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Amtliche Statistik: Jeder neunte Bauer ist Bio

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Traktor auf Feld
Die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland ist 2017 wieder gewachsen. © Ökolandbau.de

In Deutschland ist die Zahl der Bio-Bauern das dritte Jahr in Folge gewachsen. Das meldet das Bundeslandwirtschaftsministerium. Ein genauerer Blick auf die Zahlen verrät: Es sind vor allem größere Betriebe, die auf Bio umgestellt haben.

Kurz gefasst:

  • Die Zahl der Bio-Bauern in Deutschland ist um 8,3 Prozent gestiegen.
  • Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche wuchs um 9,7 Prozent.
  • Spitzenreiter unter den Bundesländern sind Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein
  • Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sprach dem Öko-Landbau einen festen Platz in der Agrarpolitik zu.
  • Der BÖLW fordert die Politik auf "Nutzen Sie das Öko-Potenzial".

Im Jahr 2017 ist die Zahl der Bio-Bauern in Deutschland um 8,3 Prozent auf jetzt 29.397 gestiegen. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche wuchs um 9,7 Prozent auf 1.373.157 Hektar. Damit haben die Umstellungszahlen das dritte Jahr in Folge deutlich zugelegt. Gründe dafür sind die höheren und stabilen Preise für Bio-Erzeugnisse etwa bei Milch oder Schweinen sowie die im Herbst 2014 deutlich gestiegenen Öko-Prämien.

Zuwächse gab es auch bei der Zahl der Importeure und der reinen Handelsunternehmen. Von denen sind übrigens 2943 zertifiziert, darunter einige Biofachhändler. Die Zahl der verarbeitenden Betriebe stieg nur leicht um 2,9 Prozent auf 11.035. Insgesamt gab es in Deutschland Ende 2017 43.963 bio-zertifizierte Betriebe. Der Anteil der Bio-Höfe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe lag Ende 2017 bei elf Prozent, der an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche bei 8,2 Prozent. Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichten Zahlen basieren auf den Jahresmeldungen der Bundesländer, bei denen die Öko-Kontrollstellen ihre jährlichen Berichte abliefern.

Größtes Wachstum von Bio in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg

Mit 13,8 Prozent mehr Bio-Landwirten ist Sachsen-Anhalt der Spitzenreiter unter den Bundesländern, dicht gefolgt von Baden-Württemberg mit 13,5 und Sachsen mit 12,3 Prozent. Nidersachsen und Schleswig-Holstein liegen knapp über dem Schnitt, die anderen Bundesländer darunter. Schlusslichter beim Betriebszuwachs waren Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Beim Flächenzuwachs liegen Sachen-Anhalt und Sachsen mit jeweils fast 20 Prozent vorne. Auch Niedersachsen mit 14,6, Schleswig-Holstein mit 12,5 und Bayern mit 10.1 Prozent wachsen bei der Bio-Fläche zweistellig. In allen vier Ländern (und einigen andern) wächst die Fläche stärker als die Zahl der Betriebe. Das weist darauf hin, dass vor allem größere Höfe umstellen, deren Flächenausstattung deutlich über dem Schnitt der dortigen Bio-Betriebe liegt. Damit korrespondiert eine weitere Zahl: Die Menge der Bio-Landwirte, die auch als Verarbeiter zertifiziert sind (die so genannten AB-Betriebe), wächst mit vier Prozent deutlich langsamer als die aller Umsteller. Die meisten AB-Betriebe sind kleinere Höfe, die ihre Produkte als Direktvermarkter absetzen. Die Mehrheit der Umsteller dürften also 2017 auf die Erzeugung spezialisierte größere Betriebe gewesen sein. Überdurchschnittlich viele bäuerliche Verarbeiter gibt es in Rheinland-Pfalz (36 Prozent) und Schleswig-Holstein (22 Prozent).

„Mir ist wichtig, dass der Ökolandbau und die konventionelle
Landwirtschaft nicht gegeneinander ausgespielt werden.“
– Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

BÖLW: Politik soll Weichen auf Bio stellen

„Der ökologische Landbau ist neben der konventionellen Landwirtschaft eine wichtige Säule der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft. Er hat seinen festen Platz in der Agrarpolitik“, kommentierte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die aktuellen Ökolandbau-Zahlen und fügte hinzu: „Mir ist wichtig, dass der Ökolandbau und die konventionelle Landwirtschaft nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

„Immer mehr Bauern ergreifen die Bio-Chance“, freute sich der Bio-Dachverband BÖLW und forderte die Politiker in Bund und Ländern auf: „Nutzen Sie das Öko-Potenzial für den dringenden Umbau von Landwirtschaft und Ernährung in Deutschland!Die Bundeslandwirtschaftministerin solle alle Stellschrauben auf das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel von 20 Prozent Ökolandbau bis 2030 ausrichten und die Zukunftsstrategie Ökolandbau kraftvoll umsetzen. Julia Klöckner sagte dazu: „Es liegt an den politischen Rahmenbedingungen, ob wir Hürden senken und Bauern Mut machen, den Weg des Biolandbaus zu gehen. Denn die Zahlen belegen: Die Verbraucher fragen immer mehr nach Produkten aus ökologischem Anbau.“


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