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Podiumsdiskussion auf der BioSüd: "Eigentlich braucht's uns nicht mehr"

von Horst Fiedler (Kommentare: 1)


Ist die Beziehung von Demeter und dem Fachhandel ein Auslaufmodell oder eine Chance? Dieser Frage versuchte man bei der Podiumsdiskussion "Um 12 Uhr mittags" auf der BioSüd auf den Grund zu gehen.

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Kommentar von Georg Rieck |

„Keine Annährung zwischen Demeter und Fachhandel spürbar“

„Somit ist die einst intensive Liaison von Fachhandel und Demeter als Auslaufmodell zu bewerten.“ „Eigentlich braucht’s uns nicht mehr“

Werte Kollegen,
vor allem sollten wir das Geheule der verlassenen Geliebten schleunigst einstellen!
Wieso braucht´s uns nicht mehr, nur weil die Verbände der Bio-Landwirte sich neuen Partnern öffnen??? Wozu Annäherung an demeter??? Wieso brauchen wir eine Liaison???

In der Pionier-Phase waren wir nützliche Partner, denn wer sonst hätte sich gegen alle ökonomische Vernunft auf die Handelei in einer Mikronische eingelassen, mit nicht sonderlich alltagstauglichen Produkten von Weltverbesserern für Weltverbesserer?
Seit geraumer Zeit aber ist diese Partnerschaft eher hinderlich geworden, weil das Verhältnis der produzierten Mengen und des Handelsvolumens nicht mehr im Gleichgewicht standen. Der Fachhandel wurde zusehends zum Nadelöhr, durch das kein Kamel mehr durchkommt. Die Anbauverbände haben folgerichtig darauf hingearbeitet, neue Handelswege zu entwickeln.
Wir – der Fachhandel und sein Verband - haben diese Zeit hingegen nicht genutzt, sondern mit einer völlig absurden Abschottungspolitik versucht, den Partner in der Burg einzuschließen.
Diese Idee war und ist falsch! Die Anbauverbände werden ihren Weg gehen und die Konsequenzen ertragen müssen, denn der Discount wird seine DNA nicht verändern. Das könnte schlimm werden – vielleicht gut, wenn wir nicht mehr dabei sein müssen.
Daher sollten wir schleunigst daran gehen, ein „eigenes Profil“ zu entwickeln und einen „Werte-Kanon“, „Leuchttürme“ zu bauen und in eine „Leader-Bewegung“ zu investieren.
Alles das tun einige Kollegen ja auch schon seit langem und haben es verstanden, sich als Marke in ihrer Stadt aufzubauen. Offensichtlich funktioniert das!
Das als Gemeinschaftsprojekt anzupacken, wird allerdings nicht einfach, denn – machen wir uns doch nichts vor - der „Fachhandel“ hat kein gemeinsames Profil, keine gemeinsame Handelskultur und ist weit gespreizt in der Auffassung, was „unsere Werte“ seien! Vom kleinen Idealisten bis zu denns und den anderen Ketten. Vom Wertschöpfer bis zum preisverblödeten Wertvernichter. Vom politischen Idealisten bis zum Marktmacht – Politiker. Vom Individualisten bis hin zum Kopisten der konventionellen Handelskonzern–Machenschaften.
Vielleicht sollten wir uns nicht damit aufreiben, den einen passenden Hut für diesen bunten Haufen zu konstruieren? Oder in Strukturen zu investieren, die auch nichts besser machen könnten, als die bestehenden Großhändler – wohl auch nur zu einer neuen Handelsstufe führen würden. Oder uns zu anderen Panik getriebenen Aktivitäten verführen zu lassen …Warum – zum Teufel – wird diese Angst vor dem Untergang geschürt? Das ist doch der allerletzte Quatsch!

Alle, aber auch wirklich alle Marktforschungen und Verbraucher-Studien zeigen zur Zeit, dass das Ziel und der Weg, den unsere Branche seit 40 oder 50 Jahren geht, genau der Richtige ist! Dass immer breitere Teile der Bevölkerung sich für die politische Notwendigkeit der Enkeltauglichkeit sensibilisieren! Da ist es doch völlig irre, wenn wir uns in Untergangs-Phantasien wälzen, nur weil die Konzerne das jetzt entdeckt haben und für ihr grünes Mäntelchen und ein bisschen Marge nutzen wollen. Und weil die Anbauverbände jetzt mit attraktiveren Partnern ins Bett gehen …
Ziel und Weg sind breit genug für alle Akteure!
Das Einzige, was wir zu fürchten hätten, wäre der Liebesentzug unserer Kunden! Diese Partnerschaft ist das einzig Wichtige für uns Händler! Die gilt es zu pflegen durch gute Arbeit und unsere sorgfältige, wertschätzende und den Werten verpflichtete Haltung! Bauern und Hersteller wird es immer genug geben, die gemeinsam mit uns das Ziel anstreben wollen. Es werden niemals „Alle“ sein, die dazu bereit sind, die Preise für die enkeltaugliche Welt zu zahlen – aber es sind viele und es werden immer mehr! Gemeinsam mit denen wollen wir „Pferde stehlen“ - können wir doch – haben wir doch schon immer so gemacht!


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