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"Wir haben es satt!": 33.000 Demonstranten fordern neue Agrarpolitik

von Redaktion (Kommentare: 0)


Berlin Wir haben es satt-Demonstration 2018

© Fabian Melber (www.wir-haben-es-satt.de)

Mit einem ohrenbetäubenden Kochtopf-Konzert riefen 33.000 Menschen bei der Wir haben es satt!-Demonstration zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin die zukünftige Bundesregierung zu einer neuen Agrarpolitik auf. Vor dem Agrarministergipfel im Bundeswirtschaftsministerium forderten sie die Achtung der Menschenrechte, faire Handelsbedingungen und mehr Unterstützung für die ländliche Bevölkerung weltweit.

„Essen ist politisch, immer mehr Menschen erkennen das. Aber die Politik nährt eine Agrarindustrie und lässt sie auf Kosten von Umwelt, Klima und Tieren produzieren. Damit wir alle nicht langfristig die Zeche dafür zahlen, muss die GroKo den Spieß jetzt umdrehen. Diejenigen, die nachhaltig produzieren und essen, müssen belohnt werden“, sagte „Wir haben es satt!“-Sprecher Jochen Fritz.„Die industrielle Land- und Ernährungswirtschaft verursacht lokal und global Probleme für Bauern, Klima, Tiere und Umwelt“, so Fritz. Im Namen von über 100 Organisationen, die zur Demonstration aufgerufen hatten, ergänzte er: „Der Umbau hin zu einer umwelt-, tier- und klimafreundlichen Landwirtschaft, in der Bauern gut von ihrer Arbeit leben können, darf von der Politik nicht weiter aufgeschoben werden.“

Berlin Wir haben es satt-Demonstration 2018

© Fabian Melber (www.wir-haben-es-satt.de)

160 Bauern führten die Demonstration mit ihren Traktoren an. Sie hatten im Vorfeld eine Protestnote an die 70 versammelten Minister aus aller Welt übergeben. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Martin Schulz sagte: „Viele Bauern haben sich schon längst auf den Weg gemacht und verändern die Landwirtschaft Tag für Tag. Leider noch ohne die Unterstützung der Politik. Wir Bauern brauchen jetzt eine zukunftsfähige Politik, die verlässliche Entscheidungen trifft und Probleme löst. Der Stillstand der alten GroKo hat zu einer Spaltung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft geführt. Da müssen wir raus.“

„Wir haben es satt!“: Diese Projekte soll die Bundesregierung in der nächsten Legislaturperiode umsetzen

  • Glyphosat-Ausstieg
  • Umbau der Tierställe
  • Kennzeichnungspflicht bei tierischen Lebensmitteln
  • Verbot von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung
  • faire Marktregeln zum Schutz von Bauernhöfen
  • Ende der Zahlung von EU-Agrarsubventionen an außerlandwirtschaftliche Investoren

Berlin Wir haben es satt-Demonstration 2018

© Alexander Puell (www.wir-haben-es-satt.de)

Die Großdemonstration richtete sich gegen die Agrarindustrie, nicht aber gegen Landwirte. Die konventionellen und Öko-Bauern demonstrierten auch im achten Jahr im Schulterschluss mit Lebensmittelhandwerkern und der Zivilgesellschaft gegen die fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft.


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