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Anti-Atom-Bündnis: Dennree-Kampagne stoppen!

von Horst Fiedler (Kommentare: 3)


Klare Forderung © Anti-Atom-Bündnis Berlin Potsdam

Der Werbeslogan „Kernkraft? Ja, bitte!“, den denn’s Biomärkte und die BioMarkt-Verbundgruppe für die Förderung nachbaufähigen Saatguts verwenden, wird vom Anti-Atom-Bündnis Berlin Potsdam als gefährlich eingestuft. Das Bündnis fordert den sofortigen Stopp.

Mitglieder des Anti-Atom-Bündnisses Berlin Potsdam waren auf die „bewusst als Werbestrategie eingesetzte Provokation“ aufmerksam geworden. Sie gehen davon aus, dass sich nur wenige Kunden intensiver mit Werbung auseinandersetzen. Weil in der deutschen Bevölkerung Kernkraft überwiegend mit dem Synonym Atomkraft assoziiert werde, bestehe die Gefahr, dass der Eindruck entsteht, die Bio-Branche sei für Atomkraft. Zumal, so das Bündnis, die Atomlobby derzeit mit „Atomkraft? Ja, bitte!“ werbe.

Eindeutig von Atomkraft distanzieren

„Die Initiatoren der Initiative belasten mit diesem vermeintlichen Wortspiel die Klärung des Weges zur Bewältigung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen bezüglich der Klimapolitik und des notwendigen Umbaus der Energiewirtschaft bei gleichzeitigem Atomausstieg“, argumentiert das Bündnis und fordert die Dennree-Initiative auf, die Kampagne zu beenden und sich eindeutig von der Atomkraft zu distanzieren.

Wenn man so will, ist die Werbestrategie der denn’s- und BioMarkt-Läden aufgegangen. Das trockene Thema Saatgut bleibt in der öffentlichen Diskussion, wenn auch mit Beigeschmack. Schließlich sind es Weggefährten, die sich Sorgen machen.

Begriff Kernkraft neu belegen und beleben

Lukas Nossol, Leitung Marketing bei denn’s Biomarkt, nimmt zu den Forderungen des Anti-Atom-Bündnisses wie folgt Stellung:

„Wir können die Überlegungen des Anti-Atom-Bündnis Berlin Potsdam nachvollziehen. Auch uns begleitet der Atomausstieg seit der Gründung der Bio-Bewegung. Die Forderungen ‚Kernkraft? Ja, bitte!‘ und ‚Atomkraft? Nein Danke!‘ sehen wir als sinnvolle Ergänzung an. Bei ‚Kernkraft? Ja, bitte!‘ handelt es sich nicht um eine kurzfristige Werbekampagne, sondern um eine auf Dauer angelegte Initiative von Biofachhändlern, die sich für eine zukunftsfähige Öko-Züchtung einsetzt.

Wir bei denn`s Biomarkt und der BioMarkt Verbundgruppe unterstützen schon seit vielen Jahren die Öko-Züchtung. In Gesprächen mit den Öko-Züchterinnen und Züchtern wurde uns immer deutlicher, dass es neben der finanziellen Unterstützung vor allem auch an Öffentlichkeit für die Thematik fehlt. Deshalb haben wir uns gemeinsam vorgenommen, mit Nachdruck auf die hoch brisante Frage nach der Herkunft und Qualität unseres Saatgutes aufmerksam zu machen.

Wir sind überzeugt, dass wir den Begriff ‚Kernkraft‘ wieder positiv belegen können. Wir sprechen uns explizit gegen Atomkraft aus. Als Bio-Fachhändler ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns umfassend mit erneuerbaren Energien befassen. Beispielsweise beziehen unsere Märkte Ökostrom und wo immer möglich werden unsere Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet. Lassen Sie uns gemeinsam den Begriff ‚Kernkraft‘ neu belegen und beleben.“

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Dennree-Verbund für Kernkraft

„Kernkraft? Ja, bitte!“ heißt ein Slogan, mit dem die BioMarkt-Verbundgruppe und die Denn’s Biomärkte derzeit werben. Wer den Klimawandel im Kopf hat, denkt sofort an eine Renaissance der CO2-armen Atomkraft in Deutschland und wundert sich, dass eine solche Forderung ausgerechnet aus der Bio-Branche kommt. Späte Einsicht?

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Kommentar von Finn-Otto Hauptmann |

Die dennree Kampagne ist selten dämlich und wird wohl kaum nachhaltig den Biobereich stärken oder gar auf die Marke "denn's" einzahlen. Es macht den Anschein, als sei das ganze Paket inklusive Claim von einigen Inhouse Amateuren geplant und umgesetzt worden. Gerade in bewegten Zeiten wie diesen, mit all den thematischen Steilvorlagen (Klimawandel, Fleischskandale, Insektensterben etc. pp), ließe sich eine zielführende Image- und Benefit Kampagne wirklich gut und nachhaltig umsetzen. Aber die Planung und Umsetzung sollte man natürlich doch lieber den Profis überlassen...

Kommentar von Joachim Fritz Walter (Jefferson) Belda |

Lieber Herr Hauptmann, es geht nicht um den Biobereich, sondern um die Saatgutproduktion,die die Biodiversität erhalten soll. Meine Familie ist seit 1919 in der Biobranche tätig und wird seitdem
der Großvater sich entschieden hat, Biogärtner zu werden, ständig in dieser Gesellschaft diffamiert und angegriffen. Wir müssen uns immer erklären, aber die Anderen machen angeblich alles richtig.
Die Kampagne ist richtig, weil sie wichtig für die Vielfalt ist und wir viel Öffentlichkeit brauchen.

Kommentar von Delphine Scheel |

Werte Bioaktivisten*innen,
es gibt weltweit eine sich wieder ins Spiel bringen wollende NuklearIndustrie, ohne dass sie ihren bisher erzeugten radioaktiven "Kernkraft-Müll" in einer menschlich überschaubaren Zeit abbauen könnte u. wollte. Jeden Tag wird radioaktiver Neumüll in Kauf genommen: .ausgestrahlt.de. Das ist der Sargnagel der Menschheit und deshalb sollte mensch keine trügerischen Spiele mit solchen kontaminierten Begriffen treiben.


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