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Norwegischer Bio-Lachs darf wieder vermarktet werden – trotz EU

von Redaktion (Kommentare: 0)


Bio-Lachs aus Norwegen darf in Deutschland wieder mit dem Hinweis auf Bio vermarktet werden. Die Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK) hat auf ihrer Sitzung am 10. November mit sofortiger Wirkung beschlossen, „die Verarbeitung von Erzeugnissen der Aquakultur aus Norwegen und deren Vermarktung mit dem Hinweis auf die ökologische/biologische Erzeugung freizugeben.“

Damit ist die im Juli 2016 von der EU-Kommission ausgelöste Verwirrung um den Status von norwegischem Bio-Lachs für Deutschland weitgehend geklärt. Damals hatte die Kommission den Standpunkt vertreten, dass der Lachs nicht mehr als Bio-Produkt vermarktet werden könne, weil Norwegen die aktuelle Fassung der EU-Öko-Verordnung nicht in nationales Recht umgesetzt habe.

Weitgehend geklärt deshalb, weil die EU-Kommission weiterhin an ihrem Standpunkt festhält. „Norwegische Aquakulturprodukte können in der EU nicht als Bioware vermarktet werden“, zitierte die taz aus einem Kommissionsschreiben vom 24. Oktober. Die staatliche Marketingorganisation Norwegian Seafood Council habe ihr bestätigt, dass sich Norwegen und die EU noch nicht geeinigt hätten, schrieb die Zeitung. Zwar habe sich Norwegen bereit erklärt, die EU-Öko-Verordnung zu übernehmen, allerdings ohne einen klaren Termin zu nennen, bemängelte die EU-Kommission.

Lachs wird nach Bio-Richtlinien produziert

Doch anscheinend steht die EU-Kommission mit ihrer Auslegung ziemlich alleine da. Denn die LÖK begründete ihren Beschluss auch damit, dass es offensichtlich in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten keine Handelseinschränkungen mehr für Bio-Lachs aus Norwegen gebe. „Deutsche Unternehmen würden deutliche Wettbewerbsnachteile erleiden und möglicherweise auch auf längere Sicht wichtige Handelswege verlieren, wenn in Deutschland die Einfuhr weiterhin untersagt worden wäre.“ Zudem sei der Lachs entsprechend der Bio-Richtlinien produziert worden: „Materiell liegt in Norwegen bereits eine Umsetzung der EU-Regelungen zum ökologischen Landbau vor. Eine Kontrolle fand immer statt“, heißt es in der Begründung. Es fehle lediglich die formelle Überführung von EU-Rechtssetzungen in nationales Recht.

Allerdings wird der LÖK-Beschluss nicht von allen Bundesländern mitgetragen. 14 von ihnen hätten den Beschluss - der formell eine Empfehlung an die Öko-Kontrollbehörden der Länder ist – umgesetzt und eine entsprechende Verfügung an die Öko-Kontrollstellen herausgegeben, heißt es aus der LÖK. Zwei Bundesländer fehlen: Thüringen und Baden-Württemberg. Wie sich das in der Praxis auswirkt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) zeigt sich in seiner aktuellen Info optimistisch: „Für Hersteller und Händler bedeutet das wieder mehr Sicherheit, in ihrer Arbeit auf norwegischen Bio-Lachs zurückgreifen zu können.“


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