Anzeige

Ökomonitoring: Alles super bis auf Superfoods

von Redaktion (Kommentare: 0)


© VRD – Fotolia.com

Seit 15 Jahren wird in Baden-Württemberg, zusätzlich zu den jährlich durchgeführten Betriebskontrollen durch die Ökokontrollstellen, das Ökomonitoring durchgeführt. Der Bericht weist auch für das Jahr 2016 gute Ergebnisse aus.

Verbraucherminister Peter Hauk stellte die Ergebnisse des in Europa und in Deutschland einzigartigen Programms vergangene Woche vor und bezeichnete das Programm als sinnvolle Ergänzung der Öko-Kontrollen. Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs (CVUAs) haben 2016 mehr als 600 Bioprodukte für das Ökomonitoring untersucht und erneut festgestellt, dass der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und auf Gentechnik eingehalten wurde, heißt es in der Erklärung des Ministeriums.

Die Bilanz in den vergangenen Jahren habe sich stetig verbessert. Die gezielten Kontrollen von Bio-Lebensmitteln zeigten Wirkung, so Hauk. „In den wenigen Fällen, in denen das Ökomonitoring Schwachstellen aufgezeigt hatte, hat die Branche schnell reagiert und die Mängel abgestellt“, betonte der Minister. Bio habe das Vertrauen der Verbraucher verdient.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Superfoods: Im Jahr 2015 waren bereits zwei Proben Bio-Nahrungsergänzungsmittel (Moringa-Blattpulver) beanstandet worden. Deshalb nahm das Ökomonitoring 2016 sogenannte 'Superfoods' gezielt unter die Lupe. 18 Proben Moringa, Chia, Weizengras, Gerstengras und Goji wurden von der CVUA Stuttgart untersucht. Das Labor stellte fest, dass zwei von drei Proben Pflanzenschutzmittelrückstände über dem Orientierungswert von 0,01 mg/kg, aber auch über der festgelegten Höchstmenge enthielten (3x Moringa, 2x Gerstengras, 1x Weizengras). Eine Probe Moringa-Blattpulver enthielt 16 mg/kg des insektiziden Wirkstoffs Nikotin und wurde deshalb als nicht sicher beurteilt. Die Untersuchungen an dieser Produktgruppe werden 2017 fortgesetzt.

Pestizidrückstände: Insgesamt wurden 445 Proben pflanzliche Lebensmittel aus ökologischem Anbau auf Rückstände an Pflanzenschutzmitteln und bestimmten Kontaminanten untersucht. Dabei bestätigte sich das Ergebnis der Vorjahre: Bei knapp 65 % der Proben aus ökologischem Anbau waren keine Rückstände an Pflanzenschutzmittelwirkstoffen nachweisbar, die festgestellten Rückstände lagen im Spurenbereich (kleiner 0,01 mg/kg). Gemittelt lag der Pestizidrückstandsgehalt aller untersuchten Bio-Obst – und Gemüseproben Anbau lag bei 0,001 bzw. 0,003 mg/kg. Konventionelles Obst enthielt dagegen durchschnittlich 0,43 mg an Pflanzenschutzmittelrückständen pro kg (ohne Oberflächenbehandlungsmittel, Phosphonsäure und Bromid), konventionelles Gemüse im Mittel 0,46 mg an Pflanzenschutzmittelrückständen pro kg (ohne Phosphonsäure und Bromid).  

Im Jahr 2016 musste bei keiner Probe Öko-Obst und lediglich bei drei Proben Öko-Gemüse (Dill, Blattpetersilie, Grünkohl, jeweils Herkunft Deutschland) die Bezeichnung „Öko“ wegen erhöhter Rückstände an Pflanzenschutzmitteln als irreführend beurteilt werden. In 2 Fällen (Blattpetersilie, Eichblattsalat) war die gültige Höchstmenge nach der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 für einen Wirkstoff überschritten, meldet der Ökomonitoring-Bericht. Insgesamt lag die Beanstandungsquote bei frischen Öko-Erzeugnissen im Berichtsjahr bei 1,1 %, in den Jahren 2010 bis 2015 zwischen 1,0 und 4,2 %.

Verarbeitete Erzeugnisse wies 2016 eine Beanstandungsquote von 5,5 % aus. Es handelte sich um eine Probe Hülsenfrüchte (Kichererbsen), 3 Proben Tee (2x Schwarztee, 1x Grüntee) und 6 Proben Nahrungsergänzungsmitteln mit erhöhten Gehalten an nicht im Öko-Landbau zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffen. Weder bei den untersuchten 34 Bio-Milchproben noch bei den 32 Proben von Bio-Eiern wurden Auffälligkeiten festgestellt.

Gentechnik: Generell seien gentechnische Veränderungen bei Bio-Lebensmitteln sehr selten nachweisbar. Bei den Untersuchungen in den vergangenen 15 Jahren wurden niemals GV-Anteile über 0,1 % festgestellt.

Mehr Informationen

Bio aus Baden-Württemberg

Untersuchungsberichte zum Ökomonitoring seit 2002

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz 


Stichworte:

Qualitätsmanagement


zur Startseite/alle Meldungen

Zurück

Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum Thema!




Newsletter bestellen

Anzeige

Anzeige