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Uni Hohenheim: Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau geplant

von Redaktion (Kommentare: 0)


Mit der Verabschiedung des Landeshaushaltes hat der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen, die Forschung rund um den ökologischen Landbau zu stärken. An der Universität Hohenheim in Stuttgart soll ein neues Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau entstehen. Ergänzend dazu soll es ein Forschungsprogramm geben, das neue Forschungskompetenz aufbaut sowie inter- und transdisziplinäre Netzwerke schafft. Für die Umsetzung der Pläne stehen künftig jährlich rund 750.000 Euro bereit. 

Den besonderen Forschungsbedarf erläutert Dr. Sabine Zikeli, Leiterin der derzeitigen Koordinationsstelle für Ökologischen Landbau und Verbraucherschutz der Universität Hohenheim: „Aktuell funktioniert das System Ökologischer Landbau in der landwirtschaftlichen Praxis in vielen Bereichen gut. Doch gleichzeitig treten auch neue Krankheiten und Schädlinge auf. Die Ertragsunterschiede zwischen konventioneller und ökologischer Wirtschaftsweise werden größer. Der Klimawandel erfordert neue Anpassungsstrategien und der Schutz der Biodiversität gewinnt an Bedeutung. Außerdem wird die Ressourceneffizienz im Ökosektor neu diskutiert – ob nun beim Einsatz von fossilen Energiequellen oder in der Kreislaufwirtschaft auf Betriebsebene.“

Hinzu kämen die noch immer ungelösten Probleme des Ökologischen Landbaus wie Kupfereinsatz in Sonderkulturen, das Fehlen von Pflanzensorten und Tierrassen, die an die Bedingungen des ökologischen Landbaus angepasst sind, oder die Entwicklung langfristig nachhaltiger Düngestrategien für viehlose und vieharme Betriebe. 

Dazu formulierten sich neue Ansprüche der Gesellschaft, die die gewohnten Produktionsweisen in Frage stellten. „Besonders deutlich artikulieren sich diese Ansprüche zum Beispiel in der Tierhaltung unter Schlagwörtern wie dem Zweinutzungshuhn oder der muttergebundenen Kälberaufzucht. Auch veränderte Konsumgewohnheiten, neue Vermarktungswege und gesamtgesellschaftliche Veränderungen wie ein steigender Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund erforderten neue Ansätze, um den Ökologischen Landbau langfristig weiterzuentwickeln und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, so Dr. Zikeli.

Gleichzeitig biete ein vergleichsweise kleinstrukturiertes Bundesland wie Baden-Württemberg mit einer großen Anzahl umwelt- und gesundheitsbewusster Bürger ökologisch wirtschaftenden Landwirten besonders gute Möglichkeiten, um ihre Betriebe fit für die Zukunft zu machen.


Stichworte:

Forschung und Studien

Stuttgart


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