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160.000 Arbeitsplätze in der Biobranche

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägte Biobranche verzeichnet seit Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs von Arbeitsplätzen. Mit einem Umsatzwachstum von 15 % wurde 2005 ein Inlandsumsatz von rund vier Milliarden Euro erreicht. Damit sichert die Biobranche nach Schätzungen des PresseForum BioBranche das Einkommen von rund 160.000 Arbeitskräften, die in den Bereichen Erzeugung, Herstellung, Handel und Dienstleistung tätig sind.


22.032 zertifizierte Erzeuger, Hersteller und Verarbeiter von Bio-Lebensmitteln registrierte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Ende 2005. Hinzu kommen die von der Statistik nicht erfassten Non-Food-Hersteller (zum Beispiel Naturkosmetik, ökologische Wasch- und Reinigungsmittel, Naturtextilien), Zulieferer, Dienstleister, Verbände und weitere Unternehmen. Bereits 2003 waren laut Agrarstrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes allein im ökologischen Landbau 50.200 Arbeitskräfte in rund 13.900 Betrieben beschäftigt.


Während die Zahl der Bio-Landwirtschaftsbetriebe gegenüber dem Vorjahr mit 1,7 % nur geringfügig wuchs, legten Hersteller und Verarbeiter um über 13 % zu. „Das ist ein Indiz dafür, dass das Wachstum künftig an deutschen Bio-Landwirten zugunsten ausländischer Anbauer vorbei gehen könnte. Wir fordern, die Umstellung auf ökologischen Landbau auch unter Beschäftigungsaspekten weiterhin aktiv und angemessen zu fördern“, kommentiert Thomas Dosch, Präsident von Bioland e.V.


Die Mehrzahl der deutschen Bio-Hersteller produziert in Deutschland und verzichtet auf kostensenkende Verlagerungen ins Ausland. „Unsere Hersteller übernehmen die soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter und für die Landwirte und Lieferanten in den Regionen“, so Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. Außerdem erfordere die Herstellung qualitativ hochwertiger Bio-Produkte ohne die zahlreichen Hilfsmittel und Zusatzstoffe der Lebensmittelindustrie spezielles Know-how und jahrelange Erfahrung.


Die Biobranche engagiert sich auch stark im Bereich Ausbildung, um Nachwuchs an qualifizierten Mitarbeitern heranzuziehen. So melden zum Beispiel die Mitgliedsunternehmen des Verbands der Bio-Supermärkte für 2005 138 Auszubildende. Laut einer Umfrage des PresseForum BioBranche von 2003 werden rund drei Viertel aller Auszubildenden in Bio-Unternehmen nach Abschluss in eine Festanstellung übernommen. „Die Qualität unserer Produkte hängt wesentlich von der Qualifikation und dem Engagement unserer Mitarbeiter ab“, stellt Ulrich Walter, vom Naturkost-Unternehmen Ulrich Walter GmbH/Lebensbaum fest. Flexible Arbeitszeitgestaltung, Home Office- und Teilzeitarbeitsmodelle ermöglichen es, Familie und Berufstätigkeit unter einen Hut zu bringen. Viele Bio-Firmen bieten ihren Mitarbeitern darüber hinaus vielfältige Angebote, die vom ökologischen Mittagstisch bis zur betrieblichen Weiterbildung reichen.


Insgesamt leistet die boomende Biobranche in Deutschland nicht nur wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung, sondern gehört zu den wenigen Branchen in Deutschland, von der Impulse für den Arbeitsmarkt ausgehen. Eine vom führenden deutschen Bio-Anbauverband Bioland in Auftrag gegebene Untersuchung bei über 450 Bioland-Betrieben belegt, dass Bio-Landbau nicht nur neue, sondern auch qualitativ hochwertige Arbeitsplätze schafft. Ob hofeigene Verarbeitung oder Direktvermarktung: die neue Arbeitsqualität spiegelt die faktische Ausweitung der Produktionszweige und des Tätigkeitsspektrums. Nach der Betriebsumstellung erhöhte sich die Anzahl der festangestellten Arbeitskräfte um 63 %. Bioland-Betriebe kümmern sich insbesondere um den Nachwuchs. Die Zahl der Ausbildungsplätze war nach der Umstellung auf „Bio“ um 145 % höher, die Anzahl der Ausbildungsbetriebe verdoppelte sich – 92 % der Betriebe bilden aus.


Beispiele aus der Praxis:

 

Demeter, der Verband der Bio-Dynamischen Wirtschaftsweise, integriert in zahlreichen Projekten behinderte Menschen in Arbeitsabläufe. Sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Verarbeitung auf dem Hof finden so genannte Betreute sinnvolle Möglichkeiten, sich einzubringen.

 

Der Verband der Bio-Supermärkte hat im Zeitraum von Anfang 2005 bis Anfang 2006 bei seinen Mitgliedsunternehmen einen Zuwachs der Arbeitsplätze um 35 % ermittelt. In den dort organisierten filialisierten Bio-Supermärkten wird der Nachwuchs intensiv gefördert, folgende Ausbildungs- und Weiterbildungswege sind möglich: Einzelhandelskaufmann/frau und Bürokaufmann/frau, in Zusammenarbeit mit einzelnen Akademien und Hochschulen Diplom-Betriebswirt/in (BA), Bachelor of Business Administration und Handelsfachwirt/in.

Die Ulrich Walter GmbH (Marke Lebensbaum) verzeichnet seit Jahren einen steten Zuwachs an Arbeitsplätzen. Zur Zeit sind über 80 Personen bei der Diepholzer Firma beschäftigt. Ab Sommer 2006 bietet der Mittelständler neben zwei Ausbildungsplätzen für Industriekaufleute auch Ausbildungsplätze für Fachkräfte für Lagerlogistik und für Lebensmitteltechnik an. Um die Ausbildung qualifizierten Nachwuchses zu sichern, ist das Diepholzer Unternehmen zudem Mitstifter einer Professur für „Ernährungsökologie“ an der Fachhochschule in Münster.

Die Neumarkter Lammsbräu sichert fast fünf Mal mehr Arbeitsplätze in der
Landwirtschaft als eine konventionelle Brauerei vergleichbarer Größe.

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