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Ecover liefert Wasch- und Reinigungsmittel in 26 Länder

von Redaktion (Kommentare: 0)


Mit Wachstumsraten von 20 % pro Jahr baut Ecover seine Präsenz weltweit immer weiter aus. Bis Ende 2008 rechnet Konzept-Manager Peter Malaise mit mehr als 70 Mio. Euro Umsatz. Das 1980 gegründete ökologische Wasch- und Reinigungsmittelunternehmen setzte von Beginn an auf pflanzliche Rohstoffe. Nun kommt der Öko-Pionier mit zwei Neuentwicklungen auf den Markt: Selbst entwickelte Biotenside auf pflanzlicher Basis sowie Ecocert-kontrollierte Kosmetikprodukte mit Rohstoffen aus Bio-Anbau. (Bild: Peter Malaise, Konzept-Manager vor Ecover-Produktionsgebäude in Malle/Belgien )

Inzwischen ist Ecover auf vier Kontinenten und in 26 Ländern vertreten, und es werden ständig mehr. Rund 30 Artikel für Konsumenten zuzüglich der Kosmetiklinie Wellments sowie fast 60 Produkte für gewerbliche Zwecke zählt das umfassende Sortiment. In den beiden ökologischen Fabriken in Belgien und Nordwestfrankreich und den internationalen Niederlassungen arbeiten insgesamt 155 Mitarbeiter. „Wir verwenden 600 verschiedene Rohstoffe, und jeden dieser Rohstoffe haben wir vorher genauestens geprüft“, berichtet Peter Malaise, Konzept-Manager des belgischen Erfolgsunternehmens Ecover. Egal, ob pflegende Kosmetik, Wasch- oder Reinigungsmittel, alles wird nach denselben strengen Kriterien im hauseigenen Labor entwickelt. Eingesetzt werden vor allem Tenside auf der Basis von Kokos-, Palm- oder Rapsöl, Zucker bzw. Glukose sowie mineralische Substanzen wie Zeolithe (Natriumaluminiumsulfat) oder Salze der Zitronensäure (Zitrate). „Wir prüfen im Detail, ob jeder einzelne Rohstoff ökologisch vertretbar ist“, so Malaise weiter. Das bedrohte Sandelholz beispielsweise wird aus Australien im Anbau bezogen statt aus Wildsammlung, die die natürlichen Bestände stark dezimiert. „Seit Ende Oktober 2008 sind wir der einzige Vertreter der alternativen ökologischen Industrie im „Roundtable on sustainable Palmoil“. Dies ist ein Gremium von Herstellern, die Strategien und Alternativen im Palmölanbau entwickeln, und Malaise ist stolz, im direkten Austausch mit den Herstellern Einfluss auf die Anbaubedingungen nehmen zu können. (Bild rechst: Tom Domen, Marketingmanager bei Ecover)

„Vor kurzem haben wir eine Ecocert-zertifizierte neue Naturkosmetik-Serie mit vier Produkten vorgestellt: Duschgel, Shampoo, Handwaschseife und Babybad," freut sich Malaise. Zwischen 98,8 und 99,3 % der Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs und davon sind mindestens 5 % aus Bio-Anbau. Eine komplette Umstellung der gesamten Produktion auf Bio-Rohstoffe sieht er in absehbarer Zeit nicht kommen. Grundsätzlich wäre das vielleicht wünschenswert, aber aus ethisch-moralischen Gründen lehnt Ecover einen massiven Einsatz von Rohstoffen aus biologischem Anbau ab. "Solange Menschen in anderen Ländern Hunger leiden und keinen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser haben, kann es keine vernünftige Begründung für den Einsatz solcher Rohstoffe in großem Stil in "technischen" Produkten geben", sagt Peter Malaise. Produkte aus kbA gehören eben nicht in die Waschmaschine. Würde Ecover mit seinen Produktions- und Absatzkapazitäten einen solchen Schritt unternehmen, würde dies in kürzester Zeit den Markt für Bio-Öle leer fegen. „Allein nach Großbritannien liefern wir pro Tag fünf LKW-Ladungen mit fertig verpackter Ware“, so Malaise, das entspricht etwa 80 Tonnen Rohware. Großbritannien ist mit 50 % der größte Absatzmarkt für Ecover, gefolgt von den USA, Belgien, Frankreich und Deutschland.

