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Weltweite Bio-Markt-Entwicklung weiterhin positiv

von Redaktion (Kommentare: 0)



Rund um den Globus ist das Interesse an biologisch produzierten Lebensmitteln ungebrochen. Der Markt entwickelt sich in den meisten der westlichen Industriestaaten durchweg positiv. Ein immer größeres Angebot an Bio-Lebensmitteln, neue Vertriebskanäle sowie eine gute Kundenbindung führen zu nachhaltigen Umsatzzuwächsen. Für zahlreiche Länder, darunter Deutschland, Dänemark und die USA, zeichnet sich 2013 ein Plus von 5-10 % ab. Dr. Helga Willer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL), Frick (CH), stellt fest: „Die großen Märkte wachsen alle, manche sogar zweistellig.“ Besonders erfreulich sei, dass es in Großbritannien zum ersten Mal seit vier Jahren wieder ein Plus zu verbuchen gab. 

(Bild: Bio-Fachmärkte ziehen auch immer mehr junge Leute an, wie hier in einer Citycenter Einkaufspassage in Helsinki.)

Europa ist auch 2013 der Kontinent mit dem größten Bio-Flächenwachstum. In der EU werden 10 Mio. ha Fläche ökologisch bewirtschaftet. Dort liegt damit der Bio-Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche bei 5,6 %. Estland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Österreich, Schweden, die Schweiz und Tschechien verfügen über einen Bio-Anteil von mehr als 10 % an ihrer jeweiligen Agrarfläche, EU-Spitzenreiter ist nach wie vor Österreich mit annähernd 20 %. 
(Bild: Extensive Weidehaltung: Bio-Schafe in Lettland)

Sehr gut entwickelt sich international nach wie vor der Fachhandel. Dieser ist schon lange nicht nur mit Naturkost-Geschäften, sondern auch mit großflächigen Bio-Supermärkten vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien, aber auch den USA präsent und ein wichtiger Treiber der Gesamtentwicklung. Die Zahl der Bio-Fachmärkte (ab 200 m²) sowie der Bio-Supermärkte (ab 400 m²) wächst kontinuierlich und dürfte beispielsweise in Deutschland dieses Jahr die Schwelle von 800 übersprungen haben. Zu Jahresende 2013 waren es rund 780. (Bild: Bio-Supermarkt Naturgut in Echterdingen)
 

Deutschland stellt den größten Bio-Markt in Europa. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in allen Vertriebskanälen, von der Hof-Vermarktung über den Discounter bis hin zum Supermarkt, stieg 2013 von 7,04 auf rund 7,55 Mrd. EUR und verzeichnet ein Plus von 7,2 %, so der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Berlin (D). Mit dem Marktwachstum konnte allerdings die Fläche nicht mithalten. Diese nahm lediglich von 1,03 auf 1,06 Mio. ha zu (+ 2,5 %). Der Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche betrug 6,3 %. Mit 215.000 ha Bio-Fläche liegt Bayern an der Spitze der Bundesländer. Jeder fünfte Bio-Hektar Deutschlands befindet sich demnach im südlichsten Bundesland, gefolgt von Brandenburg mit 136.000 ha und Mecklenburg-Vorpommern mit 125.000 ha. (Bild: Temma in Berlin)
 

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), hat die Umsatzzahlen der am BNN Monitor teilnehmenden Naturkost-Großhändler für das erste Halbjahr 2014 ausgewertet. Mit einer Gesamtsteigerung von 8,9 % (s. Grafik) wächst der Umsatz weiterhin deutlich. Grundlage der Berechnungen sind 18 Unternehmen, die für rund 75 % des Marktvolumens im Naturkost-Fachhandel stehen und eine aussagefähige Basis für die Abschätzung des Gesamtmarkts für Naturkost und Naturwaren bilden. Den Trend zu einem beinahe zweistelligen Ergebnis bestätigt das Umsatzbarometer für den Naturkost-Einzelhandel der Unternehmensberatung von Klaus Braun, Speyer. Diese kommt in ihrer Analyse der Daten von rund 300 Fachgeschäften im ersten Halbjahr 2014 auf 8,2 % Umsatzsteigerung. 2013 lag dieser Wert im Naturkost-Einzelhandel bei 5,8 %.
 

Beste Aussichten für Bio auch im Land des Jahres der BioFach 2015: In den Niederlanden ist der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln nach Schätzungen des Dachverbands Bionext, im Jahr 2013 auf 1,07 Mrd. EUR gestiegen. Der Zuwachs dürfte bei 6-8 % im Bio-Sektor allgemein sowie bei 9 % im Naturkostfachhandel gelegen haben, so Bavo van den Idsert, Direktor, Bionext. Über die konventionellen Supermarktketten wurden im Jahr zuvor bereits 55 % des Umsatzes erzielt, 30 % über den Fachhandel, 8 % über die Außer-Haus-Verpflegung und 7 % in den sonstigen Verkaufskanälen wie Wochenmärkten, Hofverkäufen oder Internetverkauf. (Bild: Erfolgreichste Bio-Supermarktkette in den Niederlande:Ekoplaza)
 

Frankreich durfte sich 2013 über einen satten Zuwachs von 9 % bei der ökologisch bewirtschafteten Fläche freuen. Diese stieg einschließlich der 130.000 ha Umstellungsfläche auf 1,06 Mio. ha und lag damit auf exakt gleicher Höhe wie in Deutschland. Die Zahl der Landwirte wuchs auf 25.500, die der Hersteller und Händler auf 12.400. Bis Mai 2014 hatte die Zahl der Bio-Landwirte bereits um weitere 1.000 zugenommen, die Fläche war auf über 1,1 Mio. ha gestiegen. (Bild: Gemüse bei Carrefour Bio)

