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Oeko-Tex führt GVO-Prüfung für Bio-Baumwolle ein

von Leo Frühschütz (Kommentare: 1)


Siegel: Oeko-Tex 100 Standard
Der Oeko-Tex 100 Standard zertifiziert Baumwolle nur noch mit Bio-Nachweis.

Bio-Baumwolltextilien, die zusätzlich nach dem internationalen Textiltandard Oeko-Tex 100 zertifiziert werden wollen, brauchen künftig einen Nachweis, dass die Baumwolle frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist. Das teilte der Standardgeber, die Schweizer Oeko-Tex Service GmbH, mit. Die neue Überprüfung gebe den Herstellern und Vermarktern die Gewissheit, dass ihre Produkte aus Bio-Baumwolle gesetzliche Vorgaben und Verbrauchererwartungen in Bezug auf GVO erfüllen, begründete Oeko-Tex Generalsekretär Georg Dieners den Vorstoß.

Hintergrund: GVO in indischer Bio-Baumwolle

Im August 2017 hatte das Schweizer Verbrauchermagazin Saldo aufgedeckt, dass nach dem Biotextil-Standard GOTS zertifizierte Bio-Baumwolle aus Indien stark mit gentechnisch veränderter Baumwolle verunreinigt war. Aus Indien stammen gut zwei Drittel der weltweit verarbeiteten Bio-Baumwolle; gleichzeitig sind 90 Prozent der dort angebauten konventionellen Baumwolle gentechnisch verändert. Natürlich hat Bio-Baumwolle gentechnikfrei zu sein und der GOTS-Standard schreibt die Gentecnikfreiheit auch ausdrücklich fest. Allerdings überlässt es GOTS den Zertifizierern, inwieweit sie das kontrollieren. Auch gebe es keine international anerkannte Testmethode für GVO in Baumwollfasern, die Labore würden nur selbstentwickelte Analyseverfahren verwenden, hieß es im Herbst 2017 in einer Stellungnahme von GOTS. Diese aus Sicht mancher Branchenexperten zögerliche Haltung hat sich nun Oeko-Tex zunutze gemacht. Viele Hersteller, die sich nach GOTS zertifizieren lassen, nutzen den Oeko-Tex 100 Standard nicht, da dieser schadstoffseitig weniger streng als GOTS ist. Nun will Oeko-Tex mit der nachweislichen GVO-Freiheit punkten – weil das GOTS-Zertifikat dies zwar verspricht, aber offensichtlich derzeit nicht gewährleisten kann.

 

 


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Kommentar von Eva |

Die Gentechnikgegner weisen seit vielen Jahren darauf hin, dass es in Zukunft (also HEUTE) kaum mehr möglich sein wird, gentechnikfrei zu produzieren. Denn in den Baumwollanbaugebieten Indiens z.B. wächst fast nur gentechnische veränderte Baumwolle und dies verursacht teils hochgradige Verunreinigungen bei den Biobaumwollbauern.
Leider stehen nun für die Verunreinigung durch GVO Baumwolle wieder die Biolandwirte und Ökokontrollstellen in der Kritik, sie kontrollieren zu lasch und würde verunreinigte Baumwolle auf den Markt bringen. Aber in der Realität ist es an manchen Standorten quasi unmöglich die Biobaumwolle vor Verunreinigungen zu schützen. Anders als für Biolebensmittel gibt es aber keinen Schwellenwert für die höchst zulässige GVO Verunreinigung, an den sich Kontrollstellen einheitlich halten könnten (da Biobaumwolle und deren Fasern keine Lebensmittel sind und somit nicht in der EU-ÖKO-VO geregelt sind).
Für die Verunreinigungen sollten die Verursacher, also die Verkäufer von gentechnisch verändertem Saatgut (Monsanto und Co) haftbar und verantwortlich gemacht werden. Sonst setzt sich die Ungerechtigkeit nur immer weiter fort.



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