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One World Award in Gold geht nach Südkorea und Indien

von Redaktion (Kommentare: 0)



Zum vierten Mal wurde der von Rapunzel Naturkost gestiftete One World Award am 19. September 2014, am Rapunzel-Firmensitz in Legau verliehen. Der mit insgesamt 35.000 Euro dotierte Preis geht an Persönlichkeiten, Projekte und innovative Ideen, die durch ihr ökologisches, ökonomisches und soziales Engagement eine bessere und gerechtere Welt fördern. Erstmalig ging der OWA in Gold an zwei Projekte. Prof. Dr. Klaus Töpfer nahm den OWA- Ehrenpreis VIP-Award entgegen, der amerikanische Bio-Pionier Fred Kirschenmann den Lifetime Achievement Award. Das ganze Wochenende wurde außerdem das One World Festival und das 40. Firmenjubiläum gefeiert.


Bild: Die One World Award Familiy 2014: Die Ausgezeichneten, Paten, Jury und der Gastgeber   Rapunzel-Gründer Joseph Wilhelm (Bild) hat den One World Award 2008 ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre verliehen wird. Das Preisgeld für den OWA in Höhe von 35.000 Euro stiftet Rapunzel Naturkost. Rund 900 Gäste aus aller Welt wurden am Freitagabend,  19.September, von Gastgeber Joseph Wilhelm im Festzelt zur Verleihung der "Mut-Macher-Preise" begrüßt: „Die Globalisierung betrifft uns alle. Sie lässt sich nicht ungeschehen machen, und sie hat auch sehr viel Positives mit sich gebracht. Aber eine Globalisierung, die nur der Profitmaximierung dient, ist immer lebensfeindlich. Es geht darum, ihr eine Ausrichtung zu geben, die allen Menschen und Völkern auf dieser Erde nützt.“ In diesem Sinne sei auch der OWA zu verstehen.

Beim diesjährigen One World Award gab es nur Gewinner. Entgegen der bisherigen Handhabung erhielten vier Projekte den "Silber"-Award in Form einer OWA-Medaille und ein Preisgeld von jeweils 2500 Euro. Den erstmals zwei Goldgewinnern wurde eine kleine OWA-Statue und ein Scheck im Wert von 12.500 Euro überreicht. Als erstes erhielt Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer den OWA-VIP Award (One World Award for Very Impacting People). „Mit Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer ehrt die weltweite Bio-Bewegung einen Mann, der schon früh „Farbe“ bekannt hat und dessen Unterstützung für die politische und internationale Anerkennung der biologischen Landbaubewegung von großer Bedeutung war und weiterhin ist“, so das Urteil der Jury. (Bild: Die von der Heidelberger Künstlerin Dao Droste geschaffene OWA-Statue in groß)

Die Verbundenheit Töpfers mit der Bewegung des biologischen Landbaus geht auf seine Zeit als Bundesumweltminister in den 80er Jahren zurück, als die „Bios“ noch von einem Bundeslandwirtschaftsminister als „Piepmatz-Ideologen“ und vom Präsidenten des Bauernverbandes als „grüne Spinner“ diffamiert wurden. Bereits vor 22 Jahren stellte er als Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) fest: „Der Weltgipfel in Rio hat deutlich gemacht, dass wir unsere Ressourcen in allen Bereichen äußerst sorgfältig verwenden müssen. Ein weltweites Imitieren der inzwischen so hoch intensivierten landwirtschaftlichen Produktionsmethoden wird nicht zu einer Verminderung des Hungers führen, sondern Ressourcen verschwenden.“ Diese Einschätzung ist heute (leider) aktueller denn je. (Bild links: Prof.Töpfer, Mitte, umrahmt von IFOAM-Geschäftsführer Markus Arbenz, Joseph Wilhelm, Jury-Mitglied Bernward Geier und Laudator Theo Waigel, Bundesfinanzminister a.D.; Bild rechts: Pionier aus den USA Fred Kirschenmann erhielt den OWA Lifetime Achievement Award aus den Händen von Percy und Louise Schmeiser)

(Bilder: Starköchin Sarah Wiener und OWA-Koordinator Bernward Geier stellten die Preisträger des OWA Silber vor: Pionier und Aktivist Ibrahima Seck aus dem Senegal, Zlatko Pejic von Biovega aus Kroatien, Wissenschaftlerin und Aktivistin Prof. Rita Schwentesius aus Deutschland/Mexiko sowie Demeter-Winzerfamilie Frey aus den USA)













