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Zwergenwiese-Produkt für den Goldenen Windbeutel nominiert

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die Nominierten © Foodwatch

Die Verbraucherorgansiation Foodwatch hat die Zwergenwiese Kindertomatensauce als eines von fünf Produkten für die Wahl des Goldenen Windbeutels 2019 nominiert. Der Preis wird für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“ verliehen.

Zwergenwiese bewerbe seine Tomatensauce mit großen, bunten Buchstaben sowie einer Comic-Zwergen-Figur und spreche damit direkt Kinder an. Bei Eltern entstehe so der Eindruck, die Rezeptur sei kindgerecht schreibt Foodwatch. „Doch die Kinder-Tomatensauce enthält 11 Prozent Zucker. Das macht pro Portion umgerechnet ganze sechseinhalb Zuckerwürfel – und ist alles andere als kindergerecht.“

Mit Abstand die Zuckrigste

Die Zwergenwiese-Tomatensauce Traditionale dagegen komme mit nur 4,6 Prozent Zucker aus. Von den zwölf Tomatensaucen aus dem Haus Zwergenwiese sei die Kinder-Tomatensauce mit Abstand die zuckrigste, schreibt Foodwatch weiter. Die Organisation zitiert auch die Kundin, die das Produkt für die Wahl vorgeschlagen hatte: „Eine Frechheit, vor allem bei einer Sauce explizit für Kinder. Auch wenn der Zucker aus Äpfeln kommt, ist es immer noch unnötigerweise zugesetzter Zucker.“

Denn das Produkt wurde mit Apfeldicksaft gesüßt und trägt Aussagen wie „mit der natürlichen Süße von Äpfeln“ oder „mild-tomatig mit Apfelsüße“. Aus Sicht von Foodwatch werde damit der Zuckerzusatz verschleiert und beschönigt. Zwergenwiese ignoriere die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation für Kindermarketing, wonach nur Saucen ohne Zuckerzusatz beworben werden sollten.

Könnte auch weniger sein

Zwergenwiese verweist in seiner Stellungnahme darauf, dass kein Kristallzucker zugesetzt werde: „Wir setzen nur acht Prozent Apfeldicksaft ein. Die Tomaten, Möhren und Zwiebeln enthalten u. a. von Natur aus Kohlenhydrate, in Form von Zucker.“ Dass es auch weniger sein könnte gesteht der Hersteller zu: „Die Reduzierung des Apfeldicksaftes ist als Grundgedanke durchaus wünschenswert. Auch wir haben uns in der Entwicklung schon damit beschäftigt. Eine Reduzierung würde auf max. fünf Prozent Apfeldicksaft möglich sein.“

Neben Zwergenwiese stehen zur Wahl:

  • Ein Bio-Karottensaft von Hipp: Der Hersteller hatte laut Foodwatch die Flasche von 500 auf 300 Milliliter verkleinert und gleichzeitig den Preis erhöht.
  • Wasabi-Erdnüsse von Rewe, die den japanischen Meerrettich nur in homöopathischen Dosen enthalten.
  • Ein Protein Lower Carb Riegel von Schwartau, der auf Fitness macht und zu einem Viertel aus Zucker besteht.
  • Der Yoghurt-Drink Yakult. Für Foodwatch eine „dreiste Abzocke für 8,40 Euro pro Liter“. Effekte auf die Gesundheit seien wissenschaftlich nicht belegt.

Die Wahl läuft bis zum 1. Dezember. Dem Hersteller des Produkts mit den meisten Stimmen will Foodwatch den Negativpreis am Firmensitz überreichen.

Weitere Infos auf Facebook/Zwergenwiese

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