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Neue Studie: Ökolandbau als Vorbild mit Schattenseiten

von Redaktion (Kommentare: 0)


Zwei Wissenschaftler der University of British Columbia in Kanada haben eine neue Meta-Analyse über den Ökolandbau vorgestellt. In dem Bild das sie zeichnen, gibt es kein Schwarz-Weiß, sondern viele Grautöne und Daten-Lücken. Doch insgesamt ist ihr Fazit positiv.

Für die Studie „Many shades of gray—The context-dependent performance of organic agriculture” haben Verena Seufert und Navin Ramakutty über 100 Arbeiten ausgewertet, die ihrerseits Erkenntnisse über den Ökolandbau zusammenfassten. Betrachtet haben sie dabei Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit ebenso wie Arbeitsbedingungen und Erträge. Wissenschaftlich gut belegt fanden sie, dass auf Bio-Betrieben die Biodiversität höher ist, ebenso die Qualität des Wassers und des Bodens. Auch stoßen die Betriebe weniger Treibhausgase aus.

Weitaus dünner ist die Datenlage jedoch, wenn diese Vorteil nicht auf die bewirtschaftete Fläche sondern auf den Output, also die Ernte, bezogen werden. Diese fällt laut den Autoren im Schnitt 19 bis 25 Prozent geringer aus als in der konventionellen Landwirtschaft. Dabei schränken sie selbst ein, dass die Unterschiede sehr stark von den angebauten Pflanzen abhängen und die meisten Arbeiten den Ökolandbau mit konventioneller industrialiserter Landwirtschaft vergleichen und die Zahlen sich nicht einfach auf Low-Input-Systeme in Entwicklungsländern übertragen lassen. Wichtig ist deshalb der jeweilige Kontext.

Bei den Arbeitsbedingungen werten es die Wissenschaftler positiv, dass der Ökolandbau arbeitsintensiver ist und durch den Verzicht auf Pestizide die Sicherheit der Landarbeiter und Bauern erhöht. „Aber wir wissen nicht, ob Bio-Betriebe höhere Löhne zahlen oder bessere Arbeitsbedingungen bieten als konventionelle Farmen“, weisen sie auf eine der vielen Forschungslücken hin. Trotz der benannten Unsicherheiten und fehlender wissenschaftlicher Belege beantworten die beiden Wissenschaftler eine Frage eindeutig mit Ja: „Lohnt es sich, weiterhin Bio-Lebensmittel zu essen und in den Ökolandbau zu investieren?“

Der Ökolandbau sei kein „heiliger Gral“ aber er zeige in vielen Bereichen vielversprechende Ergebnisse und sei ein wichtiges Werkzeug, wenn es darum gehe, eine weltweite nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, schreiben sie. Und obwohl erst ein Prozent der weltweiten Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet werde, reiche der Einfluss des Ökolandbaus weit darüber hinaus. Denn er habe in den letzten 50 Jahren die konventionelle Landwirtschaft mit vielen Praktiken wie Fruchtfolgen, Bodenbedeckung und Kompostierung bereichert: „Nachhaltige Methoden, die von der konventionellen Landwirtschaft zu lange vernachlässigt wurden.

(Bild: istockphoto)


Stichworte:

Forschung und Studien

Landwirtschaft


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