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Minister: 30 Millionen für den Öko-Landbau

von Horst Fiedler (Kommentare: 0)


Freuten sich mit Minister Schmidt (Mitte), der in Nürnberg seine Zukunftsstrategie vorstellte: v.l: Markus Arbenz (IFOAM), Peter Röhrig (BÖLW-Geschäftsführer), Heinrich Graf von Bassewitz (Deutscher Bauernverband) und Felix Löwenstein (BÖLW-Vorsitzender)

Die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZÖL) von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt gibt es jetzt zum Nachlesen: Auf 98 Seiten werden Ziele und Maßnahmen erläutert. Ab 2018 sollen 30 Millionen Euro für die Umstellung bereitgestellt werden.
 
Der Minister bekräftigte heute auf der BioFach das Ziel, den Anteil an der Öko-Landbaufläche von derzeit 6 Prozent auf 20 Prozent zu steigern. Die Mittel des Förderprogramms Ökologischer Landbau sollen dafür von 20 auf 30 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt werden. Der Anbau und die Verarbeitung von Eiweißpflanzen, wie Soja, Lupinen, Erbsen oder Klee, soll weiterhin mit 6 Millionen Euro jährlich unterstützt werden. Jeder Bauer solle jedoch nach wie vor selbst entscheiden, welche Form der Landwirtschaft er betreiben will. Wichtig sei, aus der Logik von "wachsen oder weichen" herauszukommen. Die Zukunftsstrategie beinhalte auch Maßnahmen, die zu einer stärkeren Wahrnehmung des Handels für Bio-Produkte führen sollen. Auch die Gastronomie müsse einen besseren Einstieg finden. Zudem soll sich die Forschung stärker mit Fragen der Landbautechnik beschäftigen und das Saatgutrecht soll vereinfacht werden.
 
Die Entwicklung bei der geplanten Total-Revision der EU-Öko-Verordnung sieht der Minister unterdessen positiv. Ein unter der maltesischen Präsidentschaft erarbeiteter Vorschlag lasse Platz für die deutsche Forderung. "Die Kommission bewegt sich auf unsere Position zu", verkündete der Minister.
 
BÖLW-Vorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein begrüßte es, dass an dem 20-Prozent-Ziel festgehalten werde. Auch dass die gesamte Wertschöpfungskette, von der Erzeugung bis zum Absatz, Gegenstand der Strategie ist, fiel bei ihm auf positive Resonanz. Die ZÖL solle zu einer gemeinsamen Sache der gesamten Regierung werden, damit es keine Hindernisse aus anderen Ressorts gebe. "Das Düngerecht entscheidet mit, ob das Ziel erreichbar ist", sagte zu Löwenstein. Man müsse dafür sorgen, dass die Kosten, die durch Trinkwasserbelastung entstehen, mit eingerechnet werden.
 
Als Zieljahr für 20 Prozent Öko-Landbaufläche nannte Löwenstein 2027, das sei mit einem jährlichen Wachstum von 11 Prozent zu erreichen. Der Öko-Landbau sei in Frankreich schon zweimal um 25 Prozent gewachsen und in Dänemark um 35 Prozent. Das gebe Hoffnung. Aber das Geld müsse reichen, sonst mache alles keinen Sinn.
 
Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, Öko-Beauftragter des Deutschen Bauernverbandes forderte Minister Schmidt dazu auf, bei der EU-Öko-Verordnung "klare Kante zu zeigen" - es gebe keinen Spielraum mehr für Kompromisse. Der Ökolandbau müsse nachhaltiger und produktiver werden, also sein Potenzial besser ausschöpfen. Er forderte, die Förderung auf 60 Millionen Euro aufzustocken.

(Bild: Horst Fiedler)


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