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Plagiatsvorwurf: Abstimmung über Wiederzulassung von Glyphosat verschoben

von Redaktion (Kommentare: 0)


Hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR ) bei Monsanto abgeschrieben? Diesen Verdacht äußerten die Grünen bereits im September. Nun ist die Abstimmung über die Wiederzulassung von Glyphosat verschoben worden.

In der Kritik steht ein Bewertungsbericht, den das BfR bezüglich der Gesundheitsrisiken von Glyphosat herausgegeben hat und der die wissenschaftliche Grundlage für die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassungsverlängerung von Glyphosat für weitere zehn Jahre bildet.

Das Büro von Harald Ebner, Agrar-und Pestizidexperte der Bundestagsfraktion der Grünen, sieht den Plagiatsvorwurf nun durch ein Gutachten von Dr. Stefan Weber bestätigt. Der Plagiatsprüfer hat drei Kapitel aus dem BfR-Bericht mit Passagen aus dem Zulassungsantrag der Glyphosat-Hersteller verglichen. Dabei seien Textpassagen praktisch wortwörtlich übernommen und Quellen nicht genannt worden.

Ebner erklärt: „Dabei hat mir die Bundesregierung auf meine ganz konkrete Nachfrage schon im Jahr 2015 versichert, der Bewertungsbericht stamme aus der Feder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung'.“  Eine Glyphosat-Neuzulassung auf Basis einer solchen Plagiats-Risikobewertung dürfe es daher nicht geben, fordert Ebner.

Martin Häusling: "Risiko-Bewertungs-Prozess muss neu aufgerollt werden"

Die EU-Mitgliedsstaaten im Ständigen Ausschuss haben am gestrigen Donnerstag die Abstimmung über die Wiederzulassung von Glyphosat verschoben.

Martin Häusling (Grüne), Mitglied des Agrar- und Umweltausschusses im Europaparlament, begrüßte die Entscheidung: „Europa darf sich keinesfalls darauf einlassen, die Suppe auszulöffeln, die das Bundesinstitut für Risikobewertung als federführend für den EU-Wiederzulassungsprozess in Kumpanei mit dem Agrarkonzern Monsanto eingebrockt hat.“

Mit einer Verschiebung der Entscheidung allein sei es Häusling zufolge nicht getan. Der gesamte Risiko-Bewertungs-Prozess müsse neu aufgerollt werden. „Das heißt, die EU-Kommission muss den BfR-Bericht ganz offiziell zurückweisen und die federführenden Risikobewertung neu vergeben“, so Häusling. Darüber hinaus hält er eine Reformierung des EU-Risikobewertungsverfahren im Allgemeinen für sinnvoll.


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