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Claus-Pural: dynamische Entwicklung als internationaler Großhändler

von Redaktion (Kommentare: 0)


Kaum ist das neue Gebäude in Baden-Baden bezogen, schon ist es beinahe wieder zu eng. Mit rasanter Geschwindigkeit entwickelt sich der Naturkost- und Reformwarengroßhändler Claus-Pural vor allem im internationalen Geschäft weiter. Die Qualitätsmarken, die angeboten werden, finden in immer mehr Ländern Anklang. Professionalität und Internationalität sind dabei die entscheidenden Faktoren. 160 Mitarbeiter, allein 30 davon 2008 neu eingestellt, zählt das Unternehmen. In Kürze wird noch ein 100 m²-Musterladen im Eingangsbereich des neuen Gebäudes eingerichtet. (Bild: Pural-Geschäftsführerin Ulrike Claus im neuen Büro)„Sind sie nicht toll, meine Ziegen“, schwärmt Heinz Claus (Bild), Seniorchef des Unternehmens, und deutet auf eine Herde hinter dem neuen Verwaltungs- und Lagergebäude. Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsabgabe für den Neubau wurde gleich etwas Sinnvolles unternommen: ein Naturschutzgebiet wurde im Anschluss an die deutlich vergrößerte Gewerbefläche an der Iffezheimer Düne geschaffen, die nun regelmäßig durch einen Schäfer mit seiner Herde beweidet wird. Lange Zeit hatte man mit der Stadt sowie dem früheren Landeigentümer um die Erweiterung ringen müssen, bis der Kauf der Fläche und der Bau der Halle realisiert werden konnte.

Vor zwei Jahren, im November 2006, war es endlich soweit. Die Planungen waren abgeschlossen und der Neubau konnte beginnen. Im Juli 2007 wurde die Erweiterung auf mehr als das Doppelte der Fläche Wirklichkeit. Damit stieg die bisherige Lagerfläche auf annähernd 8.000 m². Das Volumen für eine optimale Lagerhaltung und die deutlich verbesserten Abläufe konnten sogar auf 46.500 m³ verdreifacht werden. Nun „gehört“ die bisherige Halle mit ihren 3000 m² Nutzfläche samt Verwaltungstrakt ganz den „Franzosen“. Als expansivster Teil des Unternehmens ist der Bereich PurAliment France S.A.R.L. dort mit inzwischen 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern untergebracht. Geschäftsführerin ist Ulrike Claus, Tochter des Firmengründers.
(Bild: Deutsche und Franzosen arbeiten bei Pural Hand in Hand).

Der Gesamtumsatz von Claus-Pural in allen Sparten steigt 2008 auf 66 Mio. Euro, was einem Zuwachs von 16 % entspricht. Vor allem in Frankreich, wo 1400 Einzelhändler beliefert werden, konnte man dieses Jahr mit einem Zuwachs von 40 % punkten. In Deutschland, wo 1600 Naturkost- und Reformwarenfachgeschäfte beliefert werden, waren es hingegen „nur“ 11 %, in Österreich und der Schweiz jeweils 7-8%. Innerhalb von fünf Jahren konnte damit der Umsatz der Claus Reformwaren GmbH und der PurAliment S.A.R.L. sowie der Tochterunternehmen in der Schweiz und Österreich verdoppelt werden. (Bild: Blick in das neue Büro)

Ein Jahr nach der Eröffnung des neuen Lagers mit 4700 m² stellt Heinz Claus einerseits zufrieden, andererseits etwas beängstigt fest, man habe schon fast Volllast erreicht. Auch die 600 m² Kühlfläche, über die das Unternehmen in der neuen Halle verfügt, seien dringend notwendig gewesen, da der Frischebereich überproportional gewachsen sei. Der Fuhrpark mit 14 LKW (Bild rechts) ist gut ausgelastet, da man Zweidrittel der Ware selbst bei den Herstellern abhole.

