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Wiesn: Koventionell vor Bio

von Redaktion (Kommentare: 2)


Brathendl, Brezen und Weißwurst: Bei der Auswahl der Schmankerl-Stände auf der Wiesn hilft ein Bewertungssystem, das Punkte in unterschiedlichen Kategorien vergibt. Der Münchner Wirtschaftsausschuss hat nun entschieden, die Kriterien für die Punktevergabe in der Kategorie Ökologie zu ändern: Fortan gibt es nicht mehr extra Punkte für biologisch produzierte Lebensmittel als bisher, dafür aber für konventionelle Produkte mit dem Siegel „Qualität aus Bayern“.

"Statt den Anreiz und damit die Anzahl der Öko-Punkte zu erhöhen, bleibt es bei den maximal 8 Punkten wie bisher – im Falle des Oktoberfestes sind das gerade mal 2 Prozent der zu erreichenden Gesamtpunktzahl. Gleichzeitig wurde die Messlatte aber nach oben geschraubt, sprich: Die Maximalpunktzahl ist schwerer zu erreichen als vorher. Sie bekommt nämlich nur der, der sein Hauptsortiment zu 100 Prozent auf 'Bio-Bayern' umstellt.", schreibt das Aktionsbündnis Artgerechtes München in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es darin: "Obwohl konventionelle Produkte mit dem Siegel „Qualität aus Bayern“ keine verbesserten Vorgaben für die Tierhaltung beinhalten, werden sie mit 2 Punkten belohnt (1 Punkt mit Faktor 2 multipliziert)."

Die Änderungen gelten nicht nur für die Wiesen, sondern auch für das Stadtgründungsfest, Auer Dulten und den Christkindlmarkt. Im Bewertungssystem für die beiden letztgenannten Veranstaltungen werden insgesamt nur noch 8 statt 10 Öko-Punkte vergeben.

"Wir sind fassungslos und enttäuscht“, äußerte sich Tollwood zu diesem Beschluss.


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Kommentar von Walburga Ilse Maria Kopp |

Mir fehlen die Worte - das ist die Mogelpackung schlechthin!

Kommentar von Rudi Solfanger |

Kritik an dem Bewertungssystem zur Auswahl von BewerberInnen für einen Verpflegungsstand bei den Münchner Großveranstaltungen (Oktoberfest, Auer Dult und Christkindlmarkt), das der Münchner Stadtrat vor ca. zwei Wochen beschlossen hat, ist durchaus angebracht. Allerdings ist die Darstellung in Ihrem Kurzbericht vom 26.09. nicht ganz richtig:

Natürlich gibt es auch weiterhin Punkte für Bioprodukte. Aber die Hürden wurden höher gelegt und gleichzeitig werden Produkte aus konventioneller Landwirtschaft auch mit zwei Punkten belohnt, wenn sie das relativ nichts sagende Siegel „geprüfte Qualität – Bayern“ haben.

Die höhere Hürde liegt vor allem, darin, dass um die höchste Punktzahl zu erhalten, das Hauptsortiment jetzt zu 100% Bioqualität aufweisen muss und dann auch noch mit dem noch nicht weit verbreiteten „Bayerischen Biosiegel“ zertifiziert sein muss. Das ist bei der derzeitigen Marktlage kaum zu erreichen. Außerdem war es in der Vergangenheit für viele Wiesn-Gastronomen einfach ein Fortschritt, wenn sie ihr Angebot wenigstens teilweise auf Bio umgestellt haben.

Skandalös ist es allerdings, dass die „geprüfte Qualität – Bayern“ belohnt wird. Dabei kann es sich auch um Produkte aus industrieller Massentierhaltung handeln.
Die Förderung eines nachhaltigen Essensangebots schaut anders aus!

Antwort von Redaktion

Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar, Herr Solfanger. Offenbar haben wir die Situation missverständlich dargestellt. Wir hoffen, den Sachverhalt nun besser verständlich gemacht zu haben.



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