Aber nicht nur die bio-bewirtschafteten Felder, Gemüseäcker und Wiesen sind um 9 % gewachsen, sondern auch der Umsatz. Dieser stieg auf 4,56 Mrd. Euro. Diese Zahl schließt die 172 Mio. EUR Umsatz in der Außer-Haus-Verpflegung mit ein. In den fünf Jahren zwischen 2007 und 2012 hat sich das Marktvolumen somit verdoppelt. Der Marktanteil von Bio am gesamten Lebensmittelmarkt liegt indes erst bei 2,5 %. Die Ursache hierfür dürfte darin zu finden sein, dass die Zuwachsraten in den Jahren nach der Jahrtausendwende eher gering waren. Im Vergleich dazu liegt der Marktanteil in den USA und Deutschland bei rund 4 %. Zu den Produktgruppen, bei denen die Franzosen Bio besonders schätzen, zählen Eier und Milch, wo bereits 15 % beziehungsweise 11 % des Umsatzes in Öko-Qualität erzielt werden. (Bild: Gemeinschaftsverpflegung in Bio-Qualität in Dänemark)
 

Italien legt bei Fläche und Umsatz zu: Die Zahl aller landwirtschaftlichen Bio-Betriebe sowie der Verarbeiter und Händler in der Bio-Branche stieg 2013 um 5,4 % auf 52.383 (SINAB, Bio-Agrardaten des ital. Landwirtschaftsministeriums, Rom, It). Die Zahl der Bio-Höfe nahm um 3,4 % zu, die der Verarbeiter und Händler im Bio-Sektor wuchs um 10 %. Die landwirtschaftliche Bio-Fläche stieg um gut 12,8 % und erreichte 1,3 Mio. ha. Dies entspricht einem Bio-Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von über 10 %. In den Regionen Süditaliens (Sizilien, Kalabrien, Apulien) wächst der Bio-Anbau dank neuer Regionalförderprogramme besonders schnell. Diese stehen für 50 % der Bio-Betriebe.

Der Norden Italiens ist dafür traditionell stärker in Herstellung und Handel. In der Lombardei, Emilia-Romagna sowie der Region um Venedig sind 2023 Weiterverarbeiter von Bio-Lebensmitteln und damit 33 % aller derartigen Unternehmen Italiens, angesiedelt. Auch die deutlich steigende Nachfrage beflügelt den Markt. Nach Angaben des Verbraucherpanels Ismea GFK-Eurisko in Rom, sind die Umsätze in den ersten fünf Monaten 2014 um 17 % gestiegen.
(Bilder: Präsentation von Gemüse auf der Sana, wachsendes Interesse an Bio-Produkten)
 

Mit 30 % Zuwachs im ersten Halbjahr 2014 dürfte Schweden in diesem Jahr besonders punkten. Einige Supermarktketten wie ICA (+ 52 %), Coop (+ 37 %) und Axfood (+ 44 %) lagen sogar über diesen Werten. Im vergangenen Jahr erreichte der Zuwachs nach Ermittlungen von Ekoweb 13%. In absoluten Zahlen betrug der Umsatz 2013 umgerechnet rund 1,3 Mrd. EUR. (Bild: Produkte der Eigenmarke I love Eco von ICA)
 

Erstmalig seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 konnte die Bio-Branche Großbritanniens 2013 wieder ein leichtes Wachstum verzeichnen. Der Markt legte um 2,8 % zu. Dies gab die Soil Association, Bristol (GB), in ihrem aktuellen Marktbericht, dem Organic Market Report 2014, bekannt. Die Bio-Branche in Großbritannien setzte im vergangenen Jahr 2,16 Mrd. EUR um. Diese positive Entwicklung ist unter anderem auf den unabhängigen Einzelhandel zurückzuführen, zu dem Lieferkisten im Abo-Service, unabhängige Onlineplattformen, Ab-Hof-Verkäufe, Naturkostläden und Wochenmärkte zählen. (Bild: Bio-Supermarkt Planet Organic in London)
 

Beste Aussichten für Bio auch in Übersee: Von 31,5 Mrd. auf 35,1 Mrd. US-Dollar stieg 2013 der Branchenumsatz in den USA, das entspricht 11,5 %. Fünf Jahre konnte eine solch hohe Zuwachsrate nicht mehr erzielt werden, so die Organic Trade Association (OTA), Brattleboro VT (USA). 92 % der Verkaufserlöse (32,3 Mrd. US-Dollar) wurden mit Bio-Lebensmitteln, der Rest mit Non-Food-Artikeln erzielt. Die Daten basieren auf Angaben von über 200 im Bio-Sektor führenden Unternehmen, die vom Nutrition Business Journal, Boulder CO (USA), evaluiert wurden. 760 Mrd. US-Dollar gaben die US-Bürger 2013 für Lebensmittel aus, 4 % davon entfallen auf Bio-Produkte. Bei einzelnen Warengruppen wie Obst und Gemüse, ist bereits jeder zehnte hierfür ausgegebene Dollar ein „Bio-Dollar“. (Bild: Garden Market in Park City, Utah)
 

Die gesamte Branche trifft sich einmal jährlich zur BioFach, Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, im Messezentrum Nürnberg. Vom 11. bis 14. Februar 2015 werden dort rund 2.200 Aussteller erwartet – 200 davon auf der Vivaness, der Internationalen Fachmesse für Naturkosmetik.

Tipp: www.biofach.de


 

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