„Unsere Grundidee ist es, mit den Herstellermarken gemeinsam zu wachsen und deren Umsatz innerhalb von drei Jahren zu verdoppeln“, markiert Heinz Claus sein Ziel, das er nach eigenen Angaben schon des öfteren realisiert hat. Inzwischen zählt man 270 Lieferanten, nicht nur in den Stammländern Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich, sondern auch in Italien, Belgien und den Niederlanden. Voraussetzung für neue Lieferanten ist, dass sie mindestens über zweisprachige Etiketten verfügen. „Für den jeweiligen Hersteller möchten wir gerne als Absatzpartner die Nr. 1 oder Nr. 2 werden“, definiert Claus sein Ziel. (Bild unten: Gespräch mit einem neuen Bio-Wein-Lieferanten aus Frankreich auf der Firmenterrasse)

„Wir schätzen die Entwicklungsarbeit, die von vielen Herstellern erbracht wird, und wollen, dass die bestmöglichen Produkte zum Einzelhändler sowie zum Verbraucher gelangen“, erläutert Heinz Claus seine Einstellung zu den Lieferanten. Vor kurzem wurden Naturata, Bauck, Beutelsbacher, Herbaria und Salus (nur für den Naturkost-Fachhandel) mit ins Sortiment aufgenommen.
Außerdem verstehe sich Claus-Pural als Mittler zwischen französischen Herstellern und dem deutschen Markt. „Danival, Biofournil, Coteaux Nantaix sind für uns wichtige Lieferanten“, so Heinz Claus. „Umgekehrt machen wir auch Firmen wie Andechser, Heirler, Taifun, Vitam, ÖMA in Frankreich bekannt.“ Das Sortiment von Claus Reformwaren/Pural in Deutschland umfasst insgesamt 8500 Artikel, wobei rund 500 – 1000 neue Artikel pro Jahr hinzukommen. Produkte, die sich weniger gut verkaufen, werden dann ausgelistet. Neu ist, dass seit der Öffnung der Märkte zwischen Reform- und Naturkostbranche immer mehr Reformhersteller nicht nur bei Claus Reformwaren, sondern auch bei Pural (beliefert vorwiegend Naturkostläden) gelistet sein möchten, wie beispielsweise Salus, Heirler-Cenovis und Vitam

Weltweit werden 24 Länder beliefert, wobei man ausschließlich mit dem Fachhandel zusammen arbeitet. „Neben 18 Ländern in Europa schicken wir Ware unter anderem auch nach Russland, Neuseeland, Hongkong, Japan und Island.“ Für Hongkong werden Aufklebe-Etiketten auf Chinesisch hergestellt, was sich mittelfristig als Sprung ins Reich der Mitte erweisen könnte. Mit phänomenalen 218 % Wachstumsrate kann Claus-Pural im Auslandsgeschäft außerhalb der vier Stammländer aufwarten. „Allerdings macht dieser Anteil der 20 Länder nur gerade einmal 4 % des Gesamtumsatzes aus, die mit 116 Kunden erzielt werden“, schränkt Heinz Claus gleich wieder ein. Aber dies könnte sich als Pfand für die Zukunft erweisen, da die Nachfrage nach Naturkost in vielen Ländern innerhalb und außerhalb Europas deutlich steigt. „Am Anfang ist die Erschließung neuer Städte und Länder immer unheimlich mühsam“, aber langfristig würde es sich doch lohnen, zeigt sich der Seniorchef überzeugt.

Zwar ist es Ziel, die Herstellermarken bekannt zu machen und z.B. im hauseigenen Bestellkatalog vorzustellen, aber auch die Eigenmarken Pural und Eubiona wachsen kontinuierlich. Inzwischen zählen 700 Artikel zum Pural-Sortiment, das unter eigenem Logo an den Handel geliefert wird. Das Sortiment umfasst Backwaren, vegetarische und glutenfreie Produkte, pflanzliche Brotaufstriche sowie 60 Artikel pflegender Naturkosmetik von Eubiona.

