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BioWest: Enkeltauglichkeit fürs Fachhandels-Profil

von Karin Heinze (Kommentare: 0)


Aussteller und Veranstalter freuten sich über das große Besucherinteresse. Foto Karin Heinze

Aussteller und Veranstalter freuten sich über das große Besucherinteresse. Foto ©  Karin Heinze

Die 6. BioWest fand am 29. April 2018 in Düsseldorf statt. Neben den traditionellen Unternehmen nutzten viele Start-ups die Plattform im dafür geschaffenen „Machermarktplatz“. Die BioMesse verzeichnete einen Zuwachs von zehn Prozent bei den Ausstellern auf 345 Firmen. Die Halle war damit maximal gebucht. Auch der Besucherstrom blieb nicht aus: Im Laufe des Tages zählten die Veranstalter 2755 Besucher, so viele wie im vergangenen Jahr. Die BioWest war auch geprägt von branchenpolitischen Themen. Für die BioOst ist für 2019 als neuer Messestandort Leipzig in Planung.

Gute Getränke gehen immer - auf dem Machermarktplatz waren einige Neuheiten in diesem Bereich präsent. Foto Karin Heinze

Gute Getränke gehen immer - auf dem Machermarktplatz waren einige Neuheiten in diesem Bereich präsent. Foto © Karin Heinze

„Die Kommunikation hat funktioniert – die Leute haben uns trotz Marathon hier in Düsseldorf gefunden. Die Aussteller sind glücklich“, kommentierte BioMessen-Veranstalter Matthias Deppe die vollen Gänge. Am Morgen nutzten der BNN als Träger der BioMessen sowie die Verbände den politischen Messerundgang, um wichtige Branchenthemen zu adressieren. Bei den Standbesuchen mit Vertretern des nord-rheinwestfälischen Landwirtschaftsministeriums ging es unter anderem um Insektensterben und Pestizide. Bioland-Imker Ralf Heipmann, der für den Verband im Bundesfachausschuss für Biodiversität sitzt, sprach mit Ministeriumsvertreter Wolfgang Neuerburg über die prekäre Lage der Nutzinsekten und insbesondere über das Sterben der für die Landwirtschaft essentiellen Bienen. Deren Gefährdung durch den Einsatz von Pestiziden ist eine vielfach bewiesene Tatsache. Das Verbot von Neonicotinoiden durch die EU sei ein Schritt in die richtige Richtung, doch müssten die Maßnahmen nun schnellstmöglich umgesetzt werden, so Heipmann. 

Wolfgang Neuerburg aus dem NRW-Ministerium (Mitte) zu Besuch am Bioland-Stand. Foto Karin Heinze

Wolfgang Neuerburg aus dem NRW-Ministerium (Mitte) zu Besuch am Bioland-Stand. Foto © Karin Heinze

Profilierungswerkzeug: „enkeltaugliche Landwirtschaft“

Pestizide waren auch Thema der Mittagsrunde „12 Uhr mittags“. Alice Fridum, Morgenland Egesun, Johanna Bär von der Schweisfurth Stiftung und Michael Radau, SuperBioMarkt, informierten über de Initiative „Ackergifte? Nein Danke!“ und deren Auswirkungn. Michael Radau nimmt wahr, dass das Thema bei den Kunden von SuperBioMarkt angekommen ist und ihnen das Thema am Herzen liegt. Aus seiner Sicht dient die Aktion auch als Profilierungsinstrument der "Original-Bio-Einkaufsstätte" Naturkostfachhandel. Alice Fridum wünschte sich während der Diskussionsrunde, dass Verbraucher wieder viel stärker ihre Macht einsetzen und im Bewusstsein „mit dem Konsum die Welt zu steuern“, beim Einkauf ihre Stimme abgeben. Sie betonte zudem: „Wir brauchen einen Systemwechsel – die konventionelle Landwirtschaft darf die Bio-Landwirtschaft nicht länger gefährden.“

Teilnehmer beim Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft. Foto Karin Heinze

Vertreter teilnehmender Unternehmen am Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft: v.l. Michael Radau, Alice Fridum und Johanna Bär. Foto © Karin Heinze

Aufforderung zum Mitmachen: Studie Baumrinde 2018

Das Aktionsbündnis aus Bio-Herstellern und Bio-Händlern will sich mit der Initiative für eine „enkeltaugliche Landwirtschaft“ einsetzen. Johanna Bär erklärte, was es mit der Baumrinden-Studie zur „Aktion Ackergifte? Nein Danke!“ auf sich hat: Experten gehen davon aus, dass Pestizide sich über die Luft verbreiten und quasi ubiquitär sind. Ein Team von Wissenschaftlern wird bundesweit an vielen Standorten Proben aus Baumrinden entnehmen, auf Pestizidbelastungen untersuchen und die Ergebnisse zu einer Studie zusammenführen. Die Kosten werden sich auf einen sechsstelligen Betrag belaufen, schätzt Johanna Bär, die das Projekt bei der Schweisfurth-Stiftung betreut. Sie warb für weitere Unterstützer. Bär sagte auf der BioWest, dass die Ergebnisse Anfang 2019 vorliegen und die Forderung nach einem Verbot sämtlicher synthetischer Ackergifte wissenschaftlich unterstützen sollen. Die Studie Urinale zeigte bereits 2015, dass 99,6 Prozent der Teilnehmer Glyphosat im Urin hatten.

 

 

Heuschrecke startet politische Lindenblütenaktion

Das Thema Pestizide zog sich wie ein roter Faden durch die BioWest. Mit einer provokanten Aktion macht Gewürz- und Tee-Experte Heuschrecke auf die problematische Lage durch Pestizidkontamination für Kräuter aus Wildsammlung aufmerksam. Am Stand hatte Heuschrecke Tüten mit Lindenblüten, die den Glyphosatgehalt ausweisen. Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner sehen die Gefahr, dass in Zukunft vor allem die Wildsammlung von Kräutern in Bio-Qualität kaum mehr möglich ist. „Pestizide gefährden nicht nur die Bienen sondern die gesamte Bio-Landwirtschaft“, sagte Gasper.

Heuschrecke startet eine politische Lindenblütenaktion. Foto Karin Heinze

Heuschrecke startet eine politische Lindenblütenaktion. Foto © Karin Heinze

Neuer Messestandort für die BioOst

„Wir haben überlegt wie wir die BioOst wieder zum Glänzen bringen und den Bedürfnissen unserer Aussteller stärker gerecht werden können“, erklärte BioMessen-Veranstalter Matthias Deppe, im Gespräch mit bio-markt.info. Der Messestandort Berlin sei aus diversen Gründen nicht mehr so attraktiv. Das BioMessen-Team habe sich Gedanken über einen neuen BioOst-Standort gemacht und in vielen Gesprächen mit Ausstellern habe sich Leipzig als geeigneter Platz ergeben, sodass man nun in die Umsetzungsphase eintrete. „Uns ist es wichtig, solche Fragen mit unseren Ausstellern gemeinsam zu entscheiden“, betonte Deppe.

Matthias Deppe erklärt die Beweggründe für die Verlegung der BioOst nach Leipzig. Foto Karin Heinze

Matthias Deppe erklärt die Beweggründe für die Verlegung der BioOst nach Leipzig. Foto © Karin Heinze

Tipp: Bewerben für „Mehr Bio für morgen“

Bis zum 31.Mai 2018 können sich Unternehmen, Initiativen, Vereine, Institutionen, Einzelpersonen oder Projekte, die sich aktiv für die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus einsetzen für den Förderpreis „Mehr Bio für morgen“ bei den BioMessen bewerben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

 

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