Der Abend erreichte seinen Höhepunkt, als Jury-Mitglied und Träger des Alternativen Nobelpreises Nnimmo Bassey und Renate Künast, Bündnis 90/Die Grünen, die beiden Gewinner des One World Award in Gold verkündeten. Die Hansalim Federation aus Südkorea und das Timbaktu-Kollektiv aus Indien. Eine überraschende, aber auch konsequente Entscheidung der Jury, die sich nicht entscheiden konnte und wollte. Beide Gewinner sind auf ihre Art „Leuchtturm- Projekte“ und Vorbilder für ein neues Wirtschaftsparadigma, so das Urteil der Juroren.
(Bild: Das Ehepaar Frey aus Kalifornien nimmt den OWA-Silber entgegen)

Die Jury setzte auch mit der Entscheidung, ein Kollektiv und eine Vereinigung auszuzeichnen, ein wichtiges Zeichen: Wenn wir die Welt verbessern möchten, kommt es auf das WIR an. „Unsere Gewinner beweisen auf ihre ganz eigene Art, wie wichtig es ist, nicht nach Profit, sondern nach Gemeinwohl zu streben, um die Veränderung einer Gesellschaft bewirken zu können.“ (Bild: Die Gold-Gewinner des One World Award)

Hansalim ist weltweit die größte Organisation solidarischer Landwirtschaft. Die Vereinigung produziert mit 2.000 Höfen gesunde Lebensmittel für 1,6 Millionen Menschen, die durch 21 Verteilerkooperativen, 180 Bioläden
und ein weitentwickeltes Liefersystem erreicht werden. Zugleich engagiert sich Hansalim für eine AKW- und gentechnikfreie Welt. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury davon, dass Hansalim nicht nur seine radikalen Wurzeln im besten Sinne des Wortes pflegt und kultiviert, sondern es schafft, seine fundamentalen Werte auch als großer Verband zu bewahren. Dabei wandert kein Profit in private Taschen. Diese Tatsache beweist, dass selbst innerhalb kapitalistischer Systeme eine Ökonomie für das Gemeinwohl möglich ist.
(Bild: Hansalim kam mit einer großen Gruppe nach Legau)

Das Timbaktu-Kollektiv entstand aus dem politischen Engagement und den Visionen der beiden Gründer Bablu Ganguly und Mary Vattamattam. Ihr Ziel war und ist es, der indischen Landbevölkerung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, in dem beide Geschlechter gleichberechtigt miteinander leben. Dieser Idee haben sich bis heute 200.000 Mitglieder angeschlossen. Sie engagieren sich in vielfältigen Bereichen wie Armutsbekämpfung und Frauenrechte, Bildung oder dem ökologischen Landbau. Die Jury gratulierte besonders zu den Fortschritten im Bereich Frauenrechte und -emanzipation. Mary Vattamattam und Bablu Ganguly setzen ihre Visionen auf bewundernswerte Weise um und zeigen, was Menschen erreichen können, wenn „Worte zu Taten“ werden. (Bild v.l.: Nnimmo Bassey, Joseph Wilhelm, Bablu Ganguly, Mary Vattamattam und Markus Arbenz)

Mit der diesjährigen Verleihung des OWA bekam die „OWA-Family“ signifikanten Zuwachs. Inzwischen sind es bereits 19 Finalisten und neun OWA-Preisträger, die sich in Zukunft strukturiert vernetzen werden, um sich gegenseitig auszutauschen und zu fördern. Aber auch, um die Ziele des One World Award und ihr eigenes Engagement noch intensiver gemeinsam in die Welt zu tragen.
(Bilder: Joseph Wilhelm bedankte sich bei Weggefährten und seinen Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre Unterstützung sowie bei den Rapunzel Partnern aus aller Welt und den Einzelhandelspartnern. Parallel zum Festival fand das Partnerladentreffen statt)












Weitere Information zum OWA  hier

Im Jahr des 40. Unternehmensjubiläums stand das ganze Wochenende im Zeichen des One World Festivals mit einem umfangreichen Programm und vielen Attraktionen.
(Bilder: Der neue Rapunzelturm konnte bestiegen werden, Joseph Wilhelm schnitt die vegane Geburtstagstorte an, im orientalischen Zelt konnte man Datteln probieren, Kochshows, Turmklettern für Kinder und Vorträge - für jeden war etwas dabei)

























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