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Vitam: Mit Hefe-Extrakt zum Welthersteller

von Redaktion (Kommentare: 0)


Ulrike Schimunek-Schneider und Peter Schimunek„Hier fängt alles an“, erklärt Ulrike Schimunek-Schneider und deutet auf ein unscheinbares Rohr in einer langen Wand auf der Rückseite des großen Produktions- und Verwaltungsgebäudes. Durch das Rohr wird jede Woche ein 40 Tonnen-Lastzug Flüssighefe in die Speicherbehälter im Inneren des Gebäudes abgelassen. Dies ist der Rohstoff, aus dem der hochwertige Brotaufstrich Vitam-R hergestellt wird. Bei vielen gesundheitsorientierten Verbrauchern ist er seit Jahrzehnten Kult. Neben dem seit 1925 produzierten, Vitamin B-reichen Aufstrich, welcher auch als Würzmittel Verwendung findet, stellt das Unternehmen mit Sitz in Hameln rund 100 andere gesunde Produkte von der Gemüsebrühe über Hefeflocken bis zum vegetarischen Aufstrich her.

 

Bild: Ulrike Schimunek-Schneider und Peter Schimunek

Vitam„Vollkornbrot mit einer Scheibe Käse, die dünn mit Vitam-R bestrichen wird“, das ist der Klassiker, dem Ulrike Schimunek-Schneider bei ihren Kundenbesuchen häufig begegnet. Neben dem Traditionsaufstrich, der immer noch 20 % des Food-Umsatzes der Firma Vitam ausmacht, hat sich in den letzten Jahren die Gemüse-Hefebrühe zum absoluten Top-Seller des Unternehmens entwickelt. Seit letztem Jahr steht das würzige Konzentrat auch als Bio-Gemüsebouillon in den Regalen von Reformhäusern und Naturkostläden. „Wir setzen soweit wie irgend möglich auf Bio-Rohstoffe“, bekennt die 40-jährige Geschäftsführerin, die zusammen mit ihrem Bruder Peter Schimunek (38) das Unternehmen leitet. Der größte Teil des Sortiments ist inzwischen auf Bio umgestellt, viele Erzeugnisse sind gleich in der Bio-Version eingeführt worden. (Bild: Beim Einpacken des Rennerprodukts Gemüsebrühe)
Während es in der Bio-Variante bei Vitam-R keinen geschmacklichen Unterschied gibt, schmeckt die Bio-Gemüsebouillon milder als die traditionelle Gemüsebrühe.

 

VitamAls eines der Leitprodukte, das seit Jahrzehnten im Reformhaus erhältlich ist, wird Vitam-R in Deutschland bislang nur in der konventionellen Variante verkauft. Ein Versuch, das etwa 25 % teurere Bio-Vitam-R zu platzieren, scheiterte 2003 mangels Verbraucherinteresse und wurde für den deutschen Verkauf wieder beendet.

„Derzeit exportieren wir die Bio-Ausführung von Vitam-R erfolgreich in die Schweiz und nach England, da es der dortige Markt gezielt nachfragt“, erläutert Schimunek-Schneider. Denkbar wäre, dass eine Bio-Supermarkt-Kette oder ein Großhändler das Produkt listet, um in Deutschland den Verkauf anzustoßen. Mit einer relativ kleinen Stückzahl von 3000 Gläsern wäre dies bereits möglich. „Das ist unsere Stärke, ganz flexibel auf den Markt zu reagieren und kleinere Aufträge zeitnah ausführen zu können“, stellt Schimunek-Schneider heraus. (Bild rechts: Paprika-Brotaufstrich nach der Haltbarmachung durch Pasteurisierung).

 

Vitam„Schon mit 14 habe ich in den Sommerferien im elterlichen Unternehmen gejobbt“, erinnert sie sich an ihre eigene Kindheit. Wenn es auf Urlaubsreise ins Ausland ging, stand zuerst ein Firmenbesuch bei einem Exportpartner auf dem Programm. So wuchs die agile Chefin von 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern früh in ihre jetzigen Aufgaben hinein. Von vorneherein sei klar gewesen, dass sie nach ihrem betriebswirtschaftlichen Studium sowie zwei Jahren Trainee-Erfahrung in einem Lebensmittelkonzern in die Firma der Eltern einsteigen wollte.

