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Aufbauarbeit bei Origen in Madrid

von Redaktion (Kommentare: 0)



Der polnische Bio-Lebensmittelmarkt ist derzeit etwa 150 Millionen Euro (600 – 650 Millionen polnische Zloty) wert. Bio-zertifizierte Produkte findet man in etlichen hundert Naturkostläden und auf Öko-Märkten. Organic Farma Zdrowia hat ein neues Konzept für seine Geschäfte vorgestellt, und die vegetarische Kette Zolty Cesarz erweitert ihr Netzwerk. Organic Corner in Warschau wurde kürzlich als bestes Bio-Geschäft Polens ausgezeichnet. Die Zahl der Bio-Höfe in Polen nimmt zu, und trotz einiger Hindernisse, die es noch zu überwinden gilt, sind die Prognosen für das weitere Wachstum der Branche gut.

(Bild: Michal Lachur Kolumpar vom Organic Corner setzt auf unverarbeitete Bio-Lebensmittel)

In Polen gibt es etwa 600 Naturkostläden, 75 davon befinden sich in Warschau. Der Anteil an Bio-Lebensmitteln in diesen Läden beträgt 50 % oder mehr. Nur wenigen Läden gelingt es bisher, mit ihren Kollegen in den westlichen europäischen Ländern gleichzuziehen, wo über 90 % aller angebotenen Artikel in Bio-Qualität sind. Bio-Produkte werden in Polen auch in Supermarktketten, Feinkostläden und Lebensmittelgeschäften in Wohngebieten angeboten. Interessant ist das Erscheinen von sogenannten „Eco Bazars“ - Öko-Märkten, auf denen Bio-Landwirte und -Hersteller regionale traditionelle Produkte anbieten. Sylwester Struzyna, Geschäftsführer des führenden Großhändlers in Polen Bio Planet, erklärt, dass Getreide, Trockenfrüchte, Hülsenfrüchte und Öl aus heimischer Produktion ausreichend zur Verfügung stehen. Milchprodukte polnischen Ursprungs sind noch schwer zu finden, da es nur wenige Molkereien gibt. Der Anbau von Obst und Gemüse stellt bisher nur einen geringen Anteil der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Polen – etwa 1,5 %, entsprechend ist auch dieses Angebot noch eingeschränkt. (Bild links: Präsentation von Obst und Gemüse bei ZoltyCesarz, Bild rechts: Kundin beim Genuss eines grünen Smoothies im Organic Corner)
 
Organic Farma Zdrowia ist die größte Ladenkette Polens, die Bio-Produkte anbietet. Derzeit betreibt die Firma etwa 35 Geschäfte und verkauft ihre Ware zusätzlich über das Internet. Bis 2016 soll es 50 Bio-Läden geben. Die Kette stellte kürzlich ein neues Konzept vor: einen Convenience-Shop mit Bistro im italienischen Stil und einer kleinen Bäckerei. Slawomir Chloñ, Geschäftsführer von Organic Farma Zdrowia, erklärt, dass man diesen weiteren Schritt in Richtung Kundenfreundlichkeit unternommen habe, um den Menschen hochwertige Bio-Produkte anzubieten, die in der Nähe ihres Wohnorts zu finden sind und die rasch verzehrt werden können. Insbesondere im Bistro legt man großen Wert darauf, die Gerichte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.
 

Im Warschauer Bezirk Saskiej Kêpie wurde Organic Zielone Oko (Grünes Bio-Auge) als erstes Geschäft dieses neuen Konzepts eröffnet. Neben dem Angebot im Laden können Kunden belegte Brote, Smoothies, Obst- und Gemüsesäfte sowie Kaffee und Tee in Bio-Qualität genießen. In der Bäckerei liegt der Fokus besonders auf Baguettes.
Tradycyjne Jadlo (Traditionelle Lebesnmittel) spezialisiert sich auf Wurstsorten aus Schweinefleisch, die nach traditionellen Rezepten und aus natürlichen Zutaten zubereitet werden. Die Firma wurde nun Teil des Netzwerkes von Organic Farma Zdrowia. Zehn der Tradycyjne Jadlo-Geschäfte werden innerhalb der nächsten zwei Jahre schrittweise umstrukturiert. Die meisten der Läden befinden sich in Wielkopolska. Das Angebot der umstrukturierten Geschäfte wird dem von Organic Farma Zdrowia entsprechen. Zusätzlich wird das Angebot um Feinkost-Wurstwaren erweitert.