Neun Mitarbeiter arbeiten im Labor in Malle, 25 Kilometer nordöstlich von Antwerpen. Hier werden nicht nur ständig die Qualität der Rohstoffe, die Verarbeitung sowie die ausgehenden Produkte untersucht, sondern hier werden die Ecover-Produkte entwickelt und es wird auch Grundlagenforschung betrieben. Seit 5 Jahren befasst man sich hier in einem internationalen Forschungsprojekt gemeinsam mit den Universitäten in Aachen, Stuttgart, Braunschweig, Wien und Gent mit dem Thema Biotenside. Tenside sind als waschaktiven Substanzen von zentraler Bedeutung im Waschprozess und werden üblicherweise in einem synthetischen Verfahren aus Erdöl hergestellt. „Nun ist es uns nach intensiver Forschungsarbeit in einem Bio-Reaktor gelungen, aus natürlichen Rohstoffen wie Raps- oder Kokosöl Biotenside herzustellen. Dazu wird das Bakterium Candida Bombicula eingesetzt, das aus nachwachsenden Rohstoffen zusammen mit Glukose das gewünschte Ergebnis bringt. Das ist ein großer Durchbruch, endlich können wir im besten Sinne ökologische Tenside herstellen“, so Dirk Develter, Leiter Forschung & Entwicklung bei Ecover. Ab 2009 wird das patentrechtlich abgesicherte Biotensid, das bislang nur in einer kleinen Probeanlage hergestellt wurde, im großen Maßstab produziert und in gleich vier neuen Ecover-Produkten eingesetzt werden. 1,5 Mio. Euro investierte das Unternehmen in die Forschung, die an fünf verschiedenen europäischen Universitäten durchgeführt wurde. (Bild rechts: Herstellungsbehälter im Kleinformat für neues Biotensid)

Kritik an der Verwendung von Enzymen im Waschpulver begegnet Peter Malaise mit einem klaren ökologischen Standpunkt, denn sie verbessern nicht nur deutlich das Waschergebnis, sondern führen zu einer gravierenden Energieeinsparung, weil sie bei niedrigen Wassertemperaturen funktionieren. Aber auch bei der Bier- und Weinherstellung oder der Bereitung von Käse werden seit je her Enzyme eingesetzt. Entscheidend sei, dass nach dem Waschvorgang keine Enzyme mehr in den Kleidern stecken. Im Übrigen seien die Enzyme, die Ecover nutze und die nur 0,006 % des Waschmittels ausmachen, naturidentisch und nicht genmanipuliert. „Wir möchten durch ständige Weiterentwicklung unserer Produkte einen geringstmöglichen Verbrauch an Energie und Wasser erreichen“, sagt Malaise. Für Kunden die Waschpulver ohne Enzyme oder Duftstoffe bevorzugen bietet Ecover das Waschpulver Sensitive an. (Bild: Im Waschlabor mit 15 Waschmaschinen verschiedener Hersteller werden regelmäßig Tests vorgenommen)

Während Ecover in erster Linie über den Verkauf an ökologisch orientierte Privathaushalte groß geworden ist, steigen nun immer mehr öffentliche Gebäudereiniger als Abnehmer ein. Stadtverwaltungen wie beispielsweise in Gent, Antwerpen oder Leuven schreiben vor, dass ökologische Produkte zur Reinigung ihrer Gebäude zum Einsatz kommen müssen, und Peter Malaise freut sich, dass auch das EU-Parlamentsgebäude Berlaimont mit Ecover sauber gehalten wird. Gut ein Viertel der Städte und Gemeinden in Belgien setzen bereits auf Reinigungsmittel, die aus dem Hause Ecover stammen.

