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TV-Kritik: Billig-Bio am Pranger

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Billigangebote aus dem Discount, Bilder vom Plastikmeer im spanischen Almeria und riesige Bananenplantagen. „Ist Bio noch Bio? Oder bleiben mit dem Boom die guten Absichten auf der Strecke?“ Diese Frage stellte der Sender ZDF in seinem Wissensmagazin planet e.

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Kommentar von Georg Rieck |

Sehr geehrter Herr Frühschütz,

Ihre „Schön-Schön“ - Ironie drückt folgendes aus:
Der Fachhandel soll sich mit seinem Gutmenschen - Getue mal schön zurückhalten, weil auch nicht besser. Denn um das Klimaziel zu retten, muss Bio in den Discount, 100% mit Gewalt. Was man in dem Film sieht, ist nicht schön, es handelt sich dabei aber um unvermeidliche Kollateralschäden, mit denen muss man eben leben ...

Ja stimmt, die Konventionalisierung des Fachhandels ist viel zu weit gegangen. Da wurde nicht rechtzeitig erkannt, wie schädlich die Auswirkungen sind, wenn Bio der Preisdrückerei unterworfen wird.
Bio war und ist ein anderes Versprechen, das in dem Film schön klar am Beispiel der Domäne Fredeburg gezeigt wird. Es ist das Versprechen, uns für eine andere Welt einzusetzen, in der ökologischen Zusammenhängen und der Erhaltung der Biosphäre Priorität eingeräumt wird vor den Doktrinen eines blindgierigen Wirtschaftssystems.
Statt an der Entwicklung und Einhaltung dieses Versprechens zu arbeiten, haben wir uns, von falschen Propheten und den Verlockungen des Business verführen lassen.

Nicht stimmt und ganz falsch ist die Auffassung, man könne die Massen zum Biokonsum treiben, wenn man nur die Preise runtersemmelt. Das ist selten blöder Humbug! 100 % Bio ist eine Vision, der die Branche folgt. Aber jeder, der suggeriert, das könne man jetzt und hier mit Gewalt verwirklichen, indem man mit den Methoden des konventionellen LEH und des Discounts drückt und pusht, verrät das Versprechen, das die Glaubwürdigkeit von Bio ausmacht. Es sind eben nicht „nur“ Kollateralschäden, sondern massive Zerstörungen von Vertrauen, die dabei herauskommen.

Diese Diskrepanz zeigt der Film – einfach und deutlich. Mit zarten Aquarellen wird man diesem Zusammenhang nicht gerecht, da ist Holzschnitt schon sehr gut geeignet.

Es ist für die Bio-Branche aber nicht zu spät sich zu besinnen, ein Branchenleitbild gemäß den UNO- Nachhaltigkeitszielen zu entwickeln und den Kurs zu korrigieren.

Wundern muss ich mich immer wieder darüber, dass sich der Bioverlag dafür hergibt, diese Marschrichtung: „100% BIO – jetzt sofort, ohne Rücksicht auf Verluste, weil Regierungen durch Klimaaktivismus neue Marktchancen zu eröffnen scheinen, da müssen wir mit, das ist das ganz große Business“ so unkritisch durchzutragen.
Wer auch immer diese Parolen in die Welt gesetzt hat, sie würden besser sehr kritisch hinterfragt!


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