(Bilder: Organic Farma Zdrowia, Zolty Cesarz, Organic Corner)












 

Zolty Cesarz (Gelber Kaiser) bietet vegetarische Produkte in Bio-Qualität an. Die Kette hat ebenfalls kürzlich ihr Netzwerk erweitert. Zusammen mit den aktuellen Eröffnungen in Warschau und Bydgoszcz betreibt die Kette jetzt neun Geschäfte. 
 
Organic Corner (Bider) wurde 2012 in Warschau eröffnet und kombiniert einen Bio-Laden mit einem Bistro. Währen der Messe EcoFamily in Kielce wurde der Laden in einem Wettbewerb des polnischen Bio-Verbandes Stowarzyszenie Polska Ekologia als bestes Bio-Geschäft in Polen ausgezeichnet. Organic Corner hat eine Verkaufsfläche von 100 m² und bietet etwa 500 Produkte an. Man legt im Sortiment großen Wert auf Ware, die keinen langen Produktionsprozess hinter sich hat, und auf Superfood wie Spirulina, Chlorella, Gojibeeren, Chiasamen und Maka.

Die Gerichte im Bistro werden vor Ort zubereitet und sind saisonabhängig. „Im Bistro bedienen wir täglich 30 – 40 Kunden. Einige Gäste genießen einen Cocktail aus energetischen Zutaten, andere bevorzugen Suppe oder einen Nachtisch. Wir arbeiten mit naturbelassenen, unraffinierten Zutaten und mit Vollkornprodukten“, erklärt Michal Lachur Kolumpar, Miteigentümer des Geschäfts. Michal kennt sich mit seinen Produkten und gesunder Ernährung bestens aus und teilt sein Wissen gerne mit Kunden. (Bild: Bio-Journalist Karol Przybylak, links, informiert sich über das Konzept von Organic Corner. Auf dem Bildschirm im Laden werden verschiedene Videos gezeigt)


Bisher beträgt der Anteil von Bio-Produkten etwa 0,3 % des gesamten Lebensmittelmarktes in Polen. Bio Planet erwartet, dass die Nachfrage um etwa 20 % jährlich steigt. Die Bio-Branche ist somit einer der am stärksten wachsenden Zweige in der Lebensmittelherstellung im Land. Jedoch sind Bio-Produkte bisher eher noch Nischenprodukte: im Durchschnitt gibt jeder Einwohner Polens drei Euro jährlich für Bio-Produkte aus (Quelle: The World of Organic Agriculture)
 

Die Bio-Anbaufläche und die Zahl der Bio-Höfe in Polen stieg 2012 (Vergleich: 2011) um etwa 10 %. 5.944 Höfe arbeiteten in Polen nach Bio-Richtlinien. Derzeit gibt es vier Erzeugergemeinschaften, deren Mitglieder Bio-Landwirte sind. Um die Entwicklung der Bio-Branche weiter voranzutreiben, ist es nötig, diese Zahl noch zu steigern. (Bild: Michal hinter seiner kreativ gestalteten Verkaufstheke)
 

Die Bio-Anbaufläche in Polen betrug 675.000 Hektar, etwa 4 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Polen. Obwohl das Land die zwölftgrößte Bio-Anbaufläche weltweit und somit sehr gute Grundvoraussetzungen hat, gibt es bei der Herstellung noch Engpässe. Zwar stieg die Zahl an Bio-Herstellern 2012 um 42, jedoch gibt es insgesamt trotzdem erst knapp über 300 Produzenten im Land, die nach Bio-Richtlinien arbeiten. Deshalb müssen etliche Rohstoffe exportiert und eine hohe Anzahl an verarbeiteter Ware nach Polen eingeführt werden. (Bild: Blick aus dem Flugzeug auf die landwirtschaftliche Struktur. Im Westen des Landes gibt es etliche kleine Felder. Im Osten des Landes sind die Felder eher groß)

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