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Rückblick: Diskussion zur EU-Öko-Verordnung

von Redaktion (Kommentare: 0)


Abgeordnete und Verbandssprecher aus Unternehmen und Landwirtschaft debattierten bei einer Podiumsveranstaltung zur neuen EU-Ökoverordnung in Berlin mit Verantwortlichen aus deutschen und europäischen Behörden. Eingeladen hatte Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Berichterstatter des Parlaments.

Pestizidspuren auf Ökofeldern

Ein wichtiges Thema der Debatte war der Umgang mit Pestizidspuren, die unbeabsichtigt von Nachbarfeldern auf den Ökoacker verweht werden. Häusling und der stellvertretende Berichterstatter Norbert Lins (EVP) erklärten, dass der jetzt vorliegende Verordnungsvorschlag von 16 EU-Staaten kritisch gesehen werde, da darin keine besonderen Grenzwerte für Pestizidreste enthalten seien. Darunter Länder wie Belgien, Italien oder die Slowakei, die bereits besondere Grenzwerte oder gar eine Nulltoleranz haben.

Wo auch in Zukunft keine Grenzwerte eingeführt werden, gelte es das Verbrauchervertrauen über eine Intensivierung der Vorsorge zu stärken, so Häusling. Zu einer solchen Vorsorge sind die Landwirte bereits heute verpflichtet, bekräftigte Nicolas Verlet, Chef der Ökolandbauabteilung bei der Generaldirektion Umwelt. Verlet versuchte Befürchtungen der Landwirte über zu hohe Auflagen bei der Vermeidung von beispielsweise Verwehungen zu zerstreuen: Es gehe allein darum, in Fällen eines „begründeten Verdachts“ aktiv zu werden und „angemessene“ Vorsorge gegen Kontaminationen von konventionellen Feldern oder Vermischung in der Transport- und Verarbeitungskette zu betreiben. Zudem soll vier Jahre nach Einführung der neuen Verordnung Bilanz gezogen und eventuell über eine Verschärfung der Regelungen nachgedacht werden.

Bio-Importe aus Drittländern

Wesentliche Verbesserungen erwarten Häusling und Lins von der künftigen Anforderung an Erzeuger aus Drittstaaten, ihre Produkte gemäß den europäischen Standards zu erzeugen. Diese grundsätzliche Abkehr vom Äquivalenzprinzip, bei dem bisher die Öko-Standards des jeweiligen Lands als ausreichend anerkannt werden, sei wegen der enormen Mengensteigerung der Importe vor allem auch aus dem europäischen Nicht-EU-Staaten nötig geworden, erklärten Häusling und Lins.

Klaus Rapp, Bio-Bauer aus Österreich, betonte, wie wichtig es für den Ökolandbau ist, ökologisch gezüchtetes Saatgut verwenden zu können. Dafür liefere die künftige Verordnung erstmals eine fundierte Grundlage.


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Europa

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