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Naturkost-Fachhandel wächst schwächer – BNN fordert geringere Mehrwertsteuer für Bio

von Redaktion (Kommentare: 0)


Der Naturkost-Fachhandel ist 2016 gewachsen - wenn auch weniger als im Vorjahr. Laut Zahlen des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) wurden bundesweit 3,21 Milliarden Euro umgesetzt. Dies entspricht einer Steigerung um 5,6 Prozent im Vergleich zu 2015. Vor Jahresfrist legte der Facheinzelhandel mit rund 11 Prozent allerdings fast doppelt so stark zu.

Auch im Naturkost-Großhandel war das Wachstum rückläufig. Hier errechnete der Verband insgesamt Erlöse von 1,63 Milliarden Euro, ein Plus von 5,1 Prozent. Zum Vergleich: 2015 lag der Umsatzanstieg bei 11,4 Prozent.

Insgesamt haben die Deutschen 2016 laut Verband rund neun Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel ausgegeben. Mehr als ein Drittel davon floss in die Kassen der Bio-Märkte. 

Entwicklung kein Selbstläufer

Der Verband zeigt sich mit den Zahlen zufrieden und spricht von einem "weiterhin stabilen Wachstum" im Naturkostfachhandel. Von der Politik verlangt er, sie müsse Weichen stellen, um dieses Wachstum aufrecht zu erhalten - und fordert, die Mehrwertsteuer für Bio-Produkte auf drei Prozent zu verringern. Das Gros der Produkte wird derzeit mit sieben Prozent versteuert, ein Teil sogar mit 19 Prozent.

„Hier geht es nicht um Subventionierung, sondern um Steuergerechtigkeit für die Verbraucher und um eine bewusste Weichenstellung zur Belohnung nachhaltiger Lebensstile“, erklärt Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN. Wer Bio-Lebensmittel kaufe, unterstütze mit seinen persönlichen finanziellen Mitteln den Umwelt- und Tierschutz und trage zur Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen bei. „Dies gilt insbesondere für Kunden, die im Bio-Laden oder Bio-Supermarkt einkaufen, da dort die höchsten verbindlichen Standards gelten“, so Röder. Die Vorzüge für Mensch, Tier, Umwelt und Klima, die die Bio-Branche täglich erarbeitet, müssten durch den Gesetzgeber endlich auch ökonomisch anerkannt werden.

Seine Forderung begründet der Verband auch mit den im Grundgesetz formulierten Staatszielen: dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sowie dem Tierschutz. In der deutschen Land- und Lebensmittelwirtschaft würden diese beiden Ziele nirgends nachhaltiger verfolgt als in der Bio-Branche. Hinzu komme, dass die Produktion und Deklaration von Bio-Lebensmitteln auf einer eigenen Gesetzesgrundlage basieren und in besonderer Weise überwacht würden. Auch diese Tatsache sollte honoriert werden.


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