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Umsatzbarometer: Trendwende in Sicht?

von Redaktion (Kommentare: 5)


Die Entwicklung in den letzten vier Monaten könnte ein kleiner Hoffnungsschimmer für eine Trendwende sein: Der Naturkost-Fachhandel erzielte für das Jahr 2017 ein moderates Plus von 1,4 Prozent beim Tagesumsatz.

Nachdem im Jahr 2015 die Tagesumsätze noch fast zweistellig gestiegen waren (plus 9,4 Prozent), berichten wir seit knapp zwei Jahren über stagnierende und rückläufige Tagesumsätze. Für das Jahr 2016 war ein Gesamtzuwachs in Höhe von 1,3 Prozent erzielt worden, bis zum Sommer 2017 hatte sich diese schwache Entwicklung verstärkt (Jan bis Sept. minus 0,5 Prozent). Seit September ist eine Trendwende mit höheren Zuwachsraten erkennbar: Im vierten Quartal 2017 wachsen die Tagesumsätze (bei einer Verschiebung der Anzahl der Verkaufstage) um sieben Prozent.

Unsere Auswertungen für das Umsatzbarometer BioHandel stellen flächenbereinigte Entwicklungen im Einzelhandel dar: Es werden nur solche Betriebe berücksichtigt, die uns ihre Umsätze im Erhebungs- sowie Vergleichszeitraum in identischer Konstellation von Standort und Verkaufsfläche gemeldet haben. Wir treffen damit Aussagen über durchschnittlichen betrieblichen Wachstumsraten im Naturkost-Einzelhandel.


Drei Verkaufstage weniger im vierten Quartal 2017


Infolge der Verschiebungen bei der Anzahl der monatlichen Öffnungstage (minus drei Verkaufstage gegenüber 2016) im vierten Quartal 2017 gibt es Unterschiede zwischen den Tagesumsätzen und den absoluten Monatsumsätzen:
Im Oktober 2017 (mit zwei Verkaufstagen weniger) steigen die Monatsumsätze um 0,3 Prozent, die Tagesumsätze bei 4,5 Prozent. Im November (identische Anzahl der Verkaufstage) wird ein Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent erzielt. Im Dezember (bei zwei Verkaufstagen weniger) steigt der durchschnittliche Tagesumsatz um 10,8 Prozent, was ihn zum Monat mit den stärksten Zuwächsen im Gesamtjahr 2017 macht. Der Monatszuwachs liegt bei 2,3 Prozent, der Dezember ist damit der vierte Monat in Folge mit positiven Zuwächsen.


Die Umsatzentwicklung bei den Betriebstypen

 

Die Hofläden hatten im Jahr 2016 mit 2,3 Prozent am stärksten zugelegt. Nach einem Quartalsplus von 7,4 Prozent in den letzten drei Monaten erzielen sie 2017 ein Jahreswachstum von 1,2 Prozent. Die Naturkostläden und Naturkostfachgeschäfte hatten 2015 ein Plus von 8,5 Prozent erzielt, im Jahr 2016 konnten sie ihr Vorjahresergebnis knapp halten (minus 0,1 Prozent). Im letzten Quartal 2017 haben diese Betriebe mit plus 5,1 Prozent weiterhin die schwächste Entwicklung aller Geschäftstypen; sie schließen das Gesamtjahr 2017 mit einer schwarzen Null ab (plus 0,1 Prozent).
Die Bio-Supermärkte erreichten 2016 ein Plus von 1,6 Prozent. Im vierten Quartal 2017 erzielen sie ein Plus von 7,6 Prozent, sie haben damit das beste Quartalsergebnis und mit plus 1,8 Prozent auch das beste Jahresergebnis aller Betriebstypen.


… und wie weiter?


Die für mehr als zwei Jahre festzustellende Stagnation bei der Umsatzentwicklung im Naturkost-Facheinzelhandel wurde ab September 2017 durchbrochen. Dies sollte Zuversicht geben und Mut machen, das Jahr 2018 offensiv anzugehen!
Die Branche befindet sich weiterhin in einer Umbruchphase, der Markt für biologische Lebensmittel wird immer enger und stärker umkämpft.


Um dauerhaft aus der Phase der Stagnation herauszukommen und wieder Umsatzzuwächse im Rahmen der früheren Jahre zu erwirtschaften, ist es für die Händler im inhabergeführten Naturkost-fachhandel zwingend notwendig, intensiv an einem eigenständigen Profil zu arbeiten mit permanenter Weiterentwicklung von Ladenambiente, Sortimenten und Mitarbeiterqualifikation – und vor allem einer aktiven, individuellen und überzeugenden Kundenansprache, um die Kunden immer wieder neu zu begeistern und nicht austauschbar zu werden.

Diagramm Umsatzbarometer 4. Quartal 2017


Zu weiteren Details vgl. den Artikel im BioHandel 3/2018.

Karin Lösch / Klaus Braun


Stichworte:

Statistik Naturkosthandel


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Kommentar von Frank Schneider |

Die Anlage ist veraltet 2015 ???

Kommentar von Pro Natura GmbH - Armin Theiner |

das Diagramm Umsatzbarometer ist nicht vom 4. Quatral, wenn ich auf den Link klicke, sondern ein Vergleich 2015 zu 2014

Kommentar von Rüdiger Brügmann |

Das zugehörige Diagramm ist leider nicht aktuell, sondern von 2015.

Antwort von Katrin Muhl

Entschuldigung, da hatte ich mich verklickt! Der Link stimmt jetzt. Danke für die Hinweise!

Kommentar von Hermann Heldberg |

Frage:
in wie weit werden eigentlich Preissteigerungen bei den Auswertungen berücksichtigt ?
Ein Beispiel:
Die Apfelpreise haben sich verdoppelt im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem ist der Absatz nicht eingebrochen. Das ist im Umsatz nicht unerheblich.
Hermann Heldberg

Kommentar von Karin Lösch von Kommunikationsberatung Klaus Braun |

Hallo Herman,
guter Ansatz und auch eine sehr gute Frage zum Umsatzbarometer:

Wir reden im Umsatzbarometer über Umsatzsteigerungen (in Geld) – und können daher leider nicht über Absatz (und damit Mengen)-Entwicklungen berichten, Preissteigerungs-Effekte bleiben somit unberücksichtigt.

Also ist die jeweilige Inflationsrate durchgängig in unseren Entwicklungs-Zahlen enthalten. Legt man den offiziellen Verbraucherpreis-Index 2017 von 1,8 Prozent für den Naturkost-Fachhandel zugrunde, wäre damit der bescheidene Jahreszuwachs durch Preissteigerungen erklärt.

Wir hoffen, dass hilft weiter.
Viele Grüße
Klaus Braun und Karin Lösch



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