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Agro-Gentechnik gefährdet innovativen Wachstumsmarkt

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Ergebnisse des Erprobungsanbaus von gentechnisch verändertem Mais, die Ende November 2004 auf einer Pressekonferenz von Innoplante vorgestellt wurfen, zeigen nicht, dass Koexistenz möglich ist.

Neben dem untersuchten Pollenflug droht auch durch verunreinigtes Saatgut sowie verunreinigte Ernte-, Transport- und Lagereinrichtungen die Kontamination gentechnikfrei erzeugter Produkte mit gentechnisch veränderten Bestandteilen. Erfahrungen in den USA mit Mais, Soja und Raps zeigen, dass bereits nach kurzer Zeit kaum eine Partie dieser Pflanzenarten noch frei von den künstlichen Genen ist.

Solche Verunreinigungen gefährden die Ökologische Lebensmittelwirtschaft, die gesetzlich dazu verpflichtet ist, ohne Gentechnik zu arbeiten. Es ist offen, ob Verunreinigungen ganz vermieden werden können oder bis hin zu den Kennzeichnungswerten in Kauf zu nehmen sein werden. Zwar haftet nach dem neuen Gentechnikgesetz der Gentechnik-Verwender, wenn es zu Schäden bei seinen Nachbarn kommt. Dennoch müssen Ökobauern und die Verarbeiter ihrer Produkte, um Verunreinigungen zu vermeiden, einen zusätzlichen Aufwand betreiben, der zu erheblichen finanziellen Belastungen führt. Dadurch würde es zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft kommen.

Dabei ist diese ein boomender Wirtschaftssektor: "Unser Umsatz steigt kontinuierlich und liegt mit über 3 Mrd. - um ein Vielfaches über dem der Agro-Gentechnik-Industrie", so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). "Die Zahl der Beschäftigten hat sich in den letzten 10 Jahren auf 150.000 Personen verdoppelt. Über 50 % der Verbraucher äußern Kaufbereitschaft."

Ganz anders das Bild in der Gen-Tech-Branche: Sie beschäftigt in Deutschland nach einer Studie von Ernest und Young im Jahr 2003 unter 2000 Personen bei einem Umsatz von ca. 150 Mio. Euro. Als Rationalsierungstechnik wird sie in der Landwirtschaft weitere Arbeitsplätze kosten. Zudem steht ihr der überwiegende Anteil der Bevölkerung ablehnend gegenüber.

"Es kann nicht sein, dass die Ökologische Lebensmittelwirtschaft als umweltfreundlicher und wachsender - und damit innovativer - Wirtschaftssektor von einer Technik gefährdet wird, die im Vergleich zu diesem Wirtschaftssektor nur ein Bruchteil an Arbeitsplätzen zur Verfügung stellt", betont Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. "Zudem bietet die Agro-Gentechnik bis heute nur Anwendungen, die mehr Probleme als Lösungen schaffen und zu denen es einfache und kostengünstige ackerbauliche Alternativen gibt".

Unstrittig ist, dass der Ökologische Landbau effektive Antworten auf die Umweltprobleme einer intensiven Landwirtschaft gibt. Untersuchungen zeigen, dass sich diese Probleme durch die Agro-Gentechnik verschärfen. So stieg in Anbaugebieten von gentechnisch veränderten Pflanzen in den USA der Pestizideinsatz.

"Vergleicht man nachhaltige Wirtschaftskraft, Wirkung auf den Arbeitsmarkt, Bedürfnisse der Bevölkerung und Umweltfreundlichkeit, dann erweist sich der ökologische Landbau als die innovative Form der Landwirtschaft - und nicht die Agro-Gentechnik", schließt Dr. Felix Prinz zu Löwenstein.

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