 

VitamGegründet wurde Vitam 1925 in Stettin. Zuvor war der Fleischextrakt von Justus von Liebig (1852) und kurze Zeit später ein Extrakt auf pflanzlicher Basis aus Hefen von Carl Dormagen erfunden worden. Fütterungsversuche ergaben eine erstaunliche positive Wirkung auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Tieren, so dass man diese Erfolge auch auf die menschliche Ernährung übertragen wollte. „Eine klassische Venture-Capital-Firma von vier Kapitalgebern wurde gegründet, um die Erfindung des Hefe-Extrakts wirtschaftlich zu nutzen“, erzählt Schimunek-Schneider. Erst als 1952 in Folge der Hungerjahre in den Vierzigern die Firma in finanzielle Engpässe geriet, kam die heutige Inhaberfamilie mit dem damaligen Kartonagenlieferanten und Großonkel von Ulrike Schimunek-Schneider ins Spiel. (Bild rechts: Auf Paletten verpackt, bereit zur Abholung durch die Spedition)

 

Hefe HofAls begeisterter Verwender des Vitamin B-Aufstriches wollte er die Firma retten und konnte sie für einen symbolischen Betrag übernehmen. Mitte der sechziger Jahre stiegen die Eltern im Unternehmen ein, Mitte der Neunziger folgten die Geschwister Ulrike und Peter Schimunek. Um diese Zeit erfolgte auch der Umzug vom Hefehof in Hameln, wo früher der Rohhefe-Lieferant gleich vis à vis produzierte, in den knapp zwei Kilometer entfernten Neubau. Dort hatte das Unternehmen, das zuvor aus allen Nähten geplatzt war, auf dem 12.500 m² Grundstück endlich genug Raum. Einschließlich eines Anbaus, der zwischenzeitlich notwendig wurde, verfügt Vitam über 7900 m² Produktions- und Lagerfläche sowie über 600 m² im Verwaltungstrakt. (Bild: Inzwischen wurde der Hefehof in ein Einkaufszentrum umgewandelt)

 

VitamNeben den beiden Rennern Gemüsebrühe und Vitam-R besteht das Sortiment (Bild) noch aus natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln wie Melasse oder Hefeflocken, Backzutaten sowie einer Vielzahl von pflanzlichen Brotaufstrichen. Die Renner beim Brotaufstrich sind die Geschmacksrichtungen Bärlauch, Zwiebelschmalz, Tomaten-Basilikum, Kürbis, Kichererbse und Paprika-Nuss. Bei den Fertigsaucen gehen die Hollandaise und die Bratensauce besonders gut. Jeweils zur BioFach werden neue Produkte vorgestellt. Dieses Jahr war es Mello, eine würzig-süße Mischung aus Vitam-R, Honig und Ahornsirup. „Das Produkt ist sehr gut angelaufen“, freut sich Ulrike Schimunek-Schneider, neben dem deutschen Fachhandel haben es auch die wichtigsten unserer Exportpartner gleich mit großen Kampagnen in ihren Ländern eingeführt." Schon längere Zeit im Sortiment sind verschiedene Backzutaten wie Sauerteigtrockenpulver und Hefe, die beim Brotbacken zu Hause Verwendung findet. 

 

Ulrike Schimunek-SchneiderDer Hefeextrakt, auf denen Vitam-R, die Brühen und Anderes basieren, wird in einem geheimen Prozess bei 32 °C hergestellt. In großen Gärbottichen werden die Hefen aktiviert, wobei die hefe-eigenen Enzyme die Zellwände aufspalten. Anschließend wird die Hefelösung in zwei große Vakuumverdampfer, die Kernstücke der Produktion, gegeben. Jeweils 8000 kg pro Charge werden über mindestens zehn Stunden bei 55 °C eingedickt. Über ein kleines Bullauge erkennt der Produktionsleiter, ob die Masse die richtige Konsistenz erreicht hat.

