papaya-Plantage eines Biolandbauers gefunden worden. Freiwillige in Schutzanzügen haben die Genpflanzen beseitigt. Die Geschichte der Gen-Papayas in Hawaii ist seit Beginn der ersten Auspflanzung ein Desaster. Schon im September 2004 hatten zahlreiche Bauern am Campus der University of Hawaii in Hilo gegen eine Freisetzung protestiert. Sie fürchteten bereits damals eine Kontamination durch die genveränderten Sorten. "In Europa und in Japan wollen Konsumenten keine Gentech-Papayas", lautete die übereinstimmende Meinung der Bauern. In Japan, das 40 % der hawaiianischen Papayas kauft, dürfen die Gentech-Sorten nicht eingeführt werden. Aller Wahrscheinlichkeit wurden die genveränderten Papaya-Samen durch Vögel auf die Bio-Farmen gebracht. Die Biobauern befürchten jetzt, dass sie durch die genetische Verunreinigung ihre Zertifikate verlieren könnten. 

 

Die Gentech-Befürworter konterten schon seit Jahren mit dem Argument, dass ohne veränderte Papayas der Markt ohnehin zusammen gebrochen wäre, denn das so genannte Ringspot-Virus PRSV hat der gesamten Papaya-Industrie schwere Verluste gebracht. Behauptet wurde von den Wissenschaftlern, dass eine virusresistente Sorte mit konventionellen Methoden nicht gezüchtet werden konnte. Tatsächlich hatte die Cornell-University gemeinsam mit der University of Hawaii eine gentechnisch veränderte Sorte entwickelt, die dem Virus trotzte. Allerdings erklärte der Experte Werner Müller von Global2000: "Es gibt sehr wohl Methoden, um diese Erkrankungen auch mit konventionellen Mitteln zu bekämpfen". Müller wies zudem darauf hin, dass es in der Zwischenzeit mehrere 100 virusresistente konventionelle Sorten gebe. Das Beispiel in Hawaii mache wieder einmal deutlich, dass mit transgenen Pflanzen nicht zu spaßen sei, kritisiert Müller. Der Experte argumentiert auch, dass durch die Veränderung des Genoms diese Pflanzen anfälliger für andere Erkrankungen werden.

 

Auch in anderen Ländern ist die sog. "Grüne Gentechnik" auf dem Vormarsch. So könnte China könnte bald das erste Entwicklungsland sein, das den Verkauf von genetisch verändertem Reis erlaubt. Die chinesische Regierung investiert mit jährlich 500 Millionen US-Dollar neben den USA am meisten in die Gentechnik-Forschung. Bereits in den Neunzigerjahren hat Peking den Verkauf von gentechnisch veränderter Baumwolle, Mais, Tomaten und Sojabohnen erlaubt.

 

Tschechien hat ebenfalls verglichen mit dem Vorjahr fünfmal mehr Gentech-Mais angebaut. 2006 wurden auf einer Gesamtfläche von rund 1300 ha GVO-Mais ausgesät. Damit produziert Tschechien doppelt so viel Gentech-Mais wie Deutschland.

 

Australische Getreidefarmer haben in einer Resolution die Regierung des australischen Bundesstaates "New South Wales" aufgefordert, das bestehende Gentechnik-Moratorium zu beenden. Die Getreidefarmer befürchten, ohne Gentechnologie nicht mehr am Weltmarkt mithalten zu können.

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