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Umweltbundesamt: Höhere Mehrwertsteuer für Fleisch und Milch

von Redaktion (Kommentare: 0)


© Pixabay

Für tierische Nahrungsmittel wie Fleisch und Milch gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Zu wenig, findet das Umweltbundesamt (UBA) und bringt eine Erhöhung ins Spiel.  

„Tierische Nahrungsmittel sollten künftig mit den regulären 19 Prozent besteuert werden", forderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger laut einem Bericht der Berliner Zeitung. Die entstehenden Steuereinnahmen könnte der Staat danach nutzen, um beispielsweise Obst und Gemüse oder den öffentlichen Nahverkehr noch billiger zu machen.

Hintergrund des Vorstoßes ist die Forderung der obersten deutschen Umweltbehörde, umweltschädliche Subventionen konsequent einzudämmen. Bei Nahrungsmitteln lasse sich der Staat pro Jahr mindestens 5,2 Milliarden entgehen. Noch teurer kämen ihn die Steuervergünstigung für Diesel (7,5 Milliarden Euro), die Steuerbefreiung für Flugbenzin lasse er sich 7,1 Milliarden Euro kosten.

Dass vor allem die konventionelle Landwirtschaft Umweltprobleme verschärft, ist unter Experten unstrittig. Doch gerade eine höhere Besteuerung von Fleisch könnten viele Deutsche als Angriff auf ihre Ernährungskultur werten. Denn für mehr als die Hälfte von ihnen ist es das Lieblingsgericht, wie der Ernährungsreport des Landwirtschaftsministeriums vergangene Woche zutage brachte.

Die Bundesregierung distanzierte sich von den Forderungen der Behörde. „Das sind die Vorschläge des Umweltbundesamtes, nicht die des Umweltministeriums“, zitiert die Berliner Zeitung Ressortchefin Barbara Hendricks. Auch der Grünen-Abgeordnete Thomas Gambke zeigt sich dem Blatt zufolge zurückhaltend. „Lebensmittel sollen auch für Niedrigverdiener erschwinglich sein.“ Eine Differenzierung der Mehrwertsteuersätze bei Nahrungsmitteln halte er deshalb für nicht zielführend. Stattdessen plädierte er für neue Standards in der Landwirtschaft, die Klimaschutz und Tierwohl in den Mittelpunkt stellen.


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Politik


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