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Zahlensalat oder wie groß ist der Naturkostmarkt?

von Redaktion (Kommentare: 0)



Mit einer Verfügung des Veterinäramts fing alles an: Der Verkauf von Rohmilch an Wohngemeinschaften in Kassel sollte verboten werden. Das war 1980. Kai Kreuzer studierte damals an der Gesamthochschule Kassel das Fach Landschaftsplanung, wobei der integrierte Studiengang auch einen Blick in den Bereich Landwirtschaft zuließ. Der Student wollte der Sache auf den Grund gehen und schrieb 1981 eine Studienarbeit zum Thema Milchdirektvermarktung. Seither sind 33 Jahre vergangen, drei Bücher und unzählige Artikel zum Thema Bio-Vermarktung von dem heute knapp 59-Jährigen geschrieben worden. Mitte Januar 2015 gibt Kai Kreuzer das Online-Magazin Bio-Markt.Info ab. Ein Rückblick.

„Das Verbot der Rohmilch-Vermarktung war für mich der Auslöser“, so Kai Kreuzer. In der Studienarbeit, die sich als unerwarteter Verkaufserfolg mit einer Auflage von 2000 Exemplaren herausstellte, informierte er darüber, was die genauen gesetzlichen Anforderungen an den Rohmilchabsatz ab Hof waren. Die in Eigenregie gedruckte Diplomarbeit mit dem Titel „Rechtsfragen und Praxis der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte" konnte 3000 Mal an Interessierte abgesetzt werden. Während des Studiums hatte Kreuzer zusammen mit anderen Studenten eine der ersten Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften – die Müli (Mühlviertel-Linz) – nach Kassel eingeladen. Die Idee verfing und 1983 wurde auch in Kassel eine Erzeuger-Gemeinschaft mit dem Namen Schmanddibben (nordhessisches für Saure Sahnetopf) gegründet.
 

Im Anschluss ging’s ans Selbererzeugen: Ein Acker mit 2500 m² wurde gepachtet und auf bestem Lößlehmboden Gemüse angebaut für den Verkauf vor dem politischen ABC-Buchladen in Kassel im Sommer 1983. Natürlich gab es an dem Stand zwei Mal je Woche auch Gemüse von anderen Kleinerzeugern, Brot und Käse. Mit viel Elan wurde eine Gemeinschaft von Umstellungsbetrieben im Umland von Kassel und Städtern aufgebaut, ein erster Laden und dann ein Weiterer gegründet. 1987 stieg Kai Kreuzer aus, zog in die Mitte Hessens (Vogelsberg) und schrieb ein zweites Buch: „Die Vermarktung selbst in die Hand nehmen!“

 

Die Planung an der Umgestaltung des ehemaligen Schlachthofs in Alsfeld zu einem Bio-Schlachthof beschäftigte ihn Anfang der Neunziger Jahre weitere zwei Jahre, bevor er den Blattgrün-Buchversand mit rund 270 Titeln der aktuellen Bio-Literatur aufbaute. Über zehn Jahre wurden regelmäßig kleine Kataloge mit Kurzbeschreibungen der Bücher sowie Titelbild-Abbildungen gedruckt und mit Auflagen bis zu 35.000 Stück über Zeitschriftenbeilagen verteilt. 1996 erschien dann das dritte Buch mit dem Titel „Bio-Vermarktung“ mit einer Auflage von 5000 Stück. Hierin wurden die verschiedenen Vermarktungswege vom Hof-Absatz über die Außer-Haus-Verpflegung bis zum Naturkostfachhandel beschrieben. Lange Zeit war dies das Standardwerk zum Thema, so dass die Auflage komplett verkauft werden konnte. Aber das Schreiben von Büchern mit der entsprechenden Vorarbeit war ein zeitaufwendiges Unterfangen, ein schnelleres Medium war gefragt.

Kreuzer entschloss sich für Fachverlage als Journalist zu arbeiten, vor Ort in ganz Deutschland zu recherchieren und Artikel zu verfassen - zuerst für das zweimonatlich erscheinende Heft Biofach-Magazin, später beim Bioverlag für das Heft Biohandel. Ab 2002 war auch für die Bio-Branche das digitale Zeitalter angebrochen. Die Biofach, kurz zuvor durch die NürnbergMesse von den Gründern Hubert Rottner und Hagen Sunder übernommen, wollte sich mit Bio-Informationen profilieren. So fragten sie den Branchenkenner Kai Kreuzer, der gerne zusagte. Regelmäßig wurden fortan alle zwei Wochen ein Newsletter mit rund zehn Meldungen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Spanisch herausgegeben. Bereits 2002 war auch die Planung für die Gründung eines unabhängigen Internet-Magazins im Gange.

(Bilder: Screenshot der drei Portale)

 
 



Im März 2003 war es dann soweit: Bio-Supermärkte.de konnte an den Start und online gehen. Mit von der Partie waren die Journalistin Karin Heinze sowie die Mitarbeiterin Corinna Offeney. Schnell wurde jedoch klar, dass die Idee sich hauptsächlich auf Bio-Supermärkte zu fokussieren, das Themenspektrum zu sehr einschränkte. Daher wurde der Onlinedienst nach einem Jahr umbenannt in Bio-Markt.Info und später ergänzt mit der englischen Version Organic-Market.Info sowie der französischen Ausgabe Bio-Marché.Info.
 

 

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