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Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft verliehen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der in diesem Jahr mit 8.000 Euro dotierte Forschungspreis wurde zum vierten Mal verliehen, und zwar in den Kategorien Bachelor und Master. 14 Arbeiten waren eingereicht worden, sie befassten sich mit Rechts- und Umweltfragen oder mit Themen aus der Lebensmitteltechnologie. Träger des Preises sind die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) sowie die Stiftungen Lebensbaum und Schweisfurth.

Die drei Preisträgerinnen untersuchten Fragen wie: Kann der Ökolandbau die Welt retten? Wie wird Gemeinschaftsverpflegung nachhaltiger, und welche Transaktionsprobleme von Bio-Lebensmitteln gibt es im internationalen Markt? Die Ergebnisse belegten, dass der Nachwuchs wichtiger denn je sei, sagte Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung NürnbergMesse.

Die ausgezeichneten Arbeiten und ihre Verfasserinnen

Die Gemeinschaftsverpflegung gewinnt in heutigen Zeiten zunehmend an Bedeutung. Das Augenmerk dabei zunehmend auf Nachhaltigkeitskriterien zu legen und zu fragen, wie ökologische und regionale Erzeugnisse Eingang in die öffentliche Beschaffung finden können, war Ziel der Bachelorthesis von Michaela Haack. Berichte und Forschung deuten auf eine Diskrepanz zwischen gesellschaftspolitischem Anspruch und administrativer Umsetzung bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen hin. Haacks Arbeit zeigt konkrete Schwachstellen in Vergabeverfahren für Verpflegungsdienstleistungen und hat damit das Potenzial, die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen. Als Empfehlung gibt Haack zum Beispiel an, klare politische Vorgaben zu umweltorientierten Beschaffungszielen oder einheitliche, transparente und nachprüfbare Vergabekriterien zu stellen.

Die Masterarbeit von Hanna Treu stellt die Frage, was die Unterschiede zwischen bei der Nahrungsaufnahme ökologischer und konventioneller Konsumenten sind. Außerdem fragt sie, wie sich klimatische Auswirkungen und Landnutzung zwischen ökologischen und konventionellen Lebensmitteln unterscheiden. Zur Datenbeschaffung nutzte Treu unter anderem einen Kooperationsvertrag zwischen der Humboldt Universität, der Chalmers University und dem Max-Rubner Institut.

Treu stellte fest, dass konventionelle Landwirtschaft sicherlich große Mengen an Nahrung zur Verfügung stellen könne. Allerdings geschehe das auf Kosten der Umwelt. Produktivität sei in Zeiten einer immer schneller wachsenden Weltbevölkerung ein sehr wichtiger Faktor, doch müsse man in umweltfreundliche und nachhaltige Produktion investieren. Der Ökolandbau sei dabei ein wichtiges Element, auch wenn er noch nicht die ganze Welt versorgen könnte. 

Transaktionen im internationalen Markt näher zu beleuchten, hatte sich Irina Voß mit ihrer Masterarbeit zur Aufgabe gemacht. Die Studentin hat selbst einen engen Bezug zu ihrem Beispielland Burkina Faso, an dem sie untersucht, auf welche Weise die internationale Vermarktung bio-zertifizierter Agrarprodukte nach Europa durch Kleinbetriebe organisiert und koordiniert werden kann. Außerdem fragt Voß, welche institutionellen Arrangements Transaktionsprobleme in Burkina Faso begrenzen können.

Durch persönliche Interviews vor Ort wurde deutlich, dass aus Sicht der Produzenten Probleme vor allem durch Marktlösungen und die Reduzierung von Abhängigkeit gelöst werden. Zudem sollte eine langfristige Beziehung zwischen burkinischem Produzenten und europäischem Importeur angestrebt werden.


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