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Ökobarometer: Verbraucher wollen Bio in Kantinen

von Redaktion (Kommentare: 0)


Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat am Dienstag eine neue Ausgabe seiner Verbraucherbefragung „Ökobarometer“ vorgestellt. Den Schwerpunkt bildet in diesem Jahr der Bio-Lebensmittelverzehr in der Gemeinschaftsverpflegung – also in Kantinen oder Mensen. Dort ist das Angebot den Befragten zufolge noch stark ausbaufähig.

Mehr als jeder Fünfte kauft häufig Bio

Daneben umfasst das Ökobarometer auch zahlreiche Fragen zum Bio-Konsum allgemein. Bei den meisten Aspekten gab es im Vergleich zum Vorjahr nur leichte Veränderungen. 22 Prozent der Befragten gaben an, ausschließlich oder häufig Bio-Produkte zu kaufen – 2016 waren es 24 Prozent. Immerhin die Hälfte (49 %) aller Kunden greift gelegentlich zu Bioware, hier waren es zuletzt 46 Prozent. Mit Blick auf das Geschlecht steht bei Frauen Bio nach wie vor höher im Kurs als bei Männern: 26 Prozent der weiblichen Befragten kaufen häufig oder ausschließlich Öko-Ware, bei den Männern sind es 18 Prozent.

Bei den bevorzugten Einkaufsorten liegt der Naturkostfachhandel im Mittelfeld. 52 Prozent beziehen dort vorrangig ihren Bio-Einkauf (Vorjahr: 54 %). An der Spitze thronen nach wie vor die Supermärkte (86 %), es folgen Discounter (70 %), Wochenmarkt (58 %), Bäcker (56 %) und „direkt beim Erzeuger“ (54 %). Weit abgeschlagen liegt auch in diesem Jahr das Internet (3 %).

Artgerechte Tierhaltung wichtig

„Artgerechte Tierhaltung“ und „weniger Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe“ liegen bei den wichtigsten Gründen für den Einkauf von Bio-Lebensmitteln mit jeweils 90 Prozent an der Spitze. Auf den Plätzen folgen regionale Herkunft, möglichst geringe Schadstoffbelastung (jeweils 87 %), gesunde Ernährung und die Unterstützung des Öko-Landbaus.

Als wichtiger Aspekt beim Kauf von Bio-Lebensmitteln rangiert die “Vermeidung von Pflanzenschutzmittel“ ganz vorne. Der Vorjahreserste „optimale frische und Qualität der Produkte“ liegt knapp dahinter, auch „natürlicher Geschmack“ ist für die Befragten von Bedeutung. Bemerkenswert: Für die Verbraucher, die intensiv Bio konsumieren, sind der Verzicht auf Herbizide und der positive Beitrag von Bio-Lebensmitteln für die Umwelt ganz besonders wichtig. Gelegenheitskäufern kommt es hingegen vor allem auf die frische und Qualität der Produkte an.  

Geweckt wird das Interesse an Bio-Lebensmitteln nach wie vor allem durch private Kontakte zu anderen Bio-Kunden. Etwas an Bedeutung verloren haben als Info-Quellen die Beratung und Werbung durch Bioläden sowie Artikel in Fachzeitschriften und in der Tagespresse. Während bei jungen Menschen der private Kontakt und das Internet besonders ausgeprägt sind, ist es bei der älteren Generation ab 70 Jahren die eigene Initiative oder eine ärztliche Empfehlung.

Bio-Angebot in Kantinen ausbaufähig

Die Umfrage unter Kantinennutzern zeige, dass das Angebot an Biogerichten dort ausbaufähig ist, so das Ministerium. Von diesen können nur 18 Prozent täglich mindestens ein Biogericht aus dem Speisenangebot auswählen. Das Interesse ist jedoch deutlich größer: 69 Prozent der insgesamt befragten Berufstätigen oder Auszubildenden/Studenten sind Biogerichten gegenüber aufgeschlossen.

Von diesen Befragten wären 96 Prozent bereit, einen Aufpreis zu bezahlen. Für zwei Drittel von ihnen dürfte ein Biogericht im Vergleich zu einem konventionellen mindestens einen Euro mehr kosten, 14 Prozent finden sogar einen Preisaufschlag von mehr als zwei Euro für Biospeisen als angemessen.

Der Außer-Haus-Verzehr, zu dem Kantinenangebote zählen, hat einen Anteil von einem Drittel am deutschen Lebensmittelmarkt. Das zeigt laut dem Ministerium, welch großes Potenzial für eine Steigerung des Bioanteils in diesem Bereich liegt.

Eine umfassende Zusammenfassung der Studie lesen Sie hier.


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