Die Vermarktungsstrategie von Ecover ist je nach Land unterschiedlich. Während man seit Anbeginn in Großbritannien vor allem über die konventionellen Handelsketten (Sainsbury, Tesco, Asda, Waitrose, Boot’s und Morrisson’s) die Verbraucher erreicht, wurden bislang in den eher fachhandelsorientierten Ländern Deutschland, Frankreich und Holland hauptsächlich die Naturkostgeschäfte beliefert. Allerdings hat sich dies Ende 2007 geändert, da Bio- und Ökoprodukte auch für den konventionellen Handel in diesen Ländern eineimmer größere Rolle spielen. Seither beliefert man auch ausgewählte Handelsketten wie Carrefour, Auchan und die Galerie Lafayette in Frankreich sowie Tegut, Rewe, Edeka, Real, Globus, Tengelmann und andere in Deutschland, was dem Fachhandel ursprünglich nicht unbedingt Freude bereitete. Während der LEH sich meist auf ein Grundsortiment von sechs bis zwölf Artikeln beschränkt, ist die Vielfalt der Ecover-Produkte im Fachhandel meist sehr viel besser vertreten - hier sind es bis zu 32 Artikel. Es ist allerdings so, dass nur ein geringer Teil der Kunden in den Biomärkten dort auch Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel kauft. Der größte Teil kauft sogar konventionelle Produkte im Drogeriemarkt um die Ecke. Peter Malaise: „Das Wasch-, Putz- und Reinigungsprogramm (WPR) macht im Naturkost-Fachgeschäft gerade einmal 0,6 % des Gesamtumsatzes aus.“ Deshalb sieht Ecover im deutschen Markt für beide Absatzkanäle noch erhebliche Potenziale. Erstaunlicherweise seien es nämlich gerade einmal 8 % der Kunden, die nicht nur ihre Bio-Lebensmittel dort einkauften, sondern auch ihre WPR-Produkte. Noch lange nicht jeder Konsument habe verstanden, dass die Kleidung und damit die Produkte, mit denen diese gereinigt wird, eine „zweite Haut“ sei. Auch die „dritte Haut“ – die Wohnung – sollte mit umweltfreundlichen Mitteln gereinigt werden, damit sich keine negativen Rückwirkungen auf unsere „erste Haut“ ergeben. Die äußere Körperhygiene des Menschen - einschließlich der Kosmetik- und Hautpflegemittel - gehört, so die Philosophie von Ecover, zum unmittelbaren Umfeld des Menschen wie die unterschiedlichen Schalen zu einer Zwiebel. Hygiene ist daher der übergeordnete Begriff, der alle Produkte von Ecover miteinander verbindet.

Für den Fachhandel hat Ecover die Partnertage entwickelt. Diese Informationsveranstaltungen für Groß- und Einzelhändler fanden nicht nur regen Zuspruch, die Informations- und Besichtigungstouren im Mai und September dieses Jahres räumten mit vielen Vorurteilen und Halbwissen auf“, erläutert Malaise. „Die Händler zeigten sich überaus interessiert, und wir kamen sehr gut mit ihnen bei Werksbesichtigungen in Malle und Boulogne sur Mer ins Gespräch“, freut sich der Konzept-Manager. Ecover werde pro Jahr von rund 4000 internationalen Besuchern – einzeln oder in Gruppen - besucht. Mitte November 2008 war eine Besuchergruppe aus England in Malle zu Gast.

Ausschließlich dem Fachhandel steht das Refill-System für Geschirrspülmittel, Handwaschmittel, Allzweckreiniger und Flüssigseife zur Verfügung. Millionen von PE-Verpackungen konnten dadurch bereits eingespart werden. „Manchmal kommen Kunden mit zehn Jahre alten Ecover-Flaschen, um sich ihre Wasch- und Reinigungsmittel selbst abzufüllen", so Tom Domen. (im Bild neben den neuen Behältern) Vor allem in Frankreich, Belgien und Großbritannien wurden seitens des Einzelhandels die Möglichkeiten wahrgenommen, große 25-Liter-Gebinde aufzustellen, um Verbrauchern das Nachfüllen von mitgebrachten Haushaltsbehältern zu ermöglichen. Die leeren Container wurden zurück zu Ecover gesandt. Neuerdings kann man sich diesen Aufwand sparen, da Ende September auf das neuartige Bag-in-Box-System mit jeweils 15-Liter-Inhalt im Plastiksack im Karton umgestellt wurde. „Unsere neuen Nachfüll-Stationen wurden vom Einzelhandel sehr gut aufgenommen, wobei diese auch der Kundenbindung zum Verbraucher dienen“, erklärt Tom Domen aus der Marketingabteilung. 10 % des Kaufpreises spare sich der Verbraucher auf diese Weise. Für Deutschland wird noch ein interessierter Großhändler gesucht, der Interesse an der Verbreitung der attraktiven Abfüllstationen hat. (Bild links: angenehme Arbeitsatmosphäre im Büro)

