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Trauriger Rekord: Über eine Million gentechnisch veränderte Versuchstiere

von Redaktion (Kommentare: 0)


In Deutschland wurde im Jahr 2015 erstmals die Zahl von einer Million gentechnisch veränderter Versuchstiere überschritten. Die meisten davon seien Mäuse und Ratten, so das Institut Testbiotech

Die offizielle Statistik weise für 2015 rund 1,1 Millionen gentechnisch veränderter Tiere aus. Im Vergleich zu 2014 (984.886 Tiere) bedeute dies einen Anstieg von mehr als 10 Prozent, so das Institut, das sich kritisch mit dem Einsatz von Gen-Technik befasst.

Testbiotech zufolge ist der Grund für diesen starken Anstieg nicht mit konkretem medizinischen Nutzen zu rechtfertigen. Vielmehr sei die Entwicklung von neuen Gentechnik-Verfahren wie CRISPR/Cas in Kombination mit kommerziellen Anreizen eine wesentliche Ursache. Durch die neuen Verfahren konnte innerhalb der letzten Jahre die Zeit, die für die erfolgreiche Manipulation von Mäusen und Ratten benötigt wird, auf wenige Monate reduziert werden.

Zudem würden immer mehr Spezialfirmen die Manipulation der Tiere innerhalb kurzer Zeiträume und zu geringen Kosten anbieten. In vielen Fällen gebe es zusätzliche kommerzielle Anreize durch Patente auf die Tiere und ihre Verwendung, so das Institut. Es seien bereits mehrere tausend Patentanträge in Europa eingereicht, mehr als 1.500 wurden erteilt. Das Europäische Patentamt habe sogar mehrfach Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen erteilt.

Alarm schlagen die Gentech-Kritiker auch, weil sich sich die Zahl der zwischen 2004 und 2013 in Tierversuchen verwendeten Tiere verdreifacht hatte, und zwar von 317.777 auf 947.019.

Testbiotech fordert politische Initiativen, um das Geschäft mit dem Tierleid zu stoppen und Patente in diesem Bereich zu verbieten.  Zudem warnt das Institut davor, dass in den nächsten Jahren immer mehr Versuche an landwirtschaftlichen Nutztieren durchgeführt werden könnten, wenn die EU einen Markt für diese Tiere und deren Produkte bieten sollte.


Stichworte:

Gentechnik

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