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Bio-Blumenzwiebeln begeistern Blumenliebhaber

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Vermarktung von Schnittblumen und Blumenzwiebeln aus biologischem Anbau wächst langsam, aber kontinuierlich. Inzwischen sind es rund 150 Stauden- und Zierpflanzengärtner in Deutschland, die häufig schon seit Jahren die Vermarktung über Naturkostläden, Bio-Supermärkte und auf Wochenmärkten betreiben. Wir porträtieren in diesem Artikel den Blumenzwiebel-Erzeuger Peter Timmerman nördlich von Amsterdam, der pro Jahr eine halbe Million Blumenzwiebeln verkauft.
Bild: Annelies Timmerman mit ihrem Mann PeterBegeistert steht das Mädchen im Blumenfeld und genießt den Duft der Blumen. Kurz darauf sieht sie Annelies Timmerman (42), die notwendige Arbeiten im Tulpenfeld vornimmt und läuft auf sie zu, um sie zu begrüßen. Frau Timmerman erklärt die verschiedenen Sorten und ihre Eigenarten: Neben Tulpen werden Narzissen, Hyazinthen, Krokus, Schneeglöckchen, Muskari (Traubenhyazinthen), Iris und Märzenbecher angeboten, die entweder direkt bei Timmermans oder auf Nachbarbetrieben angebaut werden. Alle Blumenzwiebeln bzw. die Betriebe sind zertifiziert von Skal und tragen das niederländische EKO-Zeichen.

Es ist Mitte April, und die Tulpenblüte in der Provinz Holland ist in vollem Gang. Die Besucher staunen über riesige Felder (Bild) von Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Muskari, die sich vor allem nördlich und südwestlich von Amsterdam befinden. Ein Farbenmeer, das die Sinne berauscht. Die Farbenpracht und der blaue Himmel reichen, soweit das Auge blickt. Gut 1000 Besucher kommen pro Jahr zur Familie Timmerman auf den Hof. Einmal war es sogar Königin Beatrix, die innovative, landwirtschaftliche Betriebe besichtigte.

„2000 habe ich den elterlichen Betrieb übernommen, der schon in der fünften Generation existiert“, berichtet Peter Timmerman. Das Wohnhaus wurde 1740 erbaut, und seit 1893 lebt Familie Timmerman dort. „Allerdings hatten wir mit Milchkühen keine Chancen auf Wachstum, so sattelten wir auf Blumenzwiebeln um“, erzählt der 47-Jährige. Im Jahr 2001 wurde dann umgestellt auf Bio-Anbau. Als zweites Standbein bauten die Timmermans eine Haltung mit inzwischen 130 Rothirschen (Bild) für die Fleisch- und die Geweihvermarktung auf. Fünf Ziegen werden für das Abgrasen und Freihalten der Wassergräben, die es zwecks Entwässerung überall gibt, gehalten.

Der Betrieb umfasst 24 ha Land, auf dem rotierend 3 ha mit Blumenzwiebeln angebaut werden. Die siebengliedrige Fruchtfolge mit Rotkohl, Blumenkohl, Gras, Getreide und Klee sorgt für gesunde Böden und Pflanzen. „Wir bauen die Tulpen nach vier Jahren Kleegras-Anbau an, danach kommen noch Blumenkohl und Rotkohl“, erläutert Timmerman, der rund ein Drittel seines Umsatzes mit den hochwertigen Zwiebeln erzielt.

Der Aufwand für Anbau und Vermarktung sind erheblich: Jede Pflanze wird in der Saison sechs bis sieben Mal angesehen. Sie darf keinen Befall von Tabakmosaikvirus, Tulpenmosaikvirus oder von Botrytis aufweisen. Alle Pflanzen, die nicht ganz sortentypisch sind oder von einem Virus befallen sind, werden ausgerissen und entfernt. Der Bestand muss vollständig sortenrein sein, was man am besten bei der Blüte sieht. Ganze Streifen in gelb, rot, violett oder rosa stehen nebeneinander. Mit dem scharfen Blick des Tulpenzüchters wird in langsamem Schritt durch die Pflanzung gegangen und alles überprüft. Im konventionellen Anbau hätte man schon lange die chemische Keule eingesetzt und auf diesem Weg die Krankheiten bekämpft. „Alle zehn Tage wird in der konventionellen Blumenzwiebelerzeugung gespritzt“, weiß Timmerman. Nicht zu Unrecht ist die herkömmliche Erzeugungsweise wegen hohem Pestizideinsatzes sowie der Verunreinigung des Grundwassers in Verruf geraten. „Unsere Pflanzen sind viel robuster und daher für den Biogarten geeigneter, da die schwachen und kranken Pflanzen ausgemerzt werden, anstatt sie chemisch zu behandeln.“ Außerdem hatten sie mehr Zeit zum wachsen als bei den konventionellen Kollegen.

Je größer die Sortenauswahl, desto attraktiver ist das Sortiment für die Kunden – die Hausgärtner in Europa, aber auch in den USA. Früher bauten die Timmermans 15 verschiedene Sorten an, heute sind es bereits 46. Ende 2007 konnten die übrigen Sorten von dem ausscheidenden Betrieb von Wim Postema, der einige Kilometer weiter lebt, übernommen werden. Postema ist ein Pionier der biologisch-dynamischen Blumenzwiebelerzeugung. Er organisiert heute über seine Firma Ecobulbs den Versand von Kleinmengen an Endabnehmer.

Warum werden gerade in der Provinz Nord-Holland so viele Blumenzwiebeln angebaut? Einerseits ist der lehmige Sand mit hohem Humusanteil ideal für den Anbau von Zwiebeln und Schnittblumen, andererseits hat sich über Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte eine Vermarktungsstruktur entwickelt, die einen effizienten Absatz in alle Welt ermöglicht. Man denke nur an die bekannten Blumenauktionen in Alsmeer.

Die Timmermans vermarkten ihre Blumenzwiebeln an Naturkostgroßhändler in Deutschland und in den Niederlanden wie beispielsweise an Biocenter Zann in der Nähe von Rotterdam. Zann liefert sowohl Blumenzwiebeln, als auch Tulpen als Schnittblumen nach Deutschland, England, Frankreich, Skandinavien und Belgien zusammen mit frischem Obst und Gemüse. 

Selbst nach USA liefert Timmerman in regelmäßigen Abständen. Der Bio-Versand Organic Bouquet in Kalifornien sowie Sunvalley Flowers vermarkten die beliebten Knollen an Verbraucher und Hausgärtner.
Der Betrieb Timmerman liefert seine Zwiebeln auch an Frank Schouten. Dieser pflanzt die Knollen im Herbst an, um dann im Frühjahr 1,5 Mio. Tulpenstengel als Schnittblumen zu ernten und über Naturkostläden in den Niederlanden und Deutschland abzusetzen.

Tipp:
www.pTimmerman.nl
www.biobol.nl
www.ecobulbs.nl 

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