Neue Aktionen gibt es im Bereich Marketing. Für den Reformwarenbereich wurde ein Prospekt mit einer Startauflage von 160.000 Exemplaren aufgelegt. Der Flyer kommt seit September einmal monatlich heraus und wird von einem Plakat im Format A1 begleitet. (Bild: Ulrike Claus mit ihrem Vater Heinz Claus und der Ziegenherde im Hintergrund).

Die interne Organisation des Handelsbetriebs konnte durch die Einführung der beleglosen Kommissionierung (siehe Bild rechts) deutlich verbessert werden. Verwechslungen von Artikeln sind dadurch ausgeschlossen. Die Erfassungsgeräte mit Handscanner schaffen 50.000 Picks, d.h. Registrierung der Zugriffe, pro Tag. Zweidrittel der Picks sind jedoch für ein Drittel des Umsatzes verantwortlich, was bedeutet, dass beispielsweise der Anbruch von Gebinden nach wie vor aufwendig ist. Vor allem der Reformwarensektor bestellt häufig Kleinstmengen, zum Leidwesen eines jeden Großhändlers. Bestellungen beim Großhändler werden nach Erfahrungen von Heinz Claus inzwischen zu 50 % digital übermittelt. Auch die Datenpflege des Sortiments erfolgt zunehmend im Internet. Alle zwei Stunden wird ein Lastzug für den deutschsprachigen Raum verladen. Rund zwei Drittel des Umsatzes wird inzwischen mit Naturkost erzielt, ein Drittel nur noch mit Reformwaren.

Zu den Bereichen, die besonders wachsen, zählt Heinz Claus auch die Naturtextilien. Mit Cotton People werde schon ein Umsatz von rund 700.000 Euro erzielt, obwohl nur 300 Kunden damit beliefert werden. „Wir konnten hier im Jahr 2008 ein 30-prozentiges Wachstum erzielen“, so Claus begeistert. Bei den Einzelhändlern gäbe es eine steigende Anzahl an Naturtextilläden, die beim Reformwaren-Großhändler einkaufen.

Zur Firmengeschichte: Gegründet wird die Firma Claus Reformwarenvertrieb GmbH von Heinz und Sonja Claus 1964 in Baden-Baden. Es folgt der Aufbau des Reformwaren-Großhandels in Baden-Württemberg, besonders im badischen Landesteil. 1991 engagiert sich Claus im Ausland und sorgt in Österreich für den Erhalt der 1976 gegründeten Firma Bio-Vollwert. 1992 übernimmt die Claus GmbH die Verantwortung für die französische Firma PurAliment, die bereits 1907 in Paris gegründet wurde. 1994 übernimmt die Firma Claus den Pionier der schweizerischen Reformbewegung: die Firma PHAG, gegründet 1895 in Basel, heute mit Sitz in Gland. Seit 1996 beliefert die Tochterfirma Pural Naturkost GmbH mit der Eigenmarke PURAL Naturkostfachgeschäfte in ganz Deutschland. Der Name ist Programm: Pural leitet sich aus den französischen Wörtern pur = rein/natürlich und aliment = Lebensmittel ab. 2005 wurde die Eigenmarke für Naturkosmetik, Nahrungsergänzung und Haushaltswaren relauncht, seither tritt Eubiona als zertifizierte Bio-Produktlinie auf. (Bild: Paternoster für das Kleinteillager mit 800 Artikeln pro Schrank)

In der Firma arbeitet die ganze Familie Claus mit: Die Gründer Heinz (69 Jahre) und Sonja (69 Jahre) Claus sowie die Töchter Ulrike Claus (44 Jahre) mit ihrem Ehemann Fritz Großholz sowie Beate (42 Jahre) und Christoph Scharfeberg.


Tipp:


www.meinpural.de
www.claus-gmbh.eu

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