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Verbraucher: Glyphosatdebatte zeigt Wirkung

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


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Das BfR führt regelmäßig Verbraucherbefragungen zu gesundheitlichen Risiken durch.

Drei Viertel aller Deutschen haben von dem Thema „Glyphosat in Lebensmitteln“ gehört, das ergab der Verbrauchermonitor 2/2018 des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Gegenüber der letzten Befragung des BfR im August 2017 konnte das Thema Glyphosat damit 14 Prozentpunkte zulegen.

Seit 2014 lässt das BfR halbjährlich Verbraucher befragen, wie sie diverse gesundheitliche Risiken einschätzen. Diese Verbrauchermonitore zeigen, welche Wirkungen öffentliche Debatten zu bestimmten Themen haben und wie sich bestimmte Einschätzungen auch langfristig entwickeln.

Glyphosat, Aluminium und Mikroplastik immer präsenter

So hat in der zweiten Hälfte 2017 nicht nur Glyphosat in der Wahrnehmung der Verbraucher deutlich zugenommen. Auch das Thema „Aluminium in Lebensmittelverpackungen“ hat mit plus 15 Prozent einen großen Sprung nach vorne gemacht. Mikroplastik konnte ebenfalls noch einmal zulegen. Deutlich in der Wahrnehmung gesunken sind Pyrrolizidinalkaloide: Im August 2017 sagte jeder Vierte, er habe davon schon gehört, im Februar 2018 konnte nur noch jeder sechste Befragte mit dem Wort etwas anfangen.

Grafik zur Frage: Haben Sie von den folgenden Gesundheits-   und Verbraucherthemen bereits gehört, oder haben Sie davon noch nicht gehört? Quelle: BfR-Verbrauchermonitor 02/2018
Grafik zur Frage: Haben Sie von den folgenden Gesundheits- und Verbraucherthemen bereits gehört, oder haben Sie davon noch nicht gehört? Quelle: BfR-Verbrauchermonitor 02/2018

Unbekannt ist den meisten Verbrauchern auch der Begriff Genome Editing. Zwölf Prozent der Befragten gaben an, davon gehört zu haben. Das Thema „Gentechnisch veränderte Lebensmittel“ dagegen liegt bei der Bekanntheit auf Platz 2, nur noch übertroffen von den Salmonellen.

Was beunruhigt Verbraucher?

Neben der Bekanntheit eines Themas fragt das BfR auch ab, welche Themen die Verbraucher besonders beunruhigen. Hier führen Antibiotikaresistenzen das Feld an, gefolgt von Pestizidrückständen und gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Andere Risiken, zum Beispiel Bakterien wie Campylobacter in Lebensmitteln, oder Genome Editing spielen dagegen kaum eine Rolle.

Grafik zur Frage: Inwieweit sind Sie persönlich über die folgenden   Gesundheits- und Verbraucherthemen beunruhigt   oder nicht beunruhigt? Quelle: BfR-Verbrauchermonitor 02/2018
Grafik zur Frage: Inwieweit sind Sie persönlich über die folgenden Gesundheits- und Verbraucherthemen beunruhigt oder nicht beunruhigt? Quelle: BfR-Verbrauchermonitor 02/2018

Deutlich zugelegt hat auch hier Glyphosat. Dessen Rückstände in Lebensmitteln beunruhigen 45 Prozent der Befragten. Dagegen macht sich kaum noch ein Verbraucher über Pyrrolizidinalkaloide etwa im Tee Sorgen. Hier sank die Quote von 28 Prozent im Februar 2016 auf gerade noch sechs Prozent zwei Jahre später.

Verbrauchervertrauen leicht gestiegen

Solche Langzeitvergleiche zeigen auch, dass das Vertrauen der Deutschen in die Sicherheit von Lebensmitteln, Textilien, Kosmetik und Spielzeug leicht zugenommen hat, ebenso das Vertrauen in die staatlichen Stellen, die sich um diese Sicherheit kümmern.

Grafik zur Frage: Wie schätzen Sie im Allgemeinen die Sicherheit der folgenden Produkte ein, die Sie in Deutschland kaufen können? Quelle: BfR-Verbrauchermonitor 02/2018
Grafik zur Frage: Wie schätzen Sie im Allgemeinen die Sicherheit der folgenden Produkte ein, die Sie in Deutschland kaufen können? Quelle: BfR-Verbrauchermonitor 02/2018

Beim Blättern in den alten Verbrauchermonitoren wird auch deutlich, welche enorme Schubkraft das Thema Glyphosat entfaltet hat: Im Juni 2015 hatten erst 16 Prozent der Befragten davon gehört. Im Februar 2016 waren es schon 22 Prozent und 28 Prozent fühlten sich beunruhigt. Ein Jahr später lag die Bekanntheit bei 54 Prozent und die Beunruhigungsquote bei 32. Im Februar 2018 schließlich betrugen die Quoten 76 und 45 Prozent.


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