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Naturland: Brief an den Präsidenten von Mexiko

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Naturland macht sich gegen den illegalen Anbau von Gen-Soja auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán stark.

Das weltweite Bienensterben ist eine der bedrohlichsten Folgen der industriellen Landwirtschaft. Der internationale Öko-Verband Naturland verweist als aktuelles Beispiel auf Mexiko, wo die natürlichen Wälder der dünn besiedelten Halbinsel Yucatán einen wichtigen Lebensraum für Wild- und Honigbienen bilden. "Dieser Lebensraum wird zunehmend zerstört durch den illegalen Anbau von Gensoja", beklagt Naturland, "neben Bienen sind auch die indigenen Maya-Imker in ihrer Existenz bedroht, darunter zahlreiche Naturland-Imker."

Naturland fordert gemeinsam mit zahlreichen deutschen und europäischen Honig-Importeuren den mexikanischen Präsidenten Peña Nieto in einem Brief auf, den illegalen Gensoja-Anbau auf der Halbinsel endlich effektiv zu stoppen. „Wir zeigen uns solidarisch mit dem Einsatz der Maya-Gemeinden gegen den legalen und illegalen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen“, heißt es in einem auf Initiative von Naturland verfassten Brief. Weiter heben die Unternehmen die hohe Qualität des Honigs aus Yucatán hervor und warnen, dass der für die Region wirtschaftlich wichtige Export nach Europa bedroht sei, wenn die Gefahr einer gentechnischen Verunreinigung des Honigs bestünde.

Diese europäischen Honig-Importeure haben sich mit Naturland an die mexikanische Regierung gewandt

Neben dem internationalen Imkerverband F.E.E.D.M., dessen Mitglieder für etwa 90 Prozent des gesamten Honig-Imports nach Europa stehen, haben sich folgende Unternehmen direkt an der Briefaktion an die mexikanische Regierung beteiligt:

  • Dreyer-Bienenhonig, Uelzen 

  • dwp, die WeltPartner, Ravensburg 

  • El Puente, Die Fair Trade Pioniere, Nordstemmen 

  • EZA Fairer Handel, Köstendorf/Österreich 

  • GEPA - The Fair Trade Company, Wuppertal 

  • Honig-Wernet, Waldkirch 

  • HONIGMAYR, Tenneck/Österreich 

  • HOYER, Polling 

  • Jakobsens Honey, Aulum/Dänemark 

  • Sonnentracht, Bremen


„Fast die Hälfte der mexikanischen Honigexporte geht nach Deutschland, und deutsche Verbraucher wollen keine Gentechnik, schon gar nicht im Honig“, betont Manfred Fürst, Leiter der internationalen Abteilung bei Naturland und Koordinator des IFOAM Apiculture Forum (weltweite Vereinigung der Öko-Imker). Deutschland ist ein wichtiger Honig-Importeur, da nur etwa 20 Prozent des Bedarfs durch die heimische Produktion gedeckt werden.

Mexikansiches Gericht hatte Gen-Soja auf Yucatán bereits 2015 verboten

Eigentlich darf auf der Halbinsel Yucatán seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs Mexikos von 2015 kein Gen-Soja mehr angebaut werden. "Naturland hatte die Maya-Gemeinden damals zusammen mit Imkervereinigungen, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt in ihrem juristischen Kampf unterstützt. Dieser Kampf ist aber noch lange nicht zu Ende, wie Maya-Imkerinnen bei einem Besuch in der Naturland Zentrale in Gräfelfing im Herbst 2017 berichteten", heißt es vom Verband.

„2016 hat die mexikanische Regierung bei einem Monitoring selbst festgestellt, dass weiterhin Gensoja angebaut wird. Aber es passiert zu wenig“, zitiert Naturland Irma Gómez González, Agraringenieurin und Imkerei-Beraterin, in einer Pressemitteilung. Vielmehr komme es durch den illegalen Anbau und den Pestizid-Einsatz zur Verseuchung des Grundwassers und großflächigen illegalen Waldrodungen. Die Pestizide schwächen die Bienen oder diese finden schlicht keine Nahrung mehr. Dadurch sinkt dann die Honigproduktion, die neben der Landwirtschaft das wichtigste wirtschaftliche Standbein der Maya-Familien bildet.

Lesen Sie auch: Zum Schutz der Bienen: Aktionen aus der Bio-Branche


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