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Gentechnisch veränderte Gerste

von Redaktion (Kommentare: 0)


Ende April 2006 wurde erstmals in Deutschland ein Freilandversuch mit gentechnisch veränderter Gerste gestartet. Die Universität Gießen hat 5000 Gerstenpflanzen auf 12 m² freigesetzt, um im Rahmen eines Projektes zur „Biologischen Sicherheit gentechnischer Pflanzen“ den Einfluss auf nützliche Bodenpilze zu untersuchen.
 
Die Neumarkter Lammsbräu, Deutschlands führende Biobierbrauerei, stellt sich mit aller Deutlichkeit gegen jede genetische Manipulation an Pflanzen oder Tieren. Gen-Mais wird seit 2006 erstmals in Deutschland kommerziell angebaut. Die Gen-Versuche mit Gerste alarmieren die Biobrauer aus der Oberpfalz  nun in besonderem Maße. Gerste ist neben Wasser, Hopfen und Hefe der wichtigste Rohstoff zum Bierbrauen. Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Neumarkter Lammsbräu: „Die Gentechnik gefährdet den ökologischen Landbau. Darüber hinaus sind die Risiken und langfristigen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt nicht untersucht. Und wir wissen aus den bisherigen Einsätzen von gentechnisch veränderten Pflanzen, dass Unkräuter Resistenzen bilden können und dass damit doch wieder mehr Pestizide eingesetzt werden. Schließlich lassen sich genetische Eingriffe nicht kontrollieren, die Folgen für Mensch und Natur sind nicht abschätzbar.“

 

Die Neumarkter Lammsbräu kritisiert darüber hinaus die Politik der Verharmlosung bzw. Vertuschung, die von allen am Freilandversuch Beteiligten betrieben wird. So wird behauptet, genetisch veränderte Gerste „habe keine unerwünschten Auswirkungen auf Menschen und Umwelt“. Allein der in der Geschichte der Evolution einmalige Vorgang, dass sich eine nicht von der Natur, sondern vom Menschen geschaffene neue Lebensform ausbreiten kann, stellt einen erheblichen Eingriff in die Umwelt dar.

 

Wenn darüber hinaus die ureigenste Beschreibung des ökologischen Landbaus – die Nachhaltigkeit – zur Beschreibung der möglichen positiven Auswirkungen der transgenen Gerste verwendet wird („Die Gießener Gerste ist … besonders geeignet, um unter den Bedingungen einer nachhaltigen Bewirtschaftung … hervorragende agronomische Eigenschaften zu entfalten“ – so eine Pressemitteilung der Uni Gießen), dann wird der Verbraucher vollständig für dumm verkauft.

 

Seit über 25 Jahren besteht zwischen rund 100 ökologischen landwirtschaftlichen Betrieben und der Neumarkter Lammsbräu eine enge Partnerschaft. Sie garantiert ökologische Rohstoffe auf höchstem Niveau bei gleichzeitigem Schutz der Umwelt und eine weitestgehende wirtschaftliche Sicherheit für die Bauern. Das ist Nachhaltigkeit. Auch in Zukunft wird es in den Bio-Bieren der Neumarkter Lammsbräu keine gentechnisch veränderten Substanzen geben. Franz Ehrnsperger: „Es besteht nicht die geringste Notwendigkeit für gentechnisch veränderte Gerste. Die Natur liefert uns alles, was wir für ein hervorragendes Bier brauchen.“

 

Die Neumarkter Lammsbräu unterstützt verschiedene regionale und bundesweite Initiativen zur Vermeidung einer Ausdehnung der gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Dabei schließt sich die Lammsbräu auch der Kritik der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft an. Annemarie Volling, sie koordiniert die gentechnikfreien Regionen in Deutschland, kritisiert: „Der Freisetzungsversuch von transgener Gerste trägt weniger die Handschrift der Biosicherheitsforschung, sondern vielmehr der Produktentwicklung. Hiervon werden allein multinationale Saatgut-Konzerne profitieren. Die begrenzten Steuermittel, die hierfür eingesetzt werden, sollten vielmehr praxisrelevanteren Fragestellungen wie der Langzeitbeobachtung bei bereits ausgesätem GV-Mais oder der toxikologischen Wirkung in Futtermitteluntersuchungen dienen.“.

 

www.lammsbraeu.de   www.laengenfelder.de

 

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