Auch in anderen Bereichen der Wiederverwendung und des Recycling ist Ecover vorbildlich. Neben der Produktionshalle stehen die verschiedenen Behälter für die Wiederverwertung (Bild unten links) sowie eine hauseigene Kläranlage (Bild unten Mitte). Die großen Kartons (Bild unten rechts), mit denen Ecover vom Verpackungsmittelhersteller beliefert wird, werden wieder zurückgenommen und im Kreislaufsystem erneut eingesetzt. Übrigens eine Initiative, die von Ecover angeregt wurde und vom Verpackungsmittelpartner nun in großem Stil umgesetzt wird.



Das Wachstum ist besonders in Ländern, in denen Ecover bereits gut vertreten ist, sehr erfreulich. 2007 erzielte man in Großbritannien einen Zuwachs von 43 %. In Deutschland und in Frankreich geht Ecover durch den Einstieg in den LEH von einem Wachstum für 2008 von 30 % statt wie bisher von 20 % aus. Der Gesamtumsatz dürfte 2008 bei über 70 Mio. Euro liegen. Die Produktion ist derzeit so gut ausgelastet, dass man gezwungen ist, im Drei-Schicht-Betrieb zu arbeiten.

Discounter werden aus grundsätzlichen und ethischen Überlegungen nicht beliefert, da man nicht zu einem ruinösen Wettbewerb beitragen möchte. Es werden auch keine Abfüllungen für Handelsmarken vorgenommen, sondern die ganze Produktion findet unter dem Label Ecover und Wellments statt. In der Schweiz ist Ecover auch mit der Tochtergesellschaft Held vertreten. Neu als Exportländer sind 2008 Griechenland, Zypern und die Slowakei hinzugekommen .

Die Übernahme des österreichischen Naturkosmetik-Herstellers Wellments im Jahr 2005 sowie die Umstellung auf ein rentables Sortiment waren offenbar schwieriger als ursprünglich erwartet. Die Anzahl der Artikel wurde von 80 auf 60 geschrumpft, ein Redesign und ein Rebranding haben stattgefunden. Inzwischen sei man auf einem Erfolg versprechenden Weg, auch wenn der Wettbewerb im Naturkosmetiksektor gerade in Deutschland und Frankreich besonders hart sei, und rechne mit einem Zuwachs von 5 % in 2008.

Um das enorme Wachstum zu stemmen, baute Ecover 2006 einen weiteren Standort in Nordfrankreich auf. In Boulogne sur Mer entstand direkt am Ärmelkanal, einen "logistischen Steinwurf" vom größten Ecover-Absatzland Großbritannien entfernt, die zweite ökologische Fabrik. Das moderne 10.000 m² große Produktionswerk wurde am 10. Mai 2007 von Jørgen Philip Sørensen, dem Inhaber von Ecover, eröffnet. (Bild links: Chargenmuster aus der Produktion)

Obwohl Ecover bereits annähernd 30 Jahre alt ist, hat Peter Malaise das Gefühl immer noch in einem jungen Pionierbetrieb tätig zu sein, der immer neue Ideen entwickelt und neue Bereiche erschließt. Denkbar sei für ihn auch, dass in Zukunft die Haushaltsbehälter aus Polyäthylen durch Bio-Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt würden, spekuliert Malaise. Betätigungsfelder gäbe es für Ecover noch genug. Beste Voraussetzungen für die "Umweltrealisten aus Malle", wie sie sich selber nennen, auch in Zukunft die richtigen Antworten auf die immer drängenderen Umweltprobleme der Menschheit geben zu können. Zumindest in wichtigen Teilbereichen.

Tipp: www.ecover.com
 

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