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Bio-Markt in Spanien: Wachstum auf allen Ebenen

von Karin Heinze (Kommentare: 1)


Der neue Bio-Verbraucher ist jung

Eine im Jahr 2016 durchgeführte Charakterisierung der Bio-Kunden in Spanien zeigt, dass 30 Prozent jünger als 35 Jahre alt sind. Diese Generation, die Millenials, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden, hat sich zum wichtigsten Verbraucher für Bio-Lebensmittel in Spanien entwickelt. Die jüngere Generation denkt mehr über Gesundheit nach und verfügt über ein wachsendes soziales und ökologisches Bewusstsein.

Die von IRi Marktforschung im Jahr 2017 durchgeführte Studie "Consumo Eco y Bio 2017" zeigt, dass der Hauptgrund für den Konsum von Bioprodukten darin liegt, dass sie zu einem gesünderen Lebensstil beitragen. Der Verzicht auf synthetische chemische Substanzen, die hohe Qualität und der Geschmack der Produkte sind ebenfalls wichtige Gründe für den Kauf von Bio-Ware. Auch der Trend zum vegetarischen und veganen Essen spielt eine Rolle. Der erwartete Anstieg ihres verfügbaren Einkommens und die Tatsache, dass die Millenials beginnen, Familien zu gründen, die sie dazu bringen, aktiv nach gesünderen Lebensmitteln zu suchen, lässt eine weiter steigende Nachfrage nach Bio-Produkten erwarten. Zu diesem Schluss kommt die Studie.

Herausforderungen: Reorganisation der Vertriebskanäle und die Handelsbilanz

Dem EcoLogical-Report zufolge gibt es jedoch auch einige Herausforderungen für das Wachstum in den nächsten Jahren. Ein Teil des spezialisierten und unabhängigen Handels  befindet sich in einem wichtigen Umstrukturierungsprozess. Die kleineren und spezialisierten Bioläden und regionalen Distributoren sehen sich sowohl physisch als auch online mit neuen Konkurrenten konfrontiert, vor allem im Bereich der Einzelhandelsketten sowie mit der Einführung neuer Bio-Sortimente durch die Agrar- und Lebensmittelindustrie.

Was die Handelsbilanz angeht, besteht ein deutliches Ungleichgewicht zwischen dem höheren Import an Bio-Ware im Vergleich zum Export. Da Importe eine höhere Wertschöpfung darstellen als Exporte, kann das langfristig zu einem Wettbewerbsproblem führen. Dennoch "blickt die Branche aus einer sehr positiven Perspektive in die Zukunft, die den Wachstumstrend sehr wahrscheinlich fortsetzen und 2018 ein Marktvolumen von zwei Milliarden Euro erreichen wird", so Roig.

Europas Spitzenreiter in der Ökolandbaufläche

Bei der Größe der zertifizierten Bio-Flächen übernahm Spanien 2016 erstmals die Führung innerhalb der Europäischen Union. Mit 2,01 Millionen Hektar belegt es außerdem den fünften Platz im weltweiten Ranking der größten Fläche für den ökologischen Landbau. Nach einem Jahr starken Wachstums der registrierten ökologischen Anbaufläche 2014-2015 mit einem Zuwachs von 18,34% verlangsamte sich dieser Trend im Zeitraum 2015-2016 mit einem Wachstum von nur 2,5%, das entspricht 50.000 Hektar. Mit 2,01 Millionen Hektar ist Spanien führend in der europäischen Produktion, gefolgt von Italien mit 1,80 Millionen Hektar und Frankreich mit 1,54 Millionen Hektar. 52% der verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzfläche sind Dauergrünland, gefolgt von Getreide mit 0,21 Millionen Hektar, Oliven mit 1,96 Millionen Hektar, Nüsse mit 1,35 Millionen Hektar und Weinberge mit 1,06 Millionen Hektar.

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Neue Bio-Produkte. Tabelle EcoLogical.bio
Neue Bio-Produkte in Spanien. Tabelle EcoLogical.bio

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Kommentar von Martina Merz |

Spanien ist für mich ein sehr ambivalentes Land: Vorreiter und sich deutlich entwickelnder Absatzmarkt für Biolebensmittel, aber auch sehr kritisch gesehenes Land bezogen auf ethische und ökologische Faktoren bei der Erzeugung.
Katastrophale Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie die flächendeckende Versiegelung mit Foliengewächshäusern machen vor Bio mit großer Wahrscheinlichkeit auch keinen Halt. Mich würde Interessieren, welche Anstrengungen die Anbauverbände wie auch der Biogroßhandel und Handel unternimmt, um hier intensiver zu prüfen und konsequent einzuschreiten, wenn Verstöße gegen unsere grundsätzlichen Prinzipien der Nachhaltigkeit vermutet oder aufgedeckt werden?
Hier geht es neben Ökologie und Gerechtigkeit vor allem um die Glaubwürdigkeit und die Differenzierung einer ganzen Branche, eine Chance für den Biofachhandel zu zeigen, dass wir konsequenter sind und nicht allein der Profit im Vordergrund steht.



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