(Bild: Ulrike Schimunek-Schneider am Vakuumverdampfer, dem Kernstück der Vitam-R-Produktion)

 

Nicht nur in Deutschland ist das Traditions-Reformprodukt bereits über Jahrzehnte sehr gut nachgefragt, auch im Ausland wuchs über die Jahre das Interesse an den gesunden Brotaufstrichen. Allen voran ins deutschsprachige Ausland Österreich und Schweiz, aber auch nach Italien, VitamEngland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Frankreich, die Benelux-Länder, Spanien und Portugal wird exportiert. Japan und Australien gehören ebenfalls zu den belieferten Ländern. Problematisch ist es wegen bestimmter Importbeschränkungen nur in den USA. Vom gesamten Umsatz beträgt der Exportanteil 15 %. „Vor allem der englische Markt entwickelt sich sehr gut, und dies erwarten wir demnächst auch für den französischen Markt“, freut sich Schimunek-Schneider. 2007 betrug das Umsatzwachstum 6 %, und auch für 2008 rechnet man mit einem Wachstum im einstelligen Bereich.

(Bild: Sauerteig-Pulver wird für das Backen zuhause in 15 g Beutel verpackt)

 

VitamWichtiger Bestandteil des Marketings sind Verkostungsaktionen, die Ulrike Schimunek-Schneider für Reformhäuser und Naturkostfachgeschäfte durchführt. Während diese früher zentral in der Reformhaus-Fachakademie in Oberursel stattfanden, wird inzwischen eine dezentrale Variante gewählt: Finden sich 20 Mitarbeiter und Inhaber von Fachgeschäften für einen gemeinsamen Info- und Verkostungsabend zusammen, kommt Ulrike Schimunek-Schneider vor Ort und informiert aus erster Hand über Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten. „Wir verkaufen nur über den Fachhandel, da wir gerade dessen Beratungsqualität für unsere Produkte benötigen“, erläutert die Vitam-Chefin. „Daher werden wir auch künftig nicht an den LEH liefern, sondern mit der Marke Vitam fachhandelstreu bleiben." Pro Jahr führt sie 20 bis 30 Veranstaltungen dieser Art im deutschsprachigen Raum durch. Eine erste Schulung auf Französisch für acht Pural-Außendienstmitarbeiter in Frankreich hat ebenfalls bereits stattgefunden. Pural ist für den Naturkosthandel in Deutschland sowie für Frankreich der Großhändler, mit dem Vitam zusammenarbeitet.

 

Im Naturkosthandel kommt das Kultprodukt aus dem Reformhaus Vitam-R sehr gut an. "Wir hatten früher immer wieder Nachfragen seitens unserer Kunden, ob wir Vitam-R führen", berichtet Manuela Klöpping von Naturkostmarkt Bramfeld in Hamburg. In dem 150 m²-Fachmarkt wurden Anfang 2007 verschiedene Produkte von Vitam aufgenommen. "Es wird mit Freuden gekauft, vor allem die Verpackungseinheit in Tubenform", ergänzt sie. Seither ist der Umsatz ständig gewachsen und hat sich mittlerweile vervierfacht. "Die großen Displaywürfel haben zu Beginn geholfen, die Kunden auf Vitam-R aufmerksam zu machen." Auch Vitasan Brühe und Brotaufstriche unter dem Naturkostlabel von Vitam werden im Sortiment geführt.

 

Sehr zufrieden mit dem Absatz von Vitam-R ist auch Christina Jochims vom Biomarkt Himmel & Erde in Rendsburg. "Neulich haben wir eine Verkostung mit Vitam-R und Frischkäse durchgeführt: unsere Kunden waren begeistert", berichtet Frau Jochims. Neben Vitam-R führt der 250 m²-Markt seit einer Einführungsaktion von Pural auch Mello, was sich ebenfalls sehr gut verkaufe.

 


Tipp:
www.vitam.de

Weitere Informationen sowie Händlernachweise für das In- und Ausland können über marketing@vitam.de angefordert werden.
 


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