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NATRUE: ISO-Norm 16128 für Naturkosmetik nicht verbraucherfreundlich

von Redaktion (Kommentare: 0)


Die kürzlich von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) veröffentlichten Richtlinien zu den technischen Definitionen und Kriterien für natürliche und biologische kosmetische Inhaltsstoffe und Produkte (ISO 16128) seien nicht verbraucherfreundlich, so der Verband NATRUE.

Aufgabe der ISO als internationale, nichtstaatliche und unabhängige Organisation ist es, Spezifikationen, Anforderungen sowie Richtlinien zu einem Thema festzulegen und in Dokumenten festzuhalten. Ziel dieser Verfahren ist es, fachliches Wissen zu konzentrieren und Lösungsansätze für weltweite Herausforderungen zu schaffen. Durch die Standardisierung und Vereinfachung von Prozessen können weiterhin Handelsbarrieren abgebaut werden. Dr. Mark Smith, Direktor von NATRUE, erklärt: „NATRUE begrüßt alle international vereinbarten Initiativen, die Komplexität und Handelsbarrieren reduzieren und Wert darauf legen, Greenwashing bekämpfen. Deshalb existiert das NATRUE-Label. Wir sind der festen Überzeugung, dass Verbraucher nicht durch Produkte getäuscht werden dürfen, die vorgeben, natürlich oder biologisch zu sein. Dafür brauchen wir strenge Kriterien.“

Verbrauchertäuschung durch Greenwashing

NATRUE bemängelt, dass das Ergebnis der jüngsten ISO 16128-Richtlinien den Erwartungen der privaten Standards nicht gerecht werde. Besonders innerhalb der etablierten EU-Märkte gäbe es keine Garantie, dass Produkte nach ISO-Norm 16128 den Verbrauchererwartungen entsprechen. Im Fokus der Kritik steht, dass Greenwashing durch den sehr weiten, flexiblen Anwendungsbereich nicht wirksam bekämpft wird. Bekannte Folgen des sogenannten Greenwashing sind Verbrauchertäuschungen, die Fragmentierung des Marktes sowie negative Auswirkungen auf Produzenten authentischer Natur- und Biokosmetik. Somit können ISO-Richtlinien laut NATRUE nicht mit der Unmittelbarkeit und der Transparenz von aktuellen privaten Standards, die den Verbrauchern Sicherheit geben, mithalten – auch wenn sich um freiwillige Bestimmungen handelt.

Kritik an ISO 16128-Richtlinie

NATRUE zufolge sind folgende drei Punkte, da sie den gegenwärtigen Umgang mit Greenwashing nicht verbessern und von den Kriterien privater Standards abweichen, hinsichtlich der ISO 16128-Richtlinien bedenklich:

  • Mangelnde Transparenz für Verbraucher, da die ISO-Richtlinien nicht frei verfügbar sind und in der Praxis unterschiedlich angewendet werden können.
  • Inhaltsstoffe wie Petrochemikalien und GVOs sind laut ISO 16128 zulässig.
  • Überprüfung, Kontrolle und Identifizierung von Endprodukten durch Berechnungsbestimmungen und deren Zertifizierung auf freiwilliger Basis. Die Zertifizierung laut ISO 16128 zeigt lediglich an, ob die Berechnungen zur Bestimmung des Gehaltes an natürlichen oder organischen Inhaltsstoffen stimmen und nicht, ob es sich bei dem Produkt um Natur- oder Biokosmetik handelt.

Forderung strenger Regulierungsverfahren

Der Verband NATRUE befürchtet, dass eine Übernahme der ISO-Richtlinien dazu führen könnte, dass Produkte, die Greenwashing fortbestehen lassen und lediglich „von der Natur inspiriert“ sind, den Markt überschwemmen, den Verbraucher verwirren und somit authentischen Bio- und Naturkosmetikherstellern schaden könnten. Künftige Regulierungsverfahren für Natur- und Biokosmetik – inklusive einer offiziellen Definition oder bestimmter Richtlinien für „natürliche“ und „biologische“ Produktansprüche – müssen streng sein, fordert NATRUE. Nur auf diesem Weg könne man Verbrauchern die Produkte bieten, die ihren Erwartungen entsprechen. Im Einzelnen plädiert der Verband dafür, den Einsatz von Petrochemikalien bei der Herstellung natürlicher oder biologischer Produkte stark zu reduzieren und lediglich auf bestimmte Funktionen einzuschränken. Ziel sollte jedoch es sein, komplett auf petrochemische Inhaltsstoffe sowie GVOs zu verzichten.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.natrue.org/


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