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"Mechanismen des konventionellen Handels" – Richard Mergner über die Logistik in der Biobranche

von Jochen Bettzieche (Kommentare: 1)


Die Biobranche ist noch weit entfernt von einer wirklich umweltfreundlichen Logistik, meint Richard Mergner vom BUND Naturschutz in Bayern. Mit uns hat er über mögliche Fehlentwicklungen gesprochen.

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Kommentar von Georg Rieck |

Sehr geehrter Herr Mergner,

… „es gibt die Tendenz, dass immer mehr Mechanismen des konventionellen Handels übernommen werden.“
Ja, ich stimme mit Ihnen überein, dass es für die Glaubwürdigkeit der Bio-Branche ausgesprochen schädlich ist, wenn die Mechanismen des konventionellen Handels übernommen werden. Das trifft insbesondere auf das Verhalten der Einkäufer zu, wenn diese durch Preisdrückerei auf die Vorstufe Sklavenhaltung, Artenschwund und Verarmung des ländlichen Raumes bewirken. Oder wenn die Löhne der Mitarbeiter nur als betriebswirtschaftliche Kosten betrachtet werden und nicht in erster Linie als Einkommen der Menschen für ein würdiges Leben.
Aber dass Sie im Interview mit „Biomarkt.info“ eine Generalkritik bei dem Biofachhandel abladen, halte ich doch für reichlich unfair!
Die Bioläden haben vor 50 Jahren als politische Gründungen ohne Kapital und Knowhow angefangen, ein Gegenmodell zu den konventionellen Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft, in der Industrialisierung und im Handel zu entwickeln und zu vertreten. Das ist ihnen wunderbarerweise tatsächlich auch gelungen! Das verdient es, gewürdigt zu werden!

In seinen „Minima Moralia“ sagt Adorno: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“

In diesem Sinne machen Sie den Biofachhandel für die heute als falsch erkannten Strukturen unserer modernen Industriegesellschaft verantwortlich, weil wir nur ein paar Antworten auf ein paar Fragen haben, aber keine Lösung für das falsche Leben???

Übrigens gibt es seit ca. 20 Jahren keinen Stückguttransport auf der Bahn mehr. Sie machen sich die Sache mit Ihren schnellen Antworten zu einfach!

„Und außerdem kann ich als bewusster Verbraucher ein Bioprodukt, das über 500 Kilometer von schlecht bezahlten Lkw-Fahrern in einen Laden gebracht worden ist, der nicht mal einen Betriebsrat hat, nicht guten Gewissens essen.“

DANN GEH DOCH ZU LIDL !!!!
Da werden Sie bestimmt besser bedient, weil die zum Quirlen heißer Nachhaltigkeitsluft schöne große Marketingabteilungen haben.

Insgesamt, abgesehen von der Warnung, enthält das Interview leider viel ärgerliches Geräusch ...

Mit freundlichen Grüßen
Georg Rieck



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