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Kaffee: Die Konzerne machen Kasse

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Drei Kaffeetassen
Mehr als 2 Millionen Tassen Kaffee werden täglich weltweit getrunken. Symbolbild © Shutterstock/kikovic

Mehr als zwei Milliarden Tassen Kaffee werden täglich weltweit getrunken. Das macht einen jährlichen Umsatz von 175 Milliarden Euro. Doch für die Bauern bleibt immer weniger.

Unterernährung und Kinderarbeit bei Kaffeebauern

Auf dieses Ungleichgewicht haben das Forum Fairer Handel, die Gepa und die Siegel-Organisation TransFair hingewiesen und sie in einer Studie mit Zahlen belegt. Demnach sind die Einnahmen in den Produktionsländern zwischen 1994 und 2017 inflationsbereinigt um rund zehn Prozent gesunken. Gleichzeitig stiegen die Produktionskosten. Die Wertschöpfung bei Röstern und Händlern in Deutschland sei dagegen im gleichen Zeitraum um 215 Prozent von 2,28 Milliarden Euro auf 4,9 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen, schreiben die Organisationen.

Die Folgen der sinkenden Einkommen seien Unterernährung unter den Kaffeebauern, Kinderarbeit, zunehmende Migration und Drogenhandel. „Zugleich führen die Ausweitung und Modernisierung des Kaffeeanbaus zur Entwaldung und einer Ausweitung der Nutzung von chemischen Düngemitteln.“ Durch den fortschreitenden Klimawandel würden sich diese Entwicklungen noch potenzieren.

Politik soll Kaffeeröster in die Pflicht nehmen

Anhand von Fallbeispielen zum Kaffeeanbau in Kolumbien, Peru und Äthiopien zeigen die beiden Organisationen, dass der Faire Handel die Lebensbedingungen der Erzeuger verbessert.

Er stärke die Organisationsfähigkeit der Bauern und federe durch einen Mindestpreis die Preisschwankungen am Weltmarkt ab. Zusätzlich würden die Kooperativen von Prämien für Fairen Handel und ökologischen Anbau profitieren. Die Kombination aus Bio-Anbau und Fairem Handel sei besonders wirksam. Doch derzeit liegt der Marktanteil von Fairem Kaffe in Deutschland erst bei 4,8 Prozent.

„Der Faire Handel kann die Ungerechtigkeit des Kaffeemarktes
auch perspektivisch nicht alleine beheben“,
schlussfolgern Forum Fairer Handel und TransFair.

Die Politik müsse die Röster in die Pflicht nehmen. „Aus diesem Grund plädieren wir für eine gesetzliche unternehmerische Sorgfaltspflicht entlang der Lieferketten. Die Unternehmen müssen dafür Verantwortung übernehmen, dass ihre Produkte unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden“, Andrea Fütterer, Vorsitzende des Forum Fairer Handel.

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