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12. Freiland-Tagung: Internationale ExpertInnen tagten in Wien

von Redaktion (Kommentare: 0)


Am 29.9.2005 trafen sich auf Einladung des Freiland Verbandes/Bio Austria an der Veterinärmedizinischen Universität Wien über 200 TeilnehmerInnen aus der Schweiz, Deutschland, Ungarn, den Niederlanden und Österreich zur 12. Freiland-Tagung. Die Hörerschaft setzte sich aus VertreterInnen aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Tiermedizin, Industrie, Verwaltung, Beratung und Praxis zusammen. Unter dem Titel "Chancen und Grenzen einer tiergerechten Nutztierhaltung" wurde über Alternativen zu den gängigen Tierhaltungspraktiken im Milchvieh-, Sauen- und Geflügelbereich diskutiert und Lösungsansätze vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob in einer ökonomieorientierten, modernen Landwirtschaft überhaupt die Möglichkeit einer vorbehaltlos tiergerechten Haltung besteht.

Die jährlich stattfindende Tagung des Freiland-Verbandes, dem Tierhaltungsexperten in der Biologischen Landwirtschaft, wurde 2005 zum ersten Mal gemeinsam mit Bio Austria veranstaltet. Die Freiland-Tagung ist die wichtigste jährlich stattfindende ethologische Fachtagung im deutschsprachigen Raum und fungiert als Bindeglied zwischen Wissenschaft, Beratung und Praxis.

Bio Austria-Obmann Johannes Tomic verwies in seinem Eröffnungsvortrag auf die wichtige Rolle der tiergerechten Nutztierhaltung in der biologischen Landwirtschaft. Mit kritischen Worten an die Adresse der österreichischen Agrarpolitik drückte Tomic seine Sorge aus, dass tiergerechte Maßnahmen in den laufenden Verhandlungen zum neuen ÖPUL-Programm nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Reinhard Geßl, Tierhaltungsexperte von Bio Austria, verwies in seiner Einleitungsrede auf die große Bedeutung der Nutztierhaltung in Österreich, die Vielzahl an Problemen in der Tierhaltung und die Diskrepanz zwischen den offensichtlichen Tierhaltungsmissständen und der geringen Bereitschaft zur Problemlösung.

Im wissenschaftlichen Teil der 12. Freiland-Tagung ging es vor allem darum, Diskrepanzen zwischen oft kommunizierten hohen Tierhaltungsstandards und der gängigen Tierhaltungsrealität aufzuzeigen. Bei genauer Betrachtung zeigen sich deutliche Problembereiche, die einer vorbehaltlosen Bewertung als besonders tiergerecht entgegen stehen. Als Beispiele seien hier nur die Problematik des Federpickens und des Kannibalismus in Freilandbeständen oder die meist unmittelbar nach der Geburt erfolgende Trennung von Kuh und Kalb genannt. Als eine zusätzliche Kernfrage kristallisierte sich das extrem hohe Leistungsniveau, das den Nutztieren abverlangt wird, heraus.

Im Rahmen der Tagung wurden elf Vorträge präsentiert. Es wurden sowohl Problembereiche angesprochen als auch interessante Lösungsansätze vorgestellt.

Alle Beiträge finden sich im 68-seitigen Tagungsband (ISBN-3-9502061-0-8): EUR 11,- zzgl. Versand.

http://www.freiland.org

reinhard.gessl@bio-austria
wilfried.oschischnig@bio-austria.at
(06.10.05)

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