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Potentielle Bio-Käufer im Visier der Forschung

von Redaktion (Kommentare: 0)


In der Biobranche gibt es – so wie in jeder anderen Branche auch – unterschiedliche Kundengruppen: allen voran die Intensivkäufer, die regelmäßig Ökolebensmittel konsumieren, aber auch jene, in deren Einkaufskorb nur gelegentlich Bioprodukte landen. Diese so genannten Öko-Medium- und -Wenig-Käufer sind für die Biobranche eine besonders interessante Zielgruppe.

„Wer auf dem wachsenden Ökomarkt neue Absatzpotentiale erschließen will, kommt an einer systematischen Analyse dieser Kundengruppen nicht vorbei“, meint Professor Ulrich Hamm von der Universität Kassel. Vieles spreche dafür, dass bei deren Nachfrage noch viel Luft nach oben besteht. In einer neuen Studie wollen Wissenschaftler rund um Professor Hamm primär jene Lebensmittel identifizieren, bei denen Verbraucher überwiegend zur konventionellen Variante greifen.

Das Forschungsvorhaben mit dem Namen „Analyse von Haushaltskäufen mithilfe von Paneldaten zur besseren Erschließung des Absatzpotentials bei Öko-Wenig-, Öko-Medium und Öko-Intensiv-Käufern“ startete Ende 2016. Es ist auf zwei Jahre angelegt und wird im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert.

Für ihre Analysen werden die Kasseler Biomarktexperten Daten von rund 13.000 Haushalten nutzen, die von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) regelmäßig erfasst werden. Davon versprechen sie sich Aufschluss über das tatsächliche Kaufverhalten der verschiedenen Käufergruppen – ohne den Effekt der sozialen Erwünschtheit, welcher oft die Aussagekraft von Befragungen beeinträchtigt.

Zu den zu untersuchenden Produktkategorien zählen verschiedene Milchprodukte, Margarine, Frischfleisch vom Rind, Schwein und Geflügel, Fisch, Tiefkühlkost, Feinkost, Süßwaren und Snacks, da auch Öko-Mediumkäufer bei diesen Produkten häufig zu konventionellen Alternativen greifen. Abgerundet werden die Analysen dadurch, dass die Wissenschaftler nicht nur ganze Produktgruppen ins Visier nehmen, sondern auch gezielt einzelne Produkte. Denn nach ihrer Einschätzung können käuferindividuelle Faktoren und die Preissensiblilität der Kunden je nach Produkt sehr stark variieren.

Darüber hinaus werden weitere für die Hersteller von Biolebensmitteln und für den Naturkostfachhandel interessante Fragen geklärt: Was bewegt die Verbraucher dazu, sich für oder eben auch gegen ein bestimmtes Produkt in Bioqualität zu entscheiden? Und was für Einstellungen und welches Einkaufsverhalten sind charakteristisch für die verschiedenen Kundensegmente? Nur wenn diese Faktoren bekannt sind, können Unternehmen potentielle Biokäufer gezielt ansprechen und ihre Marketingaktivitäten zielgruppenspezifisch gestalten.

Weiterführende Informationen gibt es bei Organic Eprints, dem Archiv für wissenschaftliche Veröffentlichungen zum ökologischen Landbau.


Stichworte:

Forschung und Studien

Handel


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