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Rückruf von Eiern mit Insektiziden – auch Bio betroffen

von Leo Frühschütz (Kommentare: 0)


Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat Eier zurückgerufen, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Auch Niedersachsen hat eine Lebensmittelwarnung herausgegeben und die Verbraucher aufgerufen, die Eier nicht zu verzehren, sondern zurückzugeben.

Nach Angaben der Behörde gelangten insgesamt 2,9 Millionen belastete Eier von Erzeugerbetrieben in Belgien und den Niederlanden über eine Packstelle in Nordrhein-Westfalen nach Deutschland, davon gingen etwa 1,3 Millionen nach Niedersachsen und etwa 875.000 gelangten in NRW in den Handel. Wie die bisher veröffentlichten Stempelnummern zeigen, sind auch einige Bio-Eier darunter. Die Eier mit den Nummern 0-NL-4310001, 0-NL 4392501 und 0-NL 4385501 dürften in den LEH geliefert worden sein.

Das niedersächsische Ministerium teilte mit, dass Fipronil in der Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Flöhen und Zecken bei Hunden und Katzen verwendet werde. Es sei jedoch als Arzneimittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren verboten. Die Behörden in Belgien und den Niederlanden gingen davon aus, dass ein für die Reinigung und Desinfektion von Ställen zugelassenes Mittel auf Basis ätherischer Öle in unzulässiger Weise mit Fipronil vermischt worden sei. Da Fipronil nicht zugelassen ist, müssen alle damit belasteten Erzeugnisse, unabhängig von der Höhe der Belastung, aus dem Verkehr genommen werden.

Gesundheitsrisiko für Kinder

Unklar ist, welche Gefahr von Fipronil im Ei ausgeht. Belgien hatte den Fall bereits am 21. Juli in das EU-Schnellwarnsystem RASFF eingegeben. Dort ist die Rede von Belastungen bis zu 1,2 Milligramm je Kilogramm. Das niedersächsische Ministerium schrieb: „Aufgrund von Analyseergebnissen in Belgien warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor einem potenziell akuten Gesundheitsrisiko für Kinder beim Verzehr von mit Fipronil belasteten Eiern. Für andere Menschen wird dies ausgeschlossen.“ In NRW hieß es: „Auf Grundlage einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind bei Gehalten bis 0,72 mg/kg Ei keine gesundheitlichen Risiken zu erkennen. In den nach NRW gelieferten Eiern wurden 0,033 mg/kg, 0,11 mg/kg und 0,053 mg/kg nachgewiesen. Es ist laut BfR somit bei normalem Verzehr nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen.“

Die niederländischen Behörden haben eine umfangreiche Liste mit Stempelnummern belasteter Eier veröffentlicht. Sie macht deutlich, dass zahlreiche Betriebe involviert sind.


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