Anzeige

organic-market.info| Mediadaten | Impressum | Datenschutz

Wollen denn alle Bio? – Teil 1 der Serie zu den Öko-Marketingtagen 2018

von Gudrun Ambros (Kommentare: 1)


Lesen Sie auch:

Warum Bio-Händler eine Liebesbeziehung mit echten Preisen haben sollten – Adrian de Groot Ruiz im Interview

Adrian de Groot Ruiz verrät, wie er die wahren Preise von Lebensmitteln berechnet. Lesen Sie, welchen Vorteil er dabei für den Bio-Handel sieht – und wo er dort zuerst nach versteckten Kosten suchen würde.

Mit transparenter Preispolitik vom LEH abheben

Auf dem 12. European Organic Congress hätte man sich selbstzufrieden auf die Schultern klopfen können. Stattdessen diskutierten die Teilnehmer über Fairness, ehrliche Preise und die GAP.

Neue Studie berechnet externe Kosten der deutschen Landwirtschaft

Vom Ursprung bis zum Scheunentor: Wissenschaftler der Universität Augsburg haben die externen Kosten der deutschen Landwirtschaft für drei wesentliche Bereiche ermittelt.


Stichworte:
zur Startseite/alle Meldungen

Zurück



Kommentar von Georg Rieck |

Zitat: "Contra hierzu gab Jürgen Mäder. Er beruft sich auf 27 Jahre Erfahrung bei Edeka Südwest. Derzeit arbeitet dort er als Geschäftsführer, verantwortet unter anderem für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Nachhaltigkeit. Seinen Erfahrungen nach kaufen Kunden zu Monatsanfang Filet, zu Monatsende aber Hackfleisch. Preis sei für sie ein wesentliches Kaufkriterium, auch beim Bio-Einkauf."
Herzlich willkommen im Haifischbecken!
Die selbstständigen Edeka und Rewe Kaufleute hatten bisher noch kein Interesse daran Bio über den Preis zu vermarkten. Ganz anders die Zentralen - denn die haben schon lange dieses grausame Discount-Gesetz übernommen: "Der Verkaufspreis hat mit dem Einkaufspreis nichts zu tun". Das bedeutet, dass der Verkaufspreis ausschließlich ein psychologisches Werkzeug ist, um Kunden zu beeinflussen und zu lenken. Und weil das mit Preissenkungen besser funktioniert, als mit Preiserhöhungen, entsteht an dieser Stelle der Preisdruck und damit diese Kultur der Entwertung, die alles zerstört.
Wir brauchen uns überhaupt nicht über Biodiversität, Ressourcenverbrauch, Müll, Wasser, Landwirtschaft und all die anderen Problemfelder zu unterhalten, solange wir nicht entschieden für einen Kulturwandel im Lebensmittelbereich eintreten. Weil das zur Zeit so viele Menschen begreifen, wie selten zuvor, werden -schwupps- alle Saulusse zu Paulussen, die Täter der kulturellen Zerstörung werden zu neuen Freunden.
Wir reiben uns die Augen und diskutieren die Frage, ob wir dem LEH einen kulturellen Wandel tatsächlich zutrauen, oder ob es sich um Greenwashing handelt, um eine Werbelüge?
Ich finde, dass es da eine Prüfungsfrage gibt: Wie gehen die Einkäufer der Zentralen mit den Erzeugern und Herstellern um?
Ich würde den Konzernen erst glauben, wenn sie sich dauerhaft, nachhaltig und glaubwürdig dazu verpflichten, dass Preisdruck auf Lieferanten für alle Einkäufer tabu ist. Prinzipiell und für alle!
Und dazu sichtbar eine Kultur der Wertschätzung aufbauen würden...
Klingt märchenhaft - ist es wohl auch, weil die Herren nichts anderes gelernt haben. Wenn ein Einkäufer keine Minusprozente nach Hause bringt, fliegt er raus. Aus dem Statement von Herrn Mäder kann man diese Denkweise glasklar erkennen: Er redet davon, dass den Kunden der Preis wichtig sei. Das ist falsch! Wenn der Kunde am Monatsende nicht mehr liquide ist, kann er kein Geld ausgeben. Er kauft Hackfleisch, nicht weil er auf den Preis achtet, sondern weil er auf sein Geld aufpassen muss - das ist ein Unterschied!
Die einzigen, die dauernd an Preise denken und diese Kathegorie wie ein Brett vorm Hirn tragen, sind Herr Mäder und seine Kollegen. Die machen den Kunden seit 60 Jahren das Hirn wuschig mit ihrem permanenten Preisgezeter. Dabei dient der Preis den Herren Strategen ausschlieslich als Artillerie im Verdrängungswettbewerb. Darum geht es - nur darum. Für dieses Ziel am untersten Ende der moralischen Skala nehmen sie den Verlust unschätzbarer und unwiederbringlicher kultureller Werte in Kauf - oder verstehen die Tragweite ihres Handelns einfach nicht.