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Umfrage: Ökobarometer 2016 vorgestellt

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat eine neue Ausgabe seiner Verbraucherbefragung „Ökobarometer“ vorgestellt. Inhaltlicher Schwerpunkt des Ökobarometer 2016 ist Biofleisch. Daneben enthält das Barometer auch zahlreiche Fragen, die bereits in der letzten Untersuchung 2013 gestellt wurden.

Häufigkeit der Bio-Einkäufe kaum verändert

An der Häufigkeit der Bio-Einkäufe hat sich im Vergleich zu 2013 wenig geändert. Die Gruppe der ausschließlichen Biokäufer ist leicht angewachsen, ebenso die der Bio-Verweigerer. „Doppelt so viele Frauen wie Männer geben an häufig oder ausschließlich Biolebensmittel (32 zu 16 Prozent) zu kaufen. Außerdem nimmt die Häufigkeit bis zum Alter von 70 Jahren stetig zu“, heißt es in der Studie.

Bei den wichtigsten Einkaufsgründen liegt die artgerechte Tierhaltung wieder knapp vor der Regionalität. Der „faire Handel“ hat als Einkaufsargument um 17 Prozentpunkte an Bedeutung verloren. Dafür legten die Befragten mehr Wert auf gentechnikfreie und wenig behandelte Lebensmittel. Der Zuwachs betrug hier elf bzw. acht Prozentpunkte.

 

 

Supermärkte und Discounter weiterhin vorne

Bei den genutzten Einkaufsorten liegen nach wie vor Supermärkte und Discounter vorne. Im vergleich zu 2013 konnten alle Vertriebsschienen leicht zulegen. Besonders deutlich war der Zuwachs bei Naturkostgeschäften, Reformhäusern und Metzgern. Lediglich drei Prozent der Befragten gaben überhaupt das Internet als Einkaufsort an.

Geweckt wird das Interesse an Bio-Lebensmitteln nach wie vor an erster Stelle durch private Kontakte zu anderen Bio-Kunden. Während Tageszeitungen und Publikumspresse als Informationsquellen an Bedeutung verloren, konnte das Internet ebenso zulegen wie die „Beratung und Werbung durch Bioläden oder direkt vom Erzeuger“ und „Artikel in Fachzeitschriften“.

Besonders ausgeprägt sind privaten Kontakte und Internet als Info-Quellen bei Menschen von 14 bis 29. Sie sind auch besonders empfänglich für Beratung und Werbung im Super- und Drogeriemärkten, während Bioläden verstärkt Menschen ab 50 erreichen.

Die Menschen glauben, dass Biofleisch ist gesünder ist

Bei den Einkaufsgründen für Fleisch und Wurst stand das Tierwohl an erster Stelle, knapp gefolgt von folgendem Argument: „Besser für meine Gesundheit, weniger Antibiotika in Biofleisch enthalten.“ In einer weiteren Frage stimmten 70 Prozent der Aussage zu, dass Biofleisch gesünder sei als herkömmliches Fleisch.

Als bevorzugten Einkaufsort für Biofleisch gaben die Befragten den Metzger an, gefolgt vom Einkauf direkt beim Erzeuger. In der Auswertung heißt es: „Je seltener Biofleisch gekauft wird, desto eher erfolgt der Kauf in Einkaufsstätten ohne Fokus auf Biolebensmittel wie z.B. im Discounter.“ Einen Veggie-Tag pro Woche finden übrigens 80 Prozent der Befragten gut.

 

 

Der eigene Biokonsum wird überschätzt

Die Antworten auf die Frage „Wie häufig erwerben Sie die folgenden Bio-Produkte?“ zeigten einmal mehr, dass solche Befragungen mit Vorsicht zu genießen sind, weil die Menschen ihren Biokonsum überschätzen. Von den 700 Befragten, die zumindest gelegentlich Bio kaufen, gab fast ein Drittel an, „ausschließlich“ zu Bio-Eiern zu greifen. Ein weiteres Drittel behauptete, dies „häufig" zu tun. Im realen Handelsalltag liegt der Bioanteil bei Eiern bei elf Prozent. Auch bei Obst, Gemüse, Brot, Fleisch und Milch lag das angegebene Einkaufsverhalten jeweils weit über den tatsächlichen Marktanteilen.

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