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Türkischer Olivenöl-Erzeuger Laleli

von Redaktion (Kommentare: 0)


Auf jeden türkischen Staatsbürger kommen mehr als drei Olivenbäume. Insgesamt stehen in der Türkei 250 Mio. Olivenbäume, sehr viele davon an der Westküste zum Ägäischen Meer hin. Einige der Olivenölerzeuger, die ihre Produktion zunehmend auf eine ökologische Bewirtschaftungsweise umstellen, sind Yahya und Mehmet Laleli. Ihr Unternehmen in der Edremit-Bucht zwischen Izmir und Canakkale hat sich auf Gewürzöle spezialisiert. Bislang ist erst ein Teil der 50.000 bewirtschafteten Bäume auf Bio umgestellt, da im gleichen Zuge die Vermarktung sowie der Export aufgebaut werden muss. (Bild: Der Familienname bedeutet „den Tulpen zugehörig“: Mehmet Laleli vor seinem Firmengebäude)
Dreizehn Gewürzöle stellen den attraktivsten Bereich des Sortiments von Mehmet Laleli (38) und seinem Vater Yahya (73) dar. Von Zitrone und Bergamotte, über Knoblauch und Basilikum bis zu Thymian und Pfeffer reicht die Palette an 0,5 Liter-Flaschen mit einer farbigen Produktinformation am Flaschenhals (siehe Bilder), verfügbar in vier verschiedenen Sprachen. Fünf dieser Öle – Thymian, Lorbeer, Rosmarin, Orange und Zitrone – werden ab Ende 2012 in Bio-Qualität verfügbar sein. „Wir arbeiten gänzlich ohne Essenzen und Aromen und geben lediglich die Pflanze an sich dem Ölverarbeitungsprozess bei“, erläutert Laleli. Die Lalelis ernten 1500 t Olivenöl von ihren 450 ha Olivenhainen im Jahrt. Sehr arbeitsintensiv müssen die 270 unterschiedlichen Flächen bewirtschaftet werden, die sie vom Dachverband einer nationalen Stiftung für viel Geld gepachtet haben. Rund ein Fünftel der Produktion – 200 t von 45 Hektar - ist inzwischen von Ecocert zertifiziert. (Bild links: Mitarbeiterin im Schau- und Verkaufsraum zeigt Bio-Olivenöl)

Bildleiste v.l.n.r.:  einige der Spezialöle sind auch in Bio-Qualität erhältlich, Handarbeit beim Etikettenkleben, Bio-Öle sind mit Organik gekennzeichnet sowie dem türkischen Bio-Logo unten rechts auf der Flasche)



Vor vier Jahren öffnete das Besucherzentrum, das an der Durchgangsstraße von Izmir in der Bucht von Edremit im Ort Taylieli bei Burhaniye/Edremit liegt. Vor dem rund 600 m² großen Gebäude erstrecken sich Schaubeete für Kräuter, die in der Übergangssaison mit Blumen bepflanzt sind. „Viele Touristen halten im Sommer beim Vorbeifahren an, wenn sie die vielen Blumenbeete sehen“, freut sich Mehmet Laleli. In dem modernen Haus sind ein Restaurant mit 35 Innen- und 40 Außenplätzen untergebracht sowie ein Laden (Bild rechts) mit allen Produkten des Unternehmens. Hauptsaison für das Besucherzentrum ist die Zeit zwischen 10. Juli und 31. August, der Hauptferienzeit nicht nur in der Türkei. Aber auch in der Nebensaison kommen regelmäßig Einheimische sowie türkische Inlandstouristen, um sich mit den gefragten Olivenöl-Spezialitäten einzudecken. Das Restaurant (Bild links), das soweit wie möglich Bio-Lebensmittel aus eigenem Anbau verwendet, versorgt jeden Mittag die 45 Arbeiter der Fabrik mit einer warmen, frisch zubereiteten Mahlzeit.
(Bild rechts: im Schau- und Verkaufsraum in Taylieli besteht der "Kronleuchter" aus Dutzenden kleiner Olivenölfläschchen)

Die Methoden der konventionellen Landwirtschaft in der Türkei sind oft nicht nachhaltig. Aus Feuerschutzgründen wird die Erde in den Olivenhainen zwei Mal im Jahr tiefgründig umgebrochen. Anschließend wird der Boden nicht wieder angesät, sondern offen liegen gelassen. Dadurch wird zwar das Beikraut reguliert und die Olivenernte im Herbst erleichtert. Bei starken Regengüssen allerdings wird vor allem in hängigen Lagen der Humus abgeschwemmt, zudem wirkt sich die unbedeckte Erde ungünstig auf das Bodenleben aus. Bisweilen sieht der Betrachter kilometerweise auf Olivenmonokulturen kaum einen anderen Baum oder Strauch. Ab und zu ein Mandel- oder ein Birnbaum, aber die Vielfalt ist sehr deutlich eingeschränkt.

Nicht so bei der ökologischen Alternative: Sie sieht einen ganzjährig begrünten Boden vor und den Einsatz einer Schaf- oder Ziegenherde. Laleli hat einen Schäfer beschäftigt, der rund 60 Schafe mit zwei Hütehunden betreut (Bild). Da das gepachtete Land an vielen verschiedenen Stellen liegt und die Flächen zudem oft sehr klein sind, werden Flächen, die nicht beweidet werden können, nur oberflächlich gegrubbert (mit Zinken ca. 10 cm gelockert). Zur Düngung der Bäume wird Schafsmist und Kompost verwendet. Die von einem Teil der Muttertiere gewonnene Milch wird in der Betriebsküche von Laleli z.B. zu Joghurt verarbeitet. Zudem entsteht eine kleine Einnahmemöglichkeit über die Vermarktung des Fleisches der Tiere oder es wird ebenfalls in der Betriebsküche verwendet.

Bei der Olivenernte werden bis zu 600 Saisonarbeitskräfte eingesetzt. Die schönsten Früchte – etwa 10 % aller Oliven am Baum - werden von Hand für die Tafeloliven geerntet. Der Rest wird von den Bäumen geschüttelt und auf am Boden liegenden Planen und Tüchern aufgefangen. In früheren Zeiten hat man die Hand gepflückten Oliven sogar von Kamelen aus bequem, weil auf gleicher Höhe, geerntet, erzählt Mehmet Laleli. (Bild links: Herzstück der Olivenölproduktion in der Edelstahl-Presse)

Die eigentliche Verarbeitung des Olivenöls findet auf dem 2 ha großen Betriebsgebäude, einen knappen Kilometer von Restaurant und Besucherzentrum entfernt in einer kleinen Seitenstraße, statt. In vier rot gestrichenen Gebäuden werden zwischen Ende September und Anfang Dezember die Oliven angeliefert, die zerkleinert, kalt gepresst und zentrifugiert werden. Anschließend wird das Öl in großen Edelstahlbehältern zu 4000 l gelagert. Aus 1 kg Oliven werden 200 g Olivenöl gepresst. Nach Bedarf wird von Hand in kleinere Einheiten zu 0,5 l, 1 l oder 2,5 l abgefüllt und die Gebinde ebenfalls etikettiert. (Bild: Mehmet Laleli zwischen den Edelstahlbehältern)

Die Vermarktung sowie der Export sind erst im Aufbau begriffen: Japan und Malaysia sind die besten Abnehmer. In Malaysia hat ein Geschäftspartner, das Unternehmen THP, sogar drei Läden mit dem Namen Laleli errichtet. Außer dem heimischen Verkauf gehen die Laleli-Olivenöle auch nach USA, Kanada, Deutschland und die Schweiz. Neben dem Absatz in einigen Feinkostläden in Deutschland wird noch ein weiteres festes Standbein im Naturkostfachhandel gesucht.

Weitere Produkte sollen hinzukommen: eine kleine Serie Ecocert zertifizierter Körperpflegemittel auf Basis von Olivenöl sowie Brotaufstriche. Bereits jetzt werden Maulbeer- und Kirschmarmelade im eigenen Haus hergestellt. Aus Bio-Produkten, wie Mehmet Laleli versichert, aber noch nicht zertifiziert. Ein Sortiment an Seifen mit einem Zusatz von Rose, Lavendel, Mandel oder Olive liegt ebenfalls vor. (Bild links: Produktionsstätte in Taylieli/Edremit Bay)
 

Weltweit wird das Olivenöl von Laleli zu Verkostungswettbewerben und Geschmackstests eingeschickt, wobei in den vergangenen acht Jahren regelmäßig Prämierungen sowohl für die konventionellen als auch die biologischen Öle heraussprangen. Beispielsweise bei der italienischen Preisverleihung BioL 2009, dem internationalen iTQi-Preis 2010 sowie dem Feinschmecker ebenfalls 2010. Die Preise sind ein fester Bestandteil der Werbung des Unternehmens, das die Werte in Bezug auf Inhaltsstoffe, Geschmack und Rückstände regelmäßig in den eigenen Laboren überwacht. In der Türkei ist der Name Laleli gut bekannt im Zusammenhang mit medizinischen und umweltchemischen Laboranalysen. Nicht umsonst hat Mehmet Laleli acht Jahre in Kanada Molekularbiologie und Umweltwissenschaften studiert, spricht fließend Englisch und ist fest entschlossen, seine und seines Vaters Olivenölfirma weiter in Richtung Bio zu entwickeln.
(Bild rechts: Mehmet Laleli zum Frühstück in seinem Verkaufsraum mit Restaurant)


Tipp:
www.lalelioliveoil.com


Handelsvertretungen in Deutschland:

ANPHORA
Bülent Gezer, Duttensteinstr. 23, 79336 Herbolzheim Germany
Tel: 07643 1240, Mobil: 0176 233 03 998
info@anphora.de  www.anphora.de
 
OLIVE&OLIVIA 
Jochen Lemke, Deniz Hiltner
Zieblandstr.6 80799 München Germany
Tel: 0171 7008007

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