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Slow Food: "Situation vieler Fischbestände ist weiterhin kritisch"

von Redaktion (Kommentare: 0)


Am 11. und 12. Dezember 2017 treffen sich die EU-Fischereiminister in Brüssel, um die Gesamtfangmengen für Fischbestände in Nordsee und Atlantik für 2018 festzulegen. Die Entscheidung der Minister ist richtungsweisend dafür, ob die EU dem rechtlich festgelegten Ende der Überfischung bis zum Jahr 2020 nachkommt.

Dr. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, schreibt in einer Pressemitteilung: "Die derzeitige Situation vieler Fischbestände ist weiterhin kritisch und die aktuellen Entwicklungen schaffen weder die notwendigen Voraussetzungen noch das zivilgesellschaftliche Vertrauen dafür, dass die EU die Überfischung bis zum Jahr 2020 beendet.“ Imr Bericht "Taking Stock: Progress Towards Ending Overfishing in the European Union" der Beratungsfirma Poseidon Aquatic Resource Management Ltd. heißt es: Die Biomasse der Bestände habe zwar zugenommen, seit die reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik Anfang 2014 in Kraft getreten ist. Eine Erholung sei jedoch noch lange nicht in Sicht.

Hudson hofft deshalb, dass die Verantwortlichen über die nächsten drei Jahre hinweg signifikante Änderungen konsequent umsetzen. Auch Mehrjahrespläne für Fischbestände und Meeresregionen müssten auf den Weg gebracht werden.

Handwerklich arbeitende Fischer in Entscheidungsprozesse einbinden

Eine wichtige Maßnahme um Fischerei und Aquakultur umweltverträglich sowie wirtschaftlich und sozial tragbar zu machen ist laut Slow Food die Förderung handwerklich arbeitender Fischer. Sie sollten in Entscheidungsprozesse und Ressourcenmanagement eingebunden werden. Sie kennen die lokale Ökosysteme und Bestände, verfügen über das Wissen, flexibel auf Änderungen in ihrer Region beispielsweise aufgrund des Klimawandels zu reagieren. Bisher sind die meisten Kleinfischer nur Zulieferer für Zwischenhändler, den Großhandel und Auktionen. Sie haben wenig Einfluss auf Preismechanismen und die Wertschöpfungskette. Hier müsse die Politik regulierend eingreifen, um die notwendigen Voraussetzungen für Direktvermarktung und Diversifikationsmaßnahmen zu schaffen. 

Hintergrund: Die Gemeinsamen Fischereipolitik in der Europäischen Union

2013 einigten sich die Entscheidungsträger der Europäischen Union auf eine weitreichende Reform ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Diese verpflichtet die EU, die Überfischung spätestens bis 2020 zu beenden. Ziel ist die Wiederherstellung der Fischbestände in EU-Gewässern. Die Bestandsgröße einer Fischart in einem bestimmten Bewirtschaftungsgebiet muss so groß sein, dass sie nachhaltig befischt werden kann ohne Erträge oder Reproduktionsfähigkeit langfristig zu gefährden. Dies ist Voraussetzung für die Erholung der Fischbestände, den Schutz der marinen Ökosysteme sowie für die Steigerung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen der Fischerei in der EU.


Stichworte:

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