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Bioland regelt Vertriebsgrundsätze neu

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Die Bundesdelegiertenversammlung von Bioland hat den Rahmen für den Vertrieb von Produkten mit Bioland-Auszeichnung weiterentwickelt und wichtige Weichenstellungen beschlossen.

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Kommentar von Georg Riekh |

Lieber Jan Plagge
„Es ist auch eine meiner größten Sorgen, dass das, was wir in 50 Jahren aufgebaut haben, durch das Image eines Handelspartners in Mitleidenschaft gezogen wird“, sagt der Bioland-Präsident.
Meine Sorge ist, dass sich Bioland unter dem Preis- und Mengendruck der neuen Partner, recht schnell darauf einlässt, die Richtlinien abzuflachen und für die Großstrukturen flutschig zu machen. Was wird von „BIO“ schlussendlich dann für den Verbraucher noch erkennbar sein? Die sieben Prinzipien verraten und verkauft! Selbstverständlich ist der LEH darauf erpicht, sich das Bioland – Image als grünes Mäntelchen nutzbar zu machen – was dabei von Bioland übrig bleibt, dürfte den Herren ziemlich schnuppe sein – denn Bio brauchen sie eigentlich nicht wirklich, um Geschäfte zu machen.
LEH und Discounter seien allem Anschein nach auf der Suche nach Partnern, mit denen sie Bio- Qualitäten oberhalb der EU-Öko-VO absichern und weiter entwickeln können. Dies könne laut Plagge auch eine Chance für die Erzeuger und Hersteller sein, ihre Kompetenzen weiterhin federführend einzubringen.
Das haben schon immer alle gehofft und geglaubt, die den Pakt mit dem Teufel eingegangen sind. Der LEH/Discount verkauft 95% industriell hergestellte, konventionelle Produkte. Weil die Marketing-Abteilungen gerade erkennen, dass sich in der Gesellschaft etwas drehen könnte, fangen sie an, Bioland – Schminke aufzutragen. Wenn ihr euren Bauern das als Chance verkauft, verratet ihr sie.
„Erzeuger- und Herstellerpreise müssen fair und auskömmlich sein und so eine nachhaltige Betriebsentwicklung ermöglichen. „In der Bewerbung stehen Qualität und Zusatzleistungen von Erzeugern und Herstellern im Vordergrund, nicht der Preis.“
Klar, es gibt sie, die jungfräuliche Empfängnis...!
„Der Gewinn liegt im Einkauf“ ist seit 60 Jahren die schmutzige Doktrin des LEH/Discount, mit der das ökologische Desaster, der Niedergang des ländlichen Raumes und der Lebensmittel – Qualität bewirkt und angerichtet wurde.*
Etwas anderes haben sie nicht gelernt und werden sie auch noch lange nicht gelernt haben.
Leute, Leute...ihr glaubt, das ihr dieser zynischen Konzernmacht etwas abtrotzen könnt? Lieber Jan Plagge, ich würde es Euch ja wünschen – allein mir fehlt der Glaube!
Ich spreche hier übrigens nicht als ängstlicher Bioladner, sonder als Dipl.Ing.Agr., der sich daran erinnert, das wir vor 40 Jahren mal angetreten waren, um genau diese drei Schlachtfelder aufzuräumen und nur dafür haben wir das Mandat der Kunden bekommen!



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