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Brasilien: Binnenmarkt und Export wachsen dynamisch

von Redaktion (Kommentare: 0)



Der brasilianische Bio-Markt entwickelt sich gut. Das wurde auf der zweiten Ausgabe der Doppelmessse Bio Brazil Fair/ BioFach America Latina und Natural Tech in São Paulo ebenso deutlich wie beim Besuch diverser Geschäfte. Die Pionierfirmen im Bio-Sektor haben ihr Angebot deutlich ausgebaut, junge Firmen warten mit frischen Ideen auf und Kooperativen bringen die große Vielfalt des Landes auf den Markt. Die Verfügbarkeit von Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik ist enorm gestiegen, und interessante Vermarktungsmodelle tragen dazu bei, dass immer mehr Bio- und Naturprodukte in den Einkaufskörben der Verbraucher landen. Den Prognosen zufolge wird der Bio-Umsatz 2014 um 35 % auf 2 Mrd. BRL (ca. 900 Mio. US$) steigen. In unserem Länderspecial berichten wir in mehreren Artikeln über den brasilianischen Bio-Markt.

Bild: Die Akteure der brasilianischen Bio-Branche sind zuversichtlich, dass der Markt weiterhin schnell wächst. Karin Heinze war 10 Tage in Brasilien unterwegs und hat Erzeuger, Vermarktungsmodelle und die Messe besuchtÜber hohe zweistellige Wachstumsraten - zwischen 15 % und über 20 % - kann sich der brasilianische Bio-Markt schon seit etlichen Jahren freuen. Nach Zahlen des brasilianischen Instituts für Entwicklungsförderung IPD und Organics Brazil lag der Umsatz 2012 bei umgerechnet etwa 760 Mio. US$. Nach sehr guten 22 % Plus im vergangenen Jahr, erwarten Marktexperten dieses Jahr ein Rekordwachstum von 35 %, was den Umsatz auf umgerechnet über 900 Mio. US$ (2 Mrd. BRL) steigen lassen wird. (Bild: MN Propolis ist stark auf Export ausgerichtet und beginnt jetzt damit, die Vermarktung auf dem Binnenmarkt auszubauen) 

In den Export gingen bislang 50 % - 60 % der zertifizierten Bio-Ware, überwiegend Basisprodukte wie Zucker, Kaffee, Soja, Reis, Fruchtsäfte, vor allem als Bulkware. Die brasilianischen Hersteller bringen jedoch mittlerweile verstärkt Fertigprodukte auf den Markt, die auch in anderen Ländern gefragt sind. Bei der Erschließung von Exportmärkten in aller Welt unterstützt sie IPD/ Organics Brazil und Apex Brazil. (Bild: Alberto Carlos Bicca von der Exportförderungsagentur Apex-Brazil informierte sich bei Ausstellern auf der Bio Brazil Fair/ BioFach America Latina)

Organics Brazil und IPD arbeiten eng mit der brasilianischen Handels-und Investitionsförderungsagentur Apex Brazil (Brazilian Trade and Investment Promotion Agency) zusammen. In den vergangenen zehn Jahren ist so ein starkes Netzwerk im brasilianischen Bio-Sektor entstanden. Die Erfolgsgeschichte von IPD/Organics Brazil begann 2005 mit 12 Firmen und einem Umsatz von 9,5 Mio. US$M; 2012 erzielten im Rahmen des Projekts 74 Firmen ihr vorläufiges Spitzenergebnis mit einem Exportumsatz von 129,5 Mio. US$. Mittlerweile handelt es sich beim Export immer mehr um verarbeitete Produkte, neben Lebensmitteln auch um Naturkosmetik und Naturtextilien.
(Bild: Ikove-Manager Fabio Magnani freut sich, dass die brasilianische Naturkosmetik auch im Ausland gut ankommt)

Projektleiter und Koordinator von Organics Brazil und IPD, Ming Liu, will mit seinem Team bis 2016 die Zahl der Firmen auf 100 erhöhen und den Umsatz auf 150 Mio. US$ steigern. „Die Bio-Unternehmen entwickeln mehr und mehr interessante und hochwertige Produkte, die auf den prosperierenden Märkten in den USA und in Europa gefragt sind. Wir helfen, die passenden Absatzkanäle zu finden“, erklärt Liu. Die über zehnjährige Erfahrung, gute Marktkenntnis, unzählige Kontakte, ein starkes Netzwerk und ein engagiertes Team machen den Erfolg von IPD/ Organics Brazil aus. Der Import von Bio-Waren aus den USA und aus Europa nach Brasilien erreicht einen Wert von rund 25 Mio. Euro. (Bild: Der Stand von Organics Brazil war Treffpunkt und Anlaufstelle für Firmen, die Beratung suchen)

Noch ist der Export das wichtige Standbein der Bio-Branche in Brasilien, doch die Nachfrage im Inland steigt dynamisch. Dies belegen die Zahlen der großen Handelsketten. Zweidrittel des Bio-Umsatzes macht der konventionelle Einzelhandel. Pão de Açúcar (Casino Group) ist mit knapp 1500 Geschäften und einem Unternehmensumsatz von ca.19 Mrd. US$ (2012) die Nummer 1 im Lebensmitteleinzelhandel in Brasilien und mit seinem umfangreichen Bio-Sortiment von ca. 850 Produkten (Eigenmarke Taeq u. Markenprodukte) gleichzeitig führend in der Bio-Vermarktung. Die Zuwachsrate beim Bio-Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 40 %, aktuell beziffert ihn die Bereichsverantwortliche Sandra Caires (Bild) auf über 75 Mio. US$. Im Rahmen der Bio Brazil Fair/ BioFach America Latina präsentierte sich das Unternehmen in Form eines Geschäftes. (Bild links: Verkostungen und Gespräche am Stand des umsatzstärksten brasilianischen Bio-Einzelhändlers Pão de Açúcar)

Die 90 Aussteller des Bio-Bereichs zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Messeverlauf. Rund 15.000 Besucher kamen an den vier Tagen in die Ausstellungshalle im Ibirapuera-Park. Am letzten Tag waren sowohl die Bio Brazil Fair und BioFach America Latina als auch die Natural Tech (dietätische, vegetarische Ernährung, Nahrungsergänzung, Naturwaren) für Endverbraucher geöffnet. Die Messe war ein Heimspiel: Internationale Aussteller und Messebesucher aus dem Ausland fehlten fast gänzlich. Doch der brasilianische Markt ist groß, und die Nachfrage steigt – es gibt also genug auf dem Binnenmarkt zu tun. Die Aussteller nutzten die Gelegenheit, ihre Neuheiten vorzustellen. Beispielsweise präsentierten die Traditionsunternehmen Native und Korin ihre umfangreiche Bio-Range, die heute weit über die Hauptprodukte Zucker (Native) und Geflügel, Eier (Korin) hinausgeht. Native ist das größte Unternehmen im Bio-Bereich in Brasilien.

(Bilder v.l.: Native, Korin und Blessing gehören zu den wichtigen Bio-Herstellern Brasiliens)










La Finestra sul Cielo Brasilien
, eine Tochter des italienisch-spanischen Großhändlers und fusioniert mit der brasilianischen Firma Quinua Real, stellte Pasta und Drinks aus Reis und Quinoa vor. Emporium Vida bot neben einer breiten Auswahl an frischem Brot und Backwaren ganz neu auch TK-Ware. Fazenda Solarius hat die Auswahl an mediterranen Pestos, Antipasti und Konserven ausgeweitet, und Miolo Real stellte auf dem Organics Brazil Stand vier verschiedene Sorten Palmherzen im Glas vor. Die Firma Blessing hat ein großes Sortiment an exotischen Fruchtaufstrichen, Tomatenprodukten und getrocknete Blaubeeren aus brasilianischem Anbau. Generell gehen die Sortimentstrends ähnlich wie auf dem europäischen Markt zu Convenience-Produkten, Fertiggerichten, vegetarischen und gluten- wie laktosefreien Produkten.

(Bilder v.l.: Yuri Bringel de Oliveira, Emporium Vida; Jordi Vila, La Finestra sul Cielo Brasil und Gustavo Domingues, Gründer der Fazenda Solarius)


Sehr präsent auf der Messe war Naturkosmetik: Die beiden brasilianischen Firmen Surya und Ikove waren mit großen Ständen vor Ort. Am Stand des brasilianischen Ablegers der deutschen Naturkosmetikmarke Alva herrschte reges Treiben: Die sehr engagierte junge „Diretora“ Ananda Boschilia e Santos führte viele intensive Gespräche, und an drei Tischen wurde geschminkt. Laut Ananda erfreut sich die deutsche Marke großer Nachfrage in Brasilien. Gut angenommen wird das Konzept Cativa Natureza: Viele Interessierte informierten sich am Messestand. Das Unternehmen ist bereits mit zwölf Geschäften in verschiedenen Städten vertreten. Auch Sebastian Schlossarek und sein Geschäftspartner haben die Marke Herbia gut in Brasilien etabliert. Die Naturkosmetik-Range und ätherische Öle werden in ausgewählten Geschäften und über den eigenen Online-Shop vertrieben, gleichzeitig fungiert die Firma als Importeur und Vertreiber der britischen Marke Natracare sowie der deutschen Bio-Windel Wiona.

(Bilder v.l.: Stand von Cativa Natureza, Sebastian Schlossarek, Herbia und Ananda Boschilia, Alva Brasil)
  

Einen besonderen Status nehmen in Brasilien kleine Familienbetriebe und Kleinbauern-Kooperativen ein. Sie werden staatlich unterstützt: EIne Reihe von Kooperativen stellten an einem Gemeinschaftsstand des MDA (Ministerium für ländliche Entwicklung) aus, 18 Familienbetriebe waren am Pavillon der SEBRAE zusammengefasst. SEBRAE ist eine Non-Profit-Organisation, die in allen brasilianischen Bundesstaaten speziell auf Kleinbetriebe zugeschnittene Aus- und Weiterbildungskurse anbietet, Kredite vergibt und Messeauftritte organisiert und finanziert. Einige der Kleinbetriebe sind bereits erfolgreich im Export tätig wie z.B. die Firma Ecocitrus , die Zitrusöle nach Frankreich liefert sowie Orangen- und Mandarinensaft an Voelkel in Deutschland (Bildleiste unten). Andere kleine Betriebe bereiten sich mit Hilfe des MDA, von SEBRAE und von IBD/Organics Brazil auf den Export vor. (Bild: Die Demeter-Farm Terra Nova will bald in das Export-Geschäft einsteigen)

(Bilder v.l.: Mate und Chia, Kaffee, Marmeladen, Fruchtsäfte und Guaraná sind typische Produkte von Kooperativen und Familienbetrieben, die an einem Gemeinschaftsstand ausstellten. Zum Teil haben sie schon Exporterfahrung, einige suchen neue Absatzmärkte)


Auf dem Internationalen Forum für ökologische und nachhaltige Landwirtschaft sprachen u.a. IFOAM-Präsident André Leu und Denise Godinho, IFOAM, Matthew Holmes von der kanadischen Bio-Handelsorganisation COTA, Julie Tyrell, Natrue und Toshifumi Ayukawa, Repräsentant der NürnbergMesse in Japan.

(Bild: Andre Leu und Denise Godinho von IFOAM International)

Mehr Informationen Organics Brazil
Bio Brazil Fair/ BioFach America Latina



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