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Studie: Mit Biolandbau die Welternährung sichern

von Redaktion (Kommentare: 3)


9 Milliarden Menschen – wie werden alle satt? Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zeigt in einer neuen Studie, wie die Ernährung der Weltbevölkerung auch im Jahr 2050 gesichert werden könnte. Eine weltweite Umstellung auf biologischen Landbau spielt dabei eine wichtige Rolle, muss aber mit weiteren Strategien kombiniert werden.

Die Vor- und Nachteile der einzelnen Maßnahmen im Überblick:

  • Biolandbau
    + Der Biolandbau hat grosse Vorteile betreffend vieler zentraler Umweltwirkungen, wie der Stickstoff- und Pestizidproblematik.
    - Andererseits hat er aber einen höheren Landverbrauch, da seine tendenziell extensivere Bewirtschaftungsweise im Schnitt tiefere Erträge aufweist als der konventionelle Anbau. Die Umstellung auf Biolandbau bei sonst gleichbleibenden Konsummustern würde hingegen zu einem erhöhten Flächenverbrauch führen.

  • Verzicht auf Kraftfutter
    + Weideflächen, die nicht für den Anbau von Kulturen geeignet sind, können durch graslandbasierte Tierproduuktion zur Ernährungssicherung genutzt werden.
    - Diese Vorteile werden aber mit erhöhten Treibhausgasemissionen pro Kilogramm Fleisch und Milch erkauft.

  • Reduktion von Nahrungsmittelabfällen
    + Es muss weniger Nahrung produziert werden.

Die neue Studie zeigt, wie die verschiedenen Strategien optimal kombiniert werden können, um mit den Nachteilen umzugehen.

Video: Die Studie kurz und knapp zusammengefasst

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Video: YouTube FiBLFilm

So könnte die Lösung laut FiBL aussehen:

Wenn man die Landwirtschaft zu 60 Prozent auf Bio umstellen, die Kraftfuttergaben und die Menge an verschewndeten Lebensmitteln halbieren würde, entstünde daraus ein Ernährungssystem mit deutlich geringeren Umweltwirkungen und kaum erhöhtem Landverbrauch. Der Konsum tierischer Produkte würde um gut ein Drittel zurückgehen, da weniger Futtermittel zur Verfügung stünden. Ein solches Ernährungssystem wäre außerdem klimafreundlich, da insbesondere die totalen Treibhausgasemissionen verringert würden.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Welternährungsorganisation FAO, der Universität Aberdeen, der Alpen-Adria Universität Klagenfurt und der ETH Zürich durchgeführt.


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Kommentar von Heiner Petersen |

Wenn der Bioanbau heutiger Prägung den Kreislaufgedanken endlich mal ernst nehmen und umsetzen würde, dann könnten es vielleicht auch 100% sein.
Aber das Wort Kreislauf sieht in der Präambel viel schicker aus und riecht dort auch nicht ;-)

Kommentar von Ulrich Rueben |

Man möge mal das Buch "Foodcrash - wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr" von Felix zu Löwenstein lesen - der sieht noch ganz andere Potenziale. Eine 60:40-Lösung habe ich da nicht gefunden...

Kommentar von Brocco Lee |

Der Link zum nature-Artikel ist falsch gesetzt. Bitte fixen.

Antwort von Redaktion

Ist gefixt. Danke für